Stand: 04.12.2017 22:21 Uhr

Braunschweig atmet nach 2:0 in Ingolstadt auf

von Hanno Bode, NDR.de
Steve Breitkreuz (l.) und Gustav Valsvik (r.) feierten mit dem BTSV einen Sieg in Ingolstadt.

Eintracht Braunschweig hat seine Ergebniskrise in der zweiten Fußball-Bundesliga mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg beim FC Ingolstadt beendet. Es war der erste dreifache Punktgewinn nach zuvor vier sieglosen Begegnungen. Suleiman Abdullahi (65.) und Hendrick Zuck (76.) trafen am Montagabend für die Niedersachsen. Durch den Erfolg hat der Tabellendritte der Vorsaison nun drei Zähler Vorsprung vor Relegationsplatz 16, den Darmstadt 98 belegt. Bitter für den BTSV: Kapitän Ken Reichel sah nach einer plumpen Schwalbe im FCI-Strafraum (26.) seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison und muss damit im Nordduell am kommenden Freitag mit Tabellenführer Holstein Kiel (18.30 Uhr, im Live-Ticker bei NDR.de) aussetzen.

BTSV sucht sein Heil in der Offensive

16.Spieltag, 04.12.2017 20:30 Uhr

  • FC Ingolstadt
  • 0:2


  • Braunschweig

Tore: 0:1 Abdullahi (65.) 0:2 Zuck (76.)
FC Ingolstadt: Nyland - Levels, Matip, Wahl, Gaus - Träsch - Morales (69. Leipertz), Cohen - Pledl (69. Lezcano), Kutschke, Kittel
Braunschweig: Fejzic - Kijewski, S. Breitkreuz, Valsvik, K. Reichel - Samson - Zuck, Hochscheidt (83. Nkansah), Khelifi (46. Moll) - Abdullahi, Hernández (77. Ö. Yildirim)
Zuschauer: 8714

Weitere Daten zum Spiel

Die Eintracht hatte zunächst eine Schrecksekunde zu überstehen, als der frühere Kieler Hauke Wahl nach Ingolstadts erstem Angriff zum Abschluss kam und nur ganz knapp das Ziel verfehlte (1.). Beeindruckt oder verängstigt zeigte sich Braunschweig aber keineswegs. Die "Löwen" ließen den Worten ihres Trainers Torsten Lieberknecht ("Wir wollen nicht nur verteidigen") Taten folgen und suchten ihr Heil in der Offensive. Der Gast verteidigte in den ersten 20 Minuten sehr hoch und kam zu einigen Ballgewinnen in der Hälfte der "Schanzer". Auch das Umschaltspiel des BTSV war durchaus passabel. Weil die Niedersachsen aber entweder den richtigen Zeitpunkt für den finalen Pass verpassten oder im letzten Moment vom FCI an einem gescheiten Zuspiel gehindert wurden, hatten zwingende Offensiv-Aktionen der Eintracht in Durchgang eins Seltenheitswert. Ein Schlenzer von Salim Khelifi neben das Gehäuse (4.) sowie ein Freistoß von Jan Hochscheidt, den Schlussmann Örjan Nyland um den Pfosten lenkte (8.), waren die einzigen nennenswerten Braunschweiger Abschlüsse in den ersten 45 Minuten.

Fejzic verhindert Halbzeit-Rückstand

Auch die Hausherren taten sich nach besagter frühen Gelegenheit von Wahl schwer, Chancen zu kreieren. Erst ab Mitte des ersten Abschnitts gewannen die Bayern im Spielaufbau an Sicherheit. Sie kombinierten nun etwas flüssiger und fanden hin und wieder ein paar kleine Lücken im Eintracht-Defensivverbund. Almog Cohen besaß nach Vorarbeit von Stefan Kutschke die große Möglichkeit zum 1:0, scheiterte aber am glänzend reagierenden Keeper Jasmin Fejzic (33.). Kurz vor der Pause bewahrte der 31-Jährige seine Elf das zweite Mal vor dem Rückstand, als er einen Kutschke-Kopfball parierte (44.).

Abdullahi macht den Unterschied

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Suleiman Abdullahi (M.) erzielte das 1:0 und bereite den zweiten Treffer vor.

Der ehemalige Wolfsburger besaß auch die erste Chance nach dem Seitenwechsel. Diesmal verzog der Ingolstädter Torjäger aus elf Metern etwas überhastet (47.). Obgleich Lieberknecht zur zweiten Hälfte in Quirin Moll einen defensiven Mittelfeldspieler für Flügelflitzer Khelifi eingewechselt hatte, gelang es den Niedersachsen zunächst nicht, die Angriffe der Hausherren zeitiger zu unterbinden. Der BTSV hatte Fortune, dass es dem FCI in vorderster Front an Entschlossenheit und Abgeklärtheit mangelte. Die "Löwen" überstanden die Druckphase des Bundesliga-Absteigers und gingen dann wie aus heiterem Himmel in Führung: Steve Breitkreuz verlängerte einen Freistoß von Hochscheidt per Kopf zu Abdullahi, der die Kugel im Fallen in die Maschen bugsierte. Auch am zweiten "Löwen"-Treffer war der 20 Jahre alte Nigerianer maßgeblich beteiligt. Er setzte sich an der Torauslinie gegen Wahl durch und flankte halbhoch auf Zuck, der per Seitfallzieher erfolgreich war.

Der FCI blieb im Anschluss eine Antwort schuldig. Die ob des Doppelschlags sichtlich geschockten Bayern fanden keine Lösungen mehr, Braunschweigs nun wieder sehr kompakte Defensive auseinanderzuziehen, sodass der vierte Saisonsieg des Lieberknecht-Teams nicht mehr in Gefahr geriet. "Heute ist ein Stück weit das Glück zurückgekommen", freute sich der Coach im "Sky"-Interview.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 04.12.2017 | 22:40 Uhr

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