Stand: 05.03.2016 20:32 Uhr

Feiertag für Werder - Hannover liegt am Boden

von Sebastian Ragoß, NDR.de
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Claudio Pizarro (2.v.r.) trifft gegen Hannover.

Ein weiterer Befreiungsschlag für Werder Bremen und eine bittere Rückkehr für Thomas Schaaf ins Weserstadion: Die Hanseaten gewannen am Sonnabend das Nordduell gegen Hannover 96 mit 4:1 (2:1) und verschafften sich durch den zweiten Sieg in Folge weiter Luft im Abstiegskampf. Die Diskussionen um die Zukunft von Trainer Viktor Skripnik dürften damit erst einmal beendet sein. "Wir haben endlich zu Hause gewonnen. Das ist eine gute Sache für uns", sagte Skripnik NDR 2. Für die "Roten" wird die Lage hingegen immer aussichtsloser. Sie brauchen in den verbleibenden neun Partien schon ein kleines Wunder, um doch noch den Bundesliga-Klassenerhalt zu schaffen. 96-Käpitän Christian Schulz bilanzierte enttäuscht: "Wir probieren es weiter, aber so geht es nicht".

4:1 gegen Hannover - Werder weiter furios

Pizarro erzielt Treffer Nummer 100 für Bremen

25.Spieltag, 05.03.2016 15:30 Uhr

  • Werder Bremen
  • 4:1


  • Hannover 96

Tore: 1:0 Bartels (18.) 2:0 Pizarro (26.) 2:1 Karaman (45.) 3:1 Gebre Selassie (56.) 4:1 Junuzovic (67.)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia (86. U. Garcia) - Grillitsch, Fritz (72. Veljkovic) - Öztunali (83. Lorenzen), Junuzovic, Bartels - Pizarro
Hannover 96: Zieler - Sakai, Milosevic, C. Schulz, Sorg - Gülselam, Sané - Karaman, Yamaguchi (36. Szalai), Fossum (81. Klaus) - Kiyotake
Zuschauer: 42100

Weitere Daten zum Spiel

Wie viel mitunter Selbstvertrauen ausmachen kann, demonstrierte Werder in der ersten halben Stunde. Wie beim 4:1-Erfolg in Leverkusen am vergangenen Mittwoch waren die Bremer offensiv, lauffreudig und zunächst klar überlegen. Schaaf hatte seine Elf ohne echten Stürmer aber mit einem massiven Mittelfeld aufgestellt. Dem Angriffswirbel der Gastgeber hatte 96 trotzdem nur wenig entgegenzusetzen. Levin Öztunali hatte schon in der siebten Minute nach schöner Einzelleistung eine gute Chance zur Führung. Die erspielten sich die Bremer dann mit einer tollen Kombination über die linke Seite. Claudio Pizarro legte elegant auf Santiago Garcia ab, Querpass auf Fin Bartels, der zum 1:0 einschob (18.). Acht Minuten später erzielte Pizarro seinen 100. Bundesliga-Treffer für Bremen: Der Peruaner lupfte den Ball über Schulz und Hiroki Sakai, ließ ihn einmal auftropfen und zimmerte ihn aus elf Metern unter die Latte. Ein Genuss für jeden Fußball-Fan, solange er nicht Anhänger von Hannover 96 ist.

96 hat nur kurz Hoffnung

Weitere Informationen

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Schaaf korrigierte schon in der 36. Minute seine taktische Ausrichtung und brachte Stürmer Adam Szalai für Mittelfeldspieler Hotaru Yamaguchi. Für neue Spannung sorgte aber Kenan Karaman, der die Werder-typische Abwehrschwäche nutzte und Sekunden vor dem Seitenwechsel nach einem Eckball den Anschlusstreffer markierte. Tatsächlich gab das Tor den Gästen Auftrieb, Karaman verzog aus guter Position (54.). Doch keine zwei Minuten später schlug Werder zum dritten Mal zu: Theodor Gebre Selassie spielte im Strafraum Doppelpass mit Pizarro und versenkte die Kugel trocken im 96-Tor (56.). Hannover ergab sich in sein Schicksal und ließ Werder munter weiterkombinieren. Zlatko Junuzovic erhöhte mit einem Volleyschuss aus 18 Metern auf 4:1 (67.). Grillitsch hätte sogar noch den fünften Treffer für die Hausherren erzielen müssen (82.).

Schaaf sieht eine vollkommen überforderte Mannschaft

Schaaf sah in seinem ehemaligen "Wohnzimmer" eine überforderte Mannschaft, die kein Bundesliga-Niveau hatte. Sein ehemaliger Spieler Skripnik darf sich hingegen als Gewinner der englischen Woche fühlen. Nach sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen gehören Trainerdiskussionen in Bremen zunächst der Vergangenheit an. Dass sich Kapitän Clemens Fritz und Junuzovic Gelb-Sperren einhandelten, dürfte Skripnik eher freuen als ärgern. Denn am kommenden Wochenende geht es zu den Bayern. Somit ist die Gefahr gebannt, dass Fritz oder Junuzovic gegen einen Gegner auf Augenhöhe fehlen.

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