Stand: 19.03.2016 16:10 Uhr

Verrücktes Ostduell: Hansa erkämpft Punkt in Dresden

von Bettina Lenner, NDR.de

Drittligist Hansa Rostock hat in einem verrückten Traditionsduell bei Dynamo Dresden einen Punkt erkämpft. Die Mannschaft von Christian Brand zeigte am Sonnabend im Gastspiel beim souveränen Tabellenführer den vom Coach geforderten "mutigen Auftritt" und glich zweimal einen Rückstand aus. Das 2:2 (1:0) wird die Sachsen, die zum dritten Mal in Folge remis spielten, auf dem Weg in die Zweite Liga kaum stoppen. Rostock heimste jedoch einen überaus wichtigen Zähler für die Tabelle und die Moral ein.

Die Rostocker versteckten sich vor rund 29.000 Zuschauern im ausverkauften Dresdner Stadion - darunter 2.000 Hansa-Anhänger - von Beginn an nicht und verbuchten schon nach drei Minuten eine Riesenchance: Stephan Andrist war auf der rechten Seite frei durch, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel am Pfosten. Tobias Jänickes Nachschuss landete in den Armen von Dynamo-Schlussmann Janis Blaswich. Auf der anderen Seite versuchte kurz darauf Andreas Lambertz aus rund 16 Metern mit einem Seitfallzieher sein Glück, der Ball flog aber am Tor vorbei.

Eilers mit einem Geniestreich zum 1:0

Der Spitzenreiter zog seinen gefürchteten Kombinationsfußball auf, hatte mehr Ballbesitz und spielte schnell nach vorn. Doch die Gäste standen hinten kompakt, waren aggressiv in den Zweikämpfen und über Konter gefährlich. Möglichkeiten gab es hüben wie drüben, die Führung für die Hausherren erzielte Justin Eilers dann aber aus beinahe aussichtsloser Position: Marvin Stefaniak flankte von der linken Seite, Hansa-Verteidiger Christian Dorda spitzelte den Ball in Richtung Torauslinie. Doch Eilers erlief ihn noch und vollstreckte aus spitzem Winkel mit der Hacke durch die Beine von Keeper Marcel Schuhen - ein Geniestreich und das 18. Saisontor des Dynamo-Torjägers (28.), der sich damit zum zweiten Mal in Folge um das "Tor des Monats" bewerben dürfte.

Der FC Hansa zeigte sich allerdings kaum geschockt und meldete sich umgehend zurück: Ronny Garbuschewski zog aus 30 Metern ab und zwang Blaswich zu einer Glanzparade. Die Begegnung blieb unterhaltsam, mit einem Chancenplus für Dresden. In der 37. Minute ging Eilers beim Laufduell mit Maximilian Ahlschwede im Strafraum zu Boden und forderte einen Elfmeter. Schiedsrichter Michael Weiner sah das jedoch anders - eine vertretbare Entscheidung.

FC Hansa mit großem Einsatz

31.Spieltag, 19.03.2016 14:00 Uhr

  • D. Dresden
  • 2:2


  • Hansa Rostock

Tore: 1:0 Eilers (28.) 1:1 Hartmann (82., Eigentor) 2:1 Andrich (87.) 2:2 Ahlschwede (90.)
D. Dresden: Blaswich - Kreuzer, Modica, Hefele, Holthaus - Lambertz (66. J. Müller), Hartmann - Eilers, Aosman (77. Andrich), Stefaniak - Testroet (85. Kutschke)
Hansa Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, M. Hoffmann, Dorda - Erdmann - Andrist, Garbuschewski (68. Lukowicz), Gardawski, Jänicke (46. Wannenwetsch) - Platje (68. Youssef)
Zuschauer: 28622

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Seitenwechsel machte Dynamo weiter Druck, Hansa hielt dagegen, wenn auch nicht mehr so couragiert wie im ersten Abschnitt. Eine Schrecksekunde erlebten die Rostocker in der 53. Minute, als Matthias Henn bei einer Abwehraktion einen Flugkopfball um ein Haar ins eigene Tor beförderte. Brand setzte alles auf eine Karte, brachte mit Maik Lukowicz und Christer Youssef zwei frische Offensivkräfte für Garbuschewski und Melvin Platje (67.). Die nächste Möglichkeit verbuchte jedoch kurz darauf erneut Eilers; Ahlschwede bekam aber noch einen Fuß dazwischen. Die Mecklenburger stemmten sich gegen die drohende Niederlage und wurden schließlich für ihren großen Einsatz belohnt: Dresdens Defensivspezialist Marco Hartmann, dem nach einer Ecke die Sicht versperrt war, köpfte den Ball ins eigene Netz - der Ausgleich (82.).

Schluss war aber noch lange nicht: Dynamo holte sich drei Minuten vor dem Abpfiff die Führung zurück, der eingewechselte Robert Andrich schob freistehend ins lange Eck ein. Die Entscheidung? Mitnichten. Ahlschwede wurde in der 90. Minute nicht angegriffen und zog kurz vor dem Strafraum ab, wiederum Pechvogel Hartmann fälschte den Schuss noch ab. Das 2:2 und der Endstand in einer Partie, in der Rostock keineswegs wie ein Abstiegskandidat auftrat.

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