Stand: 19.09.2015 16:07 Uhr

Eilers reißt den VfL aus allen Träumen

von Thomas Luerweg, NDR.de
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Machte mit zwei Treffern den Erfolg für die Sachsen perfekt: Dynamo-Goalgetter Justin Eilers.

Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hat am Sonnabend eine bittere Niederlage bei Spitzenreiter Dynamo Dresden einstecken müssen. Die Mannschaft von Trainer Joe Enochs verlor nach einer starken Leistung und einem Last-Minute-Tor von Dynamo-Goalgetter Justin Eilers mit 1:2 (1:1). Für die Niedersachsen war es die zweite Pleite innerhalb von fünf Tagen, Dresden holte im fünften Heimspiel den fünften Sieg. Das überlegene Team der Dritten Liga schnürte den VfL über weite Phasen in der eigenen Hälfte ein und hatte in Eilers den entscheidenden Akteur in seinen Reihen.

Frühe Druckphase von Dynamo

Enochs vertraute bis auf eine Änderung der Startelf, die am Dienstag beim 1. FC Magdeburg ein vermeidbares 0:3 hatte hinnehmen müssen: Anstelle von Massimo Ornatelli rückte Lars Bleker ins rechte offensive Mittelfeld. Enochs hatte angekündigt, "offensiv zu verteidigen", um den Gastgebern die Lust am Spielen zu nehmen. Das funktionierte nur bis zur fünften Minute: Nach einem Patzer von Linksverteidiger Alexander Dercho zog Eilers aus 15 Metern ab, doch VfL-Keeper Marvin Schwäbe wehrte den Ball stark mit dem Fuß ab. Drei Minuten später köpfte Dresdens Innenverteidiger Michael Hefele nach einer Ecke knapp neben den Kasten - auch das hätte die Führung sein können. In dieser frühen Druckphase der Hausherren forderten die Anhänger der Schwarz-Gelben unter den 26.368 Zuschauern nach elf Minuten einen Strafstoß: Der erst 20-Jährige Schwäbe spielte den Ball am eigenen Strafraum Eilers direkt in die Füße, der auf Aias Aosman passte. Der Deutsch-Syrer sank nach einem Stoß theatralisch zu Boden, Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Ecke statt auf Elfmeter.

Alvarez gleicht vor der Pause aus

Die Proteste auf den Rängen schlugen schnell in Torjubel um, denn nach dem Eckball kam Eilers aus fünf Metern zum Kopfball und markierte mit seinem neunten Saisontor das verdiente 1:0 (13.). Danach kamen die Niedersachsen besser ist Spiel und durch Alexander Hohnstedt (15.) und Tobias Willers (30.) zu guten Schusschancen, die aber beide nicht nutzen konnten. Zweimal innerhalb von einer Minute hätte der frühere Osnabrücker Pascal Testroet fast auf 2:0 erhöht. Einmal kam er nach einem Schwäbe-Fehler nicht richtig an den Ball, dann zog er links am Tor vorbei (35.). Stattdessen fiel der Treffer auf der anderen Seite: Hohnstedt bediente auf links Halil Savran, der seinen Sturmpartner Marcos Alvarez perfekt in Szene setzte. Er traf aus elf Metern zum 1:1 (37.) - zu diesem Zeitpunkt überraschend. So ging das Enochs-Team nach turbulenten 45 Minuten mit einem etwas schmeichelhaften Remis in die Pause.

Eilers macht Dynamo-Sieg perfekt

9.Spieltag, 19.09.2015 14:00 Uhr

  • D. Dresden
  • 2:1


  • VfL Osnabrück

Tore: 1:0 Eilers (13.) 1:1 Alvarez (37.) 2:1 Eilers (90.+3)
D. Dresden: Blaswich - Fa. Müller, Modica, Hefele, Teixeira - Lambertz (85. J.-P. Müller), Mar. Hartmann - Eilers, Aosman (68. Väyrynen), Stefaniak - Testroet (90.+3 Ja. Müller)
VfL Osnabrück: Schwäbe - Bleker (65. Ornatelli), Pisot, Willers, Dercho - K. Falkenberg, C. Groß, Syhre, Hohnstedt (87. Odenthal) - Alvarez, Savran
Zuschauer: 26368

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Wechsel machten die Sachsen sofort klar, dass sie die Verhältnisse zurechtrücken wollten: Schwäbe brachte nach einem Hefele-Kopfball das Spielgerät nicht unter Kontrolle, der nachstochernde Testroet hätte um ein Haar Erfolg gehabt (48.). Zwei Minuten später lief er zur Grundlinie durch und brachte die Kugel zu Nils Teixeira, dessen Schuss Schwäbe toll parierte. Ein Alvarez-Freistoß brachte nur kurz Entlastung (53.), danach entfaltete Dynamo eine Menge Druck nach vorn: Eilers traf nach einem starken Heber die Latte (61.), auch Teixeira hätte aus der Ferne die erneute Führung erzielen können, verzog aber knapp (65.). Enochs brachte Ornatelli, doch Dresden blieb am Drücker: Testroet verzog knapp per Kopf (73.) und verstolperte drei Minuten später. Die Sachsen ließen beste Chancen liegen, im Stadion machte sich Unmut breit. Mit Glück und Geschick verteidigte der VfL das Remis - bis zur dritten Minute der Nachspielzeit: Mit seinem zehnten Saisontreffer machte Eilers den letztlich verdienten Erfolg der drückend überlegenen Gastgeber perfekt. Die rund 200 mitgereisten Osnabrücker traten mit hängenden Köpfen die Heimreise an.

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