Stand: 11.03.2016 14:11 Uhr

Geldstrafe für Werders "Gelbsünder"

Pause in München, mehr nicht: Zlatko Junuzovic (l.) und Clemens Fritz

Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz von Fußball-Bundesligist Werder Bremen müssen wegen ihrer vermutlich absichtlich eingehandelten Gelben Karten keine zusätzliche Sperre absitzen, aber eine Geldstrafe in Höhe von jeweils 20.000 Euro zahlen. Diese Entscheidung traf am Freitag das DFB-Sportgericht in Frankfurt am Main unter dem Vorsitz von Richter Hans E. Lorenz und entsprach damit dem Antrag von DFB-Chefankläger Anton Nachreiner.

Duo fehlt am Sonnabend bei den Bayern

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Junuzovic hatte beim 4:1-Sieg gegen Hannover 96 am vergangenen Sonnabend in der Schlussphase seine fünfte Gelbe Karte gesehen, Fritz seine zehnte. Damit fallen beide für die Begegnung beim Tabellenführer FC Bayern München (Sonnabend, 18.30 Uhr) aus. In Stürmerstar Claudio Pizarro und Fin Bartels fehlen Trainer Viktor Skripnik am Wochenende zwei weitere Leistungsträger. Junuzovic hatte nach der Partie erklärt, er hätte sich die Verwarnung wegen Zeitspiels absichtlich eingehandelt, damit er nicht später in einem Duell mit einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf fehle. Einen Tag später hatte er diese Aussage in einem Interview auf der Werder-Website wieder relativiert.

Junuzovic zeigt Einsicht

Am Freitag gab sich Junuzovic einsichtig. "Es tut mir leid, wenn ich unsportlich agiert habe", sagte der Österreicher in der nicht einmal halbstündigen Verhandlung und verwies auf die emotionale Situation nach dem 4:1-Sieg gegen Hannover und seine Aussagen vor den Fernsehkameras: "Das Interview, das ist auch in einer Art und Weise menschlich. Ich war einfach geflasht von all den positiven Sachen." Als Geständnis wertete Lorenz auch die Worte von Kapitän Fritz: "Um ehrlich zu ein: Es gibt sicherlich schlechtere Spiele, als gegen Bayern auszufallen."

"Auch uns ist bekannt, dass man sich in der Bundesliga schon mal eine Gelbe Karte abholt, wenn die Schwiegermutter Geburtstag hat oder wenn man Nachwuchs erwartet oder einem die Busreise zum nächsten Spiel zu weit vorkommt." DFB-Richter Hans E. Lorenz

Einer Sperre nur knapp entgangen

Die Geständnisse wirkten strafmildernd, wie Lorenz betonte. "Die Strafe soll Abschreckungscharakter haben und wir erhoffen uns eine Signalwirkung. Durch ihr Geständnis heute sind die beiden gerade noch von der Klinge gesprungen." Der DFB-Richter warnte zugleich Nachahmungstäter, dass sie mit Sperren zu rechnen haben.

Eine ähnliche Debatte hatte es vor vier Wochen gegeben, als sich gleich fünf Spieler von Darmstadt 98 gegen Bayer Leverkusen eine Gelbsperre eingehandelt und anschließend bei den Bayern gefehlt hatten. Auch in diesem Fall gab es Ermittlungen, wie Lorenz bestätigte. Da sich aber kein Darmstädter Profi öffentlich geäußert hatte, konnte der Nachweis der Unsportlichkeit nicht erbracht werden.