Stand: 02.03.2016 21:49 Uhr

Pizarro schießt Werder zum Sieg bei Bayer

von Thomas Luerweg, NDR.de

Erleichterung pur bei Werder Bremen: Der Fußball-Bundesligist hat am Mittwoch innerhalb von drei Wochen zum zweiten Mal bei Bayer Leverkusen gewonnen. Die Mannschaft des in die Kritik geratenen Trainers Viktor Skripnik siegte im Rheinland völlig verdient mit 4:1 (1:0) und war damit ebenso erfolgreich wie zuvor beim 3:1-Erfolg im Pokalviertelfinale. Damit verschaffte vor allem der dreifache Torschütze Claudio Pizarro Team und Coach die herbeigesehnte Luft im Abstiegskampf. Der Peruaner sprach bei NDR 2 von einem "wichtigen Sieg".

Pizarro-Party: Werder wirbelt "Werkself" auf

Sportdirektor Schröder geht nach Mainz

Eine Entscheidung über Skripniks Zukunft ist vertagt, anders als in der Personalie Rouven Schröder: Der Wechsel von Bremens Sportdirektor zum Bundesliga-Rivalen FSV Mainz 05 ist perfekt. Man habe sich mit Werder auf eine sofortige Freigabe für den 40-Jährigen verständigt, der damit Nachfolger des künftigen Schalker Managers Christian Heidel wird, teilten die Mainzer mit. Für Schröder dürfte eine Ablösesumme im niedrigen sechsstelligen Bereich fällig werden. "Wir haben in den vergangenen Tagen eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden", so Werder-Manager Thomas Eichin.

Bartels lässt Werder früh jubeln

24.Spieltag, 02.03.2016 20:00 Uhr

  • B. Leverkusen
  • 1:4


  • Werder Bremen

Tore: 0:1 Bartels (5.) 0:2 Pizarro (55.) 0:3 Pizarro (64., Foulelfmeter) 1:3 Djilobodji (69., Eigentor) 1:4 Pizarro (83.)
B. Leverkusen: Leno - Hilbert (76. Henrichs), Jedvaj, Ramalho, Wendell - Calhanoglu, Kramer - Bellarabi, Brandt (46. Kruse), Mehmedi - Chicharito (86. Frey)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia - Grillitsch - Öztunali, Fritz (88. Kleinheisler), Junuzovic, Bartels (61. Veljkovic) - Pizarro (84. Ujah)
Zuschauer: 25506

Weitere Daten zum Spiel

Skripnik nahm gegenüber dem 2:2 gegen Darmstadt zwei Änderungen in seiner Startelf vor: Der von einer Sprunggelenksverletzung genesene Kapitän Clemens Fritz kam zusammen mit Levin Öztunali im Mittelfeld zum Einsatz. Die Norddeutschen demonstrierten gleich, dass sie zur Arbeitsplatzsicherung ihres Übungsleiters beitragen wollten: Zlatko Junuzovic schlug einen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum, Papy Djilobodji legte für Fin Bartels ab und der Mittelfeldmann traf aus 13 Metern volley zur frühen Führung (5.). Danach versteckten sich die Kellerkinder keineswegs und erarbeiteten sich vor allem durch den quirligen Öztunali immer wieder gute Szenen.

Nach 18 Minuten setzte sich die Leverkusen-Leihgabe am rechten Flügel durch, doch seine scharfe Flanke von rechts wurde zur Ecke abgelenkt. Direkt danach vergab Werders Linksverteidiger Santiago Garcia aus sieben Metern. Der Europa-League-Teilnehmer hatte den Bremer Kontern nichts Zwingendes entgegenzusetzen: Die Werkself, bei der ein weiteres Mal Assistenztrainer Markus Krösche für seinen gesperrten Chef Roger Schmidt auf der Bank saß, agierte harmlos. Nicht einen Torschuss brachten die Rheinländer vor der Pause zustande und wurden mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet.

Cooler Pizarro sorgt für die Entscheidung

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Claudio Pizarro spielt seit 1999 in der Bundesliga. Der Peruaner gewann unzählige Vereinstitel und hat die meisten Bundesliga-Tore als ausländischer Profi vorzuweisen. Seine Karriere in Bildern. Bildergalerie

In den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel wollte Bayer das Blatt mit aller Macht wenden. Hakan Calhanoglu (49.), Wendell (52.), Chicharito (53.) und Karim Bellarabi (53.) holten kurz nach dem Wechsel die Torschüsse eins bis vier nach. Der nächste Treffer fiel aber auf der anderen Seite: Nach einem Abwehrschnitzer von Roberto Hilbert zeigte Werders Sturm-Ikone Pizarro seine ganze Klasse: Er eroberte den Ball und ließ Schlussmann Bernd Leno mit einem Lupfer keine Chance (55.). Leverkusen hielt mit einem Chicharito-Schuss dagegen (56.), doch die Bremer machten den Sack zu: Wendell foulte in Leverkusens Strafraum Junuzovic - den fälligen Strafstoß verwandelte wieder Pizarro (65.).

99. Tor im Werder-Dress

Der Peruaner legte aber noch einmal nach: Mit seinem dritten Treffer (dem zehnten Saisontor, gleichzeitig das 99. im Werder-Dress) sorgte der Stürmer dann auch für den Endstand: Per Kopf traf er nach einer Ecke zum 4:1 (83.). Da fiel das Eigentor von Djilobodji, das für das zwischenzeitliche 1:3 gesorgt hatte (69.), nicht weiter ins Gewicht. Erleichterte Bremer fielen sich nach dem Schlusspfiff in die Arme, die stark ersatzgeschwächten Leverkusener mussten sich Unmutsbekundungen ihrer Fans anhören. Zehn starke Minuten reichten nicht, um clevere Bremer zu gefährden.

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