Stand: 16.01.2016 12:03 Uhr

Werder "hochzufrieden" trotz "vieler Defizite"

von Mats Nickelsen, NDR Hörfunk

Im Regnum Carya in Belek wurde im November über die Weltwirtschaft und den Klimaschutz diskutiert. In den vergangenen Tagen ging es in dem Luxushotel dann darum, wie man es wohl schafft, in der ersten Fußball-Bundesliga zu bleiben. Genau wie beim G20-Gipfel gab es auch nach Ende des Bremer Trainingslagers nur wenige handfeste Ergebnisse, sondern eher die gefühlten Eindrücke. Trainer Viktor Skripnik ist mit dem Verlauf des Belek-Aufenthaltes "hochzufrieden" - attestierte seinem Team trotzdem "viele Defizite".

Der Werder-Kader für die Saison 2015/2016

Pizarro und Junuzovic endlich fit

Die neun Tage von Belek haben Werder gute und weniger gute Erkenntnisse gebracht. Die guten zuerst: Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass der ein oder andere wichtige Werder-Profi besser in Form ist, als in der Hinrunde. Sturm-Oldie Claudio Pizarro zum Beispiel machte im Training einen starken Eindruck, nach eigener Aussage ist er endlich richtig fit. Im vorletzten Test gegen Baku (1:0) erzielte der 37-Jjährige den Siegtreffer. Der Peruaner will in der Rückrunde öfter von Beginn an ran und soll zudem Werders Elfmeter schießen. Auch Werders Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic ist nach einer schwierigen Hinrunde mit Formkrise, Krankheit und Verletzung wieder voll dabei. "So gut wie jetzt habe ich mich in der halben Hinrunde nicht gefühlt", sagte der Österreicher den mitgereisten Journalisten.

Morris und Kleinheisler in der Warteschleife

Viel Pech hatte dagegen mal wieder Philipp Bargfrede. Er musste mit Achillessehnenproblemen abreisen. Trainer Skripnik aber hofft, dass er bis zum Spiel auf Schalke wieder fit ist. Sowieso ist das Thema "Personal" ein besonderes bei Werder in diesem Winter. Die Verantwortlichen haben sich klar positioniert: die Spieler, die es in der Hinrunde verbockt haben, sollen es nun richten. Prominente Neuzugänge wird es nicht geben. Die Namen der beiden Testspieler Jordan Morris (USA) und László Kleinheisler (Ungarn) hatte kein Werder-Fan je zuvor gehört. Beide hatten in Belek durchaus gute Momente, ob Werder einen oder gar beide verpflichtet, steht aber noch nicht fest. Während die Konkurrenz im Kampf um den Abstieg fleißig neue Spieler verpflichtet, hält Werder die Füße still. Es ist und bleibt eine riskante Taktik.

Fest steht seit den Tagen von Belek zudem, dass Kapitän Clemens Fritz im Sommer seine Karriere beenden wird. Zu Beginn des Trainingslagers teilte Geschäftsführer Thomas Eichin noch mit, dass er in Belek sicher nicht Fritz über die Zukunft sprechen werde. Am vorletzten Tag verkündete Fritz seine Entscheidung dann plötzlich doch. "Es war wichtig, das noch vor Rückrundenbeginn zu tun, damit wir uns voll auf den Fußball konzentrieren können", sagte ein entspannter und gelöster Fritz.

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Nur eine Testspielniederlage

Die Bremer Testspielbilanz aus Belek ist ordentlich, Werder hat von den fünf Tests nur einen verloren und peinliche Negativschlagzeilen vermieden. Insgesamt war es ein gutes Trainingslager für die Bremer. Pizarro verspricht, dass "wir mit allem was wir haben, versuchen, aus der Situation rauszukommen“. Und sollte der Klassenerhalt gesichert werden, könnte Werder auch im kommenden Jahr wieder ins Regnum Carya nach Belek reisen. Aber auch wirklich nur dann. Denn ein Zweitligist im G20-Hotel - das ist irgendwie ziemlich schwer vorstellbar.

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