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Unabsteigbar: HSV bleibt Bundesliga-Dino

Es ist wieder einmal gut gegangen: Zum zweiten Mal in Folge hat der Hamburger SV 2015 ganz knapp den Abstieg aus der Bundesliga vermieden. Damit bleibt er die einzige Mannschaft in Deutschland, die seit Gründung der Liga ohne Unterbrechung erstklassig ist.

Ein Rückblick auf mehr als 50 Jahre HSV-Bundesliga-Geschichte.

Die Anfänge

Bundesliga-Premiere in Münster

Am 24. August 1963 um 17 Uhr beginnt im deutschen Fußball eine neue Zeitrechnung: Die Bundesliga startet in ihre erste Spielzeit. Der HSV gehört als Dauermeister der Oberliga Nord zu den 16 Teams, die in die neue, bundesweite Spielklasse aufgenommen werden. In der ersten Partie spielen die Hamburger 1:1 bei Preußen Münster. Charly Dörfel gleicht die Preußen-Führung aus.

Die Anfänge

Seeler erster Bundesliga-Torschützenkönig

In der Bundesliga-Premierensaison 1963/1964 spielt der HSV nur eine Nebenrolle und wird Sechster. Bekannt treffsicher zeigt sich Uwe Seeler. Der Hamburger Mittelstürmer erzielt 30 Saisontreffer und wird erster Torschützenkönig der neuen Liga. Anschließend wird er zum zweiten Mal nach 1960 zum Fußballer des Jahres gewählt. 1972 beendet Seeler seine Karriere: 137 Bundesliga-Treffer für den HSV sind noch immer Rekord.

Die Anfänge

Viele Jahre Mittelmaß

Die Hamburger sind in den ersten Bundesliga-Jahren zumeist nur Mittelmaß. Platzierungen im oberen Tabellendrittel sind eher die Ausnahme als die Regel. Anfang und Mitte der 70er-Jahre machen Bayern München und Borussia Mönchengladbach die Meisterschaft unter sich aus.

Erfolgsjahre

Bunt und erfolgreich: Die Saison 1975/76

Peter Krohn übernimmt 1973 die Macht beim HSV. Der diplomierte Volkswirt greift im Versuch, den etwas ergrauten Traditionsclub wieder aufzumöbeln, zu allerhand umstrittenen Marketingmethoden, die sich jedoch als Erfolg erweisen. Unter anderem steckt er die Profis in rosa Trikots. Wirtschaftlich und sportlich geht es bergauf bei den Hamburgern. 1976 wird der HSV Vizemeister und holt den DFB-Pokal - der erste Titel in der Nach-Uwe-Seeler-Ära. Ein Jahr später gewinnen die Hamburger den Europacup der Pokalsieger.

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Erfolgsjahre

Dank Keegan: HSV erstmals Bundesliga-Meister

Krohn gelingt im Sommer 1977 ein spektakulärer Transfercoup. Vom FC Liverpool wechselt der englische Star Kevin Keegan nach Hamburg. 2,3 Millionen D-Mark kostet er - Bundesliga-Rekord. Im ersten Jahr ist Keegan eine Enttäuschung und denkt bereits über eine Rückkehr nach England nach. Doch Trainer Branko Zebec, vor allem aber Manager Günter Netzer geben Keegan Halt. Der Flügelstürmer wird zum überragenden Spieler der Bundesliga und der Hamburger SV 1979 zum ersten Mal Meister in der Bundesliga.

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Erfolgsjahre

Der "Kaiser" in Hamburg

Noch spektakulärer als der Keegan-Transfer ist die Verpfichtung von Franz Beckenbauer. Nach dreieinhalb Jahren in New York kehrt der ehemalige Bayern-Kapitän zurück in die Bundesliga. Am 31. Oktober 1980 landet der "Kaiser" in Hamburg. Doch 18 Jahre Profi-Fußball haben bei Beckenbauer Spuren hinterlassen. Beim Gewinn der Meisterschaft 1982 spielt er nur eine Nebenrolle.

Erfolgsjahre

Trainer-Genie Happel revolutioniert die Bundesliga

Nachdem Zebec aufgrund seiner Alkoholsucht den HSV-Trainerstuhl räumen musste, holt Netzer 1981 Ernst Happel. Der kauzige Österreicher ist ein Genie, der die Hamburger Mannschaft taktisch komplett umkrempelt. Pressing, Abseitsfalle, offensive Außenverteidiger: Happels HSV spielt einen Fußball, wie es ihn in der Bundesliga noch nicht gegeben hat und wird 1982 erneut deutscher Meister. Es folgt die erfolgreichste Saison der Clubgeschichte.

Foto (von links nach rechts): Aleksandar Ristic, Felix Magath, Ernst Happel und Günter Netzer.

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Erfolgsjahre

Netzer: "Ein menschlicher Schleifer"

Netzer beschreibt anlässlich des 125-jährigen HSV-Jubiläums im Jahr 2012, was Happel ausgezeichnet hat. "Er war ein menschlicher Schleifer", so der ehemalige Manager der Hamburger.

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Erfolgsjahre

Meisterschaft 1983: Werder hat das Nachsehen

1983 setzt sich der HSV in der Bundesliga in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Werder Bremen durch. Der Nordrivale beendet im Januar die Hamburger Erfolgsserie von 36 Spielen ohne Niederlage in der Liga. Doch am Ende holt der HSV die Schale - dank eines 2:1-Erfolgs bei Schalke 04.

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Erfolgsjahre

Der HSV auf Europas Thron

Zehn Tage zuvor hat sich der HSV zur besten Mannschaft Europas gekrönt. Die Happel-Elf geht als krasser Außenseiter in das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister gegen Juventus Turin. Sechs aktuelle italienische Weltmeister plus Frankreichs Superstar Michel Platini bietet die "Alte Dame" auf. Doch Happel hat sein Team wieder einmal perfekt eingestellt. Felix Magath gelingt in Athen bereits in der achten Minute der Siegtreffer.

Tristesse und Mittelmaß

Tristesse nach Happels Abschied

Happel verabschiedet sich 1987 mit dem Sieg im DFB-Pokal und Bundesliga-Rang zwei aus der Hansestadt. Der sportliche Niedergang beginnt, die Fans kehren ihrem Club den Rücken. In der Saison 1988/89 sinkt der Zuschauerschnitt auf unter 15.000. Auch finanziell steckt der HSV in Problemen.

Tristesse und Mittelmaß

Ein Retter namens Doll

Der Zusammenbruch der DDR verhindert wohl den Zusammenbruch des HSV. Nach der Wende kommt Thomas Doll vom BFC Dynamo aus Berlin nach Hamburg. Die Fans verehren den schnellen Dribbler ähnlich wie Kevin Keegan. Nach einer starken Saison 1990/1991, in der er den HSV auf Rang fünf führt, wechselt Doll zu Lazio Rom. Die Hamburger kassieren 15 Millionen D-Mark Ablöse und sind auf einen Schlag saniert.

Tristesse und Mittelmaß

Die 90er-Jahre: Viel Frust, viel Ärger

Die HSV-Fans müssen sich nach Dolls Abgang an zweistellige Tabellenplätze gewöhnen. Fünf der folgenden sechs Spielzeiten beenden die Hamburger auf Rang zehn oder schlechter. Querelen in der Vereinsführung sind an der Tagesordnung. 1995 lässt sich Vereinsikone Seeler dazu überreden, das Präsidentenamt zu übernehmen. Seine Mitstreiter sorgen für allerhand Skandale, Seeler tritt 1998 entnervt zurück. Sein guter Name hilft jedoch maßgeblich, den Stadion-Umbau auf den Weg zu bringen.

Foto: Das HSV-Präsidium im August 1995: Harry Bähre, Uwe Seeler, Volker Lange, Jürgen Engel (vl.n.r.).

Neuanfang mit neuem Stadion

Der Star ist das Stadion

Die alte Betonschüssel weicht einer modernen Arena. Der Stadionumbau ist im Sommer 2000 endgültig abgeschlossen und beschert dem HSV ganz neue Einnahmemöglichkeiten, von denen andere Vereine nur träumen können. 2001 verkauft der Hamburger SV als erster Club seinen Stadionnamen.

Neuanfang mit neuem Stadion

Offensiv in die Champions League

Kurz vor der endgültigen Fertigstellung des Stadions erreicht der HSV erstmals die Champions League. Trainer Frank Pagelsdorf formt eine offensivstarke Mannschaft, die in der Saison 1999/2000 Dritter wird und sich souverän für die Königsklasse qualifiziert. Gemeinsam mit Roy Präger und Anthony Yeboah ist übrigens Keeper und Elfmeterschütze Hans-Jörg Butt bester Hamburger Torjäger (neun Treffer).

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Die 2000er-Jahre

Das Meisterschaftsdrama 2001

Hamburg ist zusammen mit Gelsenkirchen am 19. Mai 2001 Schauplatz der spannendsten Titelentscheidung in der Bundesliga-Geschichte. Der HSV erzielt in der 90. Minute das 1:0 gegen Bayern und macht so vermeintlich Schalke 04 zum deutschen Meister. Im Parkstadion jubeln Zehntausende Fans, die glauben, dass die Partie in Hamburg beendet sei. Doch eine Chance erhalten die Bayern noch: Patrik Andersson schießt die Münchner in der Nachspielzeit zum Titel.

Die 2000er-Jahre

Stammgast im Europacup

Unter Vorstandsboss Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer etabliert sich der HSV Anfang der 2000er-Jahre wieder im oberen Drittel der Bundesliga. Eine offensive Vermarktung und kluge Transferpolitik bringen Erfolg. Beiersdofer holt immer wieder entwicklungsfähige Talente nach Hamburg, unter anderem 2005 Rafael van der Vaart. Von 2004 bis 2010 erreichen die Hanseaten in jedem Jahr den Europacup, 2006 qualifiziert sich der HSV zum zweiten Mal für die Champions League.

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Die 2000er-Jahre

Wieses Kung-Fu-Tritt gegen Olic

Immer brisant und häufig spektakulär: Die Nordderbys zwischen dem HSV und Werder Bremen. Am 7. Mai 2008 sehen die Zuschauer in Hamburg eines der abenteuerlichsten Fouls der Bundesliga-Geschichte: Bei einem Klärungsversuch trifft Bremens Keeper Tim Wiese nicht den Ball, sondern HSV-Stürmer Ivica Olic. Der Kroate hat Glück, dass er sich nicht verletzt. Wiese hat Glück, dass Schiedsrichter Lutz Wagner unverständlicherweise nur Gelb zeigt.

Die 2000er-Jahre

Das Vier-Spiele-Drama gegen Werder

Innerhalb von 18 Tagen treffen der HSV und Werder im Frühjahr 2009 in drei Wettbewerben vier Mal aufeinander. Für die Hamburger werden es schmerzhafte Wochen. Aus im Halbfinale des DFB-Pokals, Aus im Halbfinale des UEFA-Cups. Beide Male unter dramatischen Umständen. Die Serie der Nordderbys endet am 10. Mai mit der Bundesliga-Partie in Bremen. Der HSV hätte bei einem Sieg sogar noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft. Doch wieder gewinnt Werder (2:0). Die Hamburger erreichen am Saisonende immerhin noch den UEFA-Cup.

Die 2000er-Jahre

Personal-Karussell dreht sich auf Hochtouren

Die Derby-Niederlagen gegen Werder hinterlassen tiefe Spuren beim Hamburger SV. Im Sommer 2009 entbrennt ein offener Machtkampf, in dem Beiersdorfer gegen Hoffmann den Kürzeren zieht und seinen Hut nehmen muss. Es gelingt anschließend nicht mehr, die verschiedenen Strömungen innerhalb des Vereins auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Die Folge: ständige Personalwechsel im Trainerstab, Vorstand und Aufsichtsrat. Allein in den jüngsten beiden Spielzeiten saßen sechs verschiedene Coaches auf der HSV-Trainerbank.

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Die 2000er-Jahre

Große Namen, wenig Erfolg

Der HSV verliert den Anschluss an die Spitzengruppe. Während immer mehr Vereine ihre Mannschaften konzeptionell entwickeln, setzen die Hamburger noch immer vor allem auf große Namen. So kommt beispielsweise Ruud van Nistelrooy im Januar 2010 von Real Madrid an die Elbe. Die Erwartungen erfüllt er nicht. Nur zwölf Treffer markiert der Stürmerstar in anderthalb Jahren. Seit 2010 wartet der HSV vergeblich auf eine Europacup-Qualifikation.

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Die 2000er-Jahre

50 Jahre Bundesliga: Eine Uhr im Fokus

Wer sich als Bundesliga-Dino bezeichnet, muss das natürlich auch auf besondere Art und Weise dokumentieren. Seit 2001 hängt in der Arena die berühmte Uhr, die die Zugehörigkeit des Vereins zur deutschen Eliteliga auf die Sekunde genau anzeigt. Am 24. August 2013 um 17 Uhr ist der HSV seit genau 50 Jahren in der Bundesliga.

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Rettung in letzter Sekunde

In der Saison 2013/2014 sind die Hamburger dem Abstieg so nahe wie nie zuvor. Magere 27 Punkte reichen, um sich als 16. in die Relegation zu retten. Dort gibt es gegen Fürth zunächst ein 0:0 im Volkspark. Im Rückspiel reicht ein 1:1 in Franken, um den ersten Abstieg der Clubgeschichte gerade noch zu vermeiden.

Relegations-Drama, Teil zwei

In der Spielzeit 2014/2015 droht erneut der Absturz in die Zweitklassigkeit. Nach einem 1:1 im Relegations-Hinspiel in Hamburg rettet sich der Dino in einer dramatischen Rückpartie beim Karlsruher SC mit einem 2:1 nach Verlängerung und gehört damit auch in der 53. Bundesliga-Saison zu den 18 Erstligisten. Marcelo Diaz schießt den HSV in der 90. Minute in die Nachspielzeit, Nicolai Müller avanciert in der 115. Minute zum Retter.

Von 1964 bis 2014: Die HSV-Bilanz in der Bundesliga

Credits

HSV: 52 Jahre Bundesliga

 

Credits

Bettina Lenner
David Paschold
Sebastian Ragoß

Vielen Dank an:
NDR Sportclub
NDR 2 Bundesligashow
Hamburg Journal

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