Stand: 20.05.2017 18:34 Uhr

Waldschmidt rettet den HSV - Wolfsburg in der Relegation

von Matthias Heidrich, NDR.de
Der umzingelte Retter: Luca Waldschmidt (r.) köpfte den HSV zum Sieg und Klassenerhalt.

Riesenjubel beim HSV, unendliche Enttäuschung beim VfL Wolfsburg: Bis zur 88. Spielminute des Nordduells am letzten Bundesliga-Spieltag hatten die Niedersachsen den direkten Klassenerhalt sicher. Dann trat Youngster Luca Waldschmidt auf den Plan und köpfte mit seinem ersten Saisontor den Hamburger SV zum 2:1 (1:1)-Sieg. Damit haben es die Hanseaten nach einem miserablen Start (vier Punkte nach zwölf Spielen) in einem Herzschlagfinale doch noch auf Rang 14 geschafft, während die Wolfsburger als Tabellen-16. in die Relegation müssen. "Das ist einfach geil. Alle zusammen haben wir das Ding heute geholt. Heute ist Schlafverbot", sagte der Matchwinner dem NDR. Sein Trainer Markus Gisdol war einfach nur fertig: "Ich bin total leer, ausgepresst wie eine Zitrone und einfach nur froh, dass wir es geschafft haben."

In den Entscheidungsspielen geht es für die Wolfsburger gegen den Dritten der Zweiten Liga, sehr wahrscheinlich gegen den Nachbarn aus Braunschweig. Dabei hat der Bundesligist am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) Heimrecht. Das Rückspiel wird am Montag, den 29. Mai (20.30 Uhr / beide im NDR Livecenter) angepfiffen.

Knoche bringt das Volksparkstadion zum Schweigen

34.Spieltag, 20.05.2017 15:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 2:1


  • VfL Wolfsburg

Tore: 0:1 Knoche (23.) 1:1 Kostic (32.) 2:1 L. Waldschmidt (88.)
Hamburger SV: Mathenia - Sakai, K. Papadopoulos, Mavraj, Ostrzolek - Ekdal (71. Jatta), G. Jung - N. Müller (64. Gregoritsch), L. Holtby (86. L. Waldschmidt), Kostic - Wood
VfL Wolfsburg: Casteels - S. Jung (76. Osimhen), Knoche, Wollscheid, Gerhardt - Luiz Gustavo, Guilavogui - Blaszczykowski (46. Vieirinha), Malli (84. Arnold), Ntep - Gomez
Zuschauer: 57000

Weitere Daten zum Spiel

Die Hamburger, wieder mit den Langzeitverletzten Nicolai Müller und Albin Ekdal in der Startelf, traten genauso verunsichert auf wie in den vergangenen Wochen. Kaum ein Pass fand den Mitspieler. Auch die langen Bälle auf Bobby Wood waren für die Wolfsburger leicht zu verteidigen. Der VfL wollte sich auf das Remis, das zum Klassenerhalt reichen würde, nicht verlassen. Die Niedersachsen spielten munter nach vorne, beherrschten die Hamburger in der Anfangsphase. Mario Gomez hätte die Weichen beinahe schon nach zehn Minuten auf Auswärtssieg gestellt. Der VfL-Toptorjäger zog vom Strafraumeck aus der Drehung ab, während Mergim Mavraj und Matthias Ostrzolek nur zuschauten. Gut für den HSV, dass Torwart Christian Mathenia eine bärenstarke Parade auspackte und den Schuss um den Pfosten lenkte.

Der Hamburger Schlussmann war ebenfalls auf dem Posten, als er einen strammen Fernschuss von Jakub Blaszczykowski spät sah, aber mit einem tollen Reflex gerade noch über die Latte bugsierte (22.). Eine Minute später war das Glück des HSV allerdings aufgebraucht und Mathenia machtlos: Sebastian Jung konnte ungehindert flanken, Ekdal verlor Robin Knoche aus den Augen und der VfL-Innenverteidiger köpfte zum hochverdienten 1:0 für die Gäste ein. Frenetischer Jubel im Wolfsburger Fanblock, Schockstarre im restlichen Volksparkstadion.

Wollscheid patzt - Kostic trifft für den HSV

Die HSV-Profis wirkten ratlos und ebenfalls geschockt. Zwei Tore benötigten sie nun. Gut, dass ihnen die Wolfsburger kurze Zeit später eines mehr oder weniger schenkten. Philipp Wollscheid bekam den Ball nicht weg, Lewis Holtby schaltete schnell und bediente Filip Kostic, der trocken zum Ausgleich traf (32.). Nach dem 1:1 traten die Hamburger selbstbewusster auf. Die Riesenchance vor der Pause zur Führung hatten trotzdem die Wolfsburger. Auf einmal war Yunus Malli frei durch, als die Abstimmung in der HSV-Abwehr nicht stimmte. Doch Malli setzte den Ball am linken Pfosten vorbei (45.+2).

Waldschmidt macht's

Die zweiten 45 Minuten gestalteten sich von Beginn an ausgeglichener. Wolfsburg agierte zurückhaltender und der HSV war besser im Spiel. Hochklassige Aktionen wurden den 57.000 Zuschauern zwar selten geboten, doch das war auch nicht zu erwarten. Der VfL ging auf Konter, spielte diese aber nicht gut aus. Glück für die Gastgeber, dass Paul-Georges Nteps Pass auf Mario Gomez in der 67. Minute misslang. Gisdol musste etwas tun und wechselte den offensiven Bakery Jatta für "Sechser" Ekdal ein (70.). Seine Elf blies zur Schlussoffensive, mobilisierte die letzten Reserven. Und Gisdol brachte in der 86. Minute mit Luca Waldschmidt den nächsten Angreifer - ein Glücksgriff. Zwei Minuten später fand eine Flanke von Kostic Waldschmidt, der das 2:1 für den HSV köpfte und für einen kollektiven Jubelrausch im Volksparkstadion sorgte. In der vierminütigen Nachspielzeit rettete Mathenia gegen Maximilian Arnold mit einer Parade den Sieg.

Jonker: "Wir müssen und werden das hinkriegen"

Als der Schlusspfiff endlich ertönte, sanken die Hamburger Profis zu Boden und konnten ihr Glück kaum fassen. Die Fans des Bundesliga-Dinos stürmten den Rasen und feierten ihre Mannschaft ausgelassen. Am Rande der Hamburger Jubeltraube schlichen die Wolfsburger in die Kabine. Die VfL-Spieler konnten es ebenso wenig fassen, dass sie in den letzten Minuten den sicheren Klassenerhalt noch hergeschenkt hatten. Trainer Andries Jonker gab sich direkt nach dem Rückschlag kämpferisch. "Wir müssen und werden das hinkriegen", sagte der Niederländer dem NDR.

Einzelkritik: VfL besser - dann kam Waldschmidt

 

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.05.2017 | 22:35 Uhr

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