Stand: 22.09.2017 20:57 Uhr

Bittere Hansa-Pleite in einem hektischen Spiel

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der FC Hansa Rostock rutscht in der Dritten Liga immer weiter in eine Ergebnis-Krise. Nach den zwei schmeichelhaften Unentschieden gegen Werder II und Zwickau verloren die Mecklenburger am Freitagabend beim Tabellenführer SC Paderborn mit 1:2 (0:1). Erst in der 88. Minute musste die ebenbürtigen Mecklenburger den zweiten Gegentreffer hinnehmen und verloren zudem zwei Akteure durch Platzverweise.

Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Paderborn hatte etwas mehr Ballbesitz, doch die Rostocker machten die Räume geschickt eng und ließen kaum gefährliche Aktionen der Gastgeber zu. In der 30. Minute hatten die Hanseaten ein wenig Glück, als Dennis Srbeny zwei Meter vor dem Tor Oliver Hüsing anschoss. Kurze Zeit später war es allerdings passiert. Nach einer Ecke und Kopfballverlängerung von Srbeny stand Thomas Bertels am zweiten Pfosten vollkommen frei und stocherte den Ball zum 1:0 für die Paderborner ins Hansa-Tor (38.). Direkt nach Wiederanpfiff hätte Marcel Hilßner postwendend ausgleichen müssen. Nach einer verünglückten Flugkopfball-Rückgabe von Felix Herzenbruch stand der Rostocker frei vor SCP-Torwart Leopold Zingerle, verzog allerdings (39.). Die Dotchev-Elf drängte nun auf den Ausgleich, doch Willi Evseev und Hilßner vergaben in der 45. Minute gute Einschussmöglichkeiten.

Wannenwetsch gleicht für Hansa aus

Nach der Pause holten die Hanseaten das nach, was sie trotz guter Chancen in Hälfte eins "vergessen" hatten. Der starke Amaury Bischoff schickte Stefan Wannenwetsch mit einem überragenden Pass alleine auf die Reise. Der Mittelfeldmann machte eigentlich alles falsch, doch Zingerle verhielt sich auch nicht viel cleverer, so dass der Rostocker doch noch zum 1:1 einschieben konnte (53.). Ein Teilerfolg war beiden Mannschaften zu wenig, sowohl Hansa als auch Paderborn spielten weiter nach vorne. In der 67. Minute hatten die Mecklenburger Glück, dass der sehenswerte Sololauf von Marlon Ritter nicht von Erfolg gekrönt war.

Srbenys individuelle Klasse entscheidet das Spiel

10.Spieltag, 22.09.2017 19:00 Uhr

  • Paderborn 07
  • 2:1


  • Hansa Rostock

Tore: 1:0 Bertels (38.) 1:1 Wannenwetsch (53.) 2:1 Srbeny (88.)
Paderborn 07: Zingerle - Zolinski, Herzenbruch, Strohdiek, Boeder - Wassey (60. Ritter), Schonlau, Antwi-Adjej (81. Stingl), Krauße - Srbeny, S. Michel (64. Soyak)
Hansa Rostock: Blaswich - Holthaus, Hüsing, Nadeau, Riedel - Wannenwetsch (72. Alibaz), Hilßner - Bischoff (84. Owusu), Evseev (63. Benyamina), Br. Henning - Väyrynen
Zuschauer: 8970

Weitere Daten zum Spiel

Dotchev brachte derweil mit Soufian Benyamina für Evseev einen weiteren Angreifer in die Partie (64.). Dem Siegtreffer näher waren in der Schlussphase aber die Gastgeber. Einen Srbeny-Kopfball lenkte Janis Blaswich mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte (85.). Es wurde hitzig. Rostocks Bryan Henning flog mit Gelb-Rot vom Platz (86.). Dotchev war damit gar nicht einverstanden und wurde von Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) auf die Tribüne geschickt. Bitter für Hansa: In der 88. Minute war gegen die individuelle Klasse des Ex-Rostockers Srbeny nichts zu machen. Der beste Mann der Gastgeber ergrätschte sich am Strafraum der Mecklenburger den Ball und traf zum 2:1 ins lange Eck - unhaltbar für Blaswich. Anschließend wurde es unschön: Hansas Tim Väyrynen sah nach grobem Foulspiel Rot (90.+4), Paderborns Bertels (90.+5) wegen einer Tätlichkeit ebenfalls. Am Endergebnis änderte die Hektik nichts mehr.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.09.2017 | 14:00 Uhr

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