Stand: 18.08.2015 14:33 Uhr

Kabinenzoff beim HSV: Wirbel um Spahic

Emir Spahic sorgt beim Hamburger SV für Unruhe.

Der frühere Nationalspieler und gebürtige Barmbeker Andreas Brehme hat es schon immer gewusst: "Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß", lautet eines der berühmten Zitate des Weltmeisters - es lässt sich derzeit trefflich auf den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV übertragen: Der Bundesliga-Dino kommt einfach nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus: Pokal-Aus in der ersten Runde beim Viertligisten Jena, Ligaauftakt mit 0:5 bei Bayern München in den Sand gesetzt, sensible Vertragsunterlagen werden in einem Hamburger Park gefunden - und als Krönung des Ganzen wurde jetzt bekannt, dass es intern in der Mannschaft schon mehrfach zu Streitereien zwischen Neuzugang Emir Spahic und Mitspielern gekommen sein soll.

Spahic: Vom Saulus zum Paulus?

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Vom Hamburger SV bekam der "Skandalprofi" eine zweite Chance.

Ausgerechnet Spahic, möchte man meinen. Der Bosnier war bereits vor seinem Wechsel an die Elbe im Sommer als "Skandalprofi" abgestempelt, weil er sich in Diensten von Bayer Leverkusen mit einem Ordner geprügelt hatte. Vom Werksclub war er deshalb suspendiert worden, der HSV gab dem heute 35-Jährigen eine zweite Chance: "Seine Reue wirkte nicht gespielt", begründete Trainer Bruno Labbadia seine Entscheidung nach einer langen Unterredung mit dem Routinier beim gemeinsamen Abendessen. Clubchef Dietmar Beiersdorfer sprach von einem "Profi der höchsten Qualitätsklasse", Sportdirektor Peter Knäbel erklärte: "Dank seiner Erfahrung, seiner sportlichen Qualität und seiner Präsenz auf dem Platz kann er zu einem wichtigen Führungsspieler unserer Mannschaft werden."

Zoff mit Holtby, Müller und Ostrzolek

Doch die Realität ist offenbar eine andere: Übereinstimmenden Medienberichten von "Bild", "Hamburger Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt" zufolge war es in der Halbzeitpause der Partie in München zu einer Auseinandersetzung zwischen Spahic und Lewis Holtby gekommen. Nach Labbadias Ansprache habe Holtby gerufen: "Los, Männer, reißt Euch zusammen." Daraufhin habe Spahic seinen Mitspieler verbal mit den Worten "Halt die Fresse, sonst hau ich Dir aufs Maul" attackiert. Auch gegen Nicolai Müller und Matthias Ostrzolek soll der Bosnier ausgeteilt haben: "Ihr Pussys geht mir besser aus dem Weg..." Labbadia dementierte ("Die Geschichte stimmt nicht"), räumte allerdings ein, dass es in der Kabine "etwas lauter" gewesen sei.

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Überharte Spielweise als Risiko

Müller soll sich zudem bereits in den ersten Tagen des Hamburger Trainingslagers während der Saisonvorbereitung über Spahics zu hartes Zweikampfverhalten beschwert haben. Seine aggressive Spielweise wäre Spahic beim 0:5 in München beinahe zum Verhängnis geworden. Die Attacke gegen Bayern-Stürmer Robert Lewandowski war rotwürdig. "Er ist einfach erfahren. Er ist extrem eng und aggressiv am Mann, ist ein Organisator und noch dazu gut am Ball. Das begeistert natürlich", pries Labbadia in der Vorbereitung die Vorzüge des 81-maligen bosnischen Nationalspielers. Es steht zu befürchten, dass die Freude nicht lange anhalten wird.

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