Stand: 13.08.2017 17:52 Uhr

DFB-Pokal: Hannover mühsam in Runde zwei

von Andreas Bellinger, NDR.de
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Einer der Besseren bei Hannover: Felix Klaus (l.) setzt sich gegen Bonns Daniel Somuah (r.) durch.

Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 hat mit allerhand Mühe die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Zu überzeugen wussten die Niedersachesen trotz des am Ende deutlichen 6:2 (1:1) gegen den Viertligisten Bonner SC allerdings nicht. Eine Woche vor dem Start in die Bundesliga-Saison hatten die "Roten", die auf ihre verletzten Stammkräfte Noah Joel Sarenren Bazee, Uffe Bech und Miiko Albornoz verzichten mussten, zwar die besseren Spielanteile. Doch vor dem Tor der Gastgeber blieb der Pokalsieger von 1992, der damals als einziger Zweitligist triumphierte, lange Zeit harmlos. Erst als Bonn die Kräfte schwanden wurde das Ergebnis durch die Tore von Niklas Füllkrug (34./74.), der die Führung durch Lars Lokotsch (20.) ausgeglichen hatte, Martin Harnik (60./90.+3) sowie Kenan Karaman (90.) und Sebastian Maier (90.+2) standesgemäß. Das schönste Tor des Tages erzielte am Sonntag vor 9.500 Zuschauern im ausverkauften Sportpark Nord der Bonner Nico Perrey per Hacke (83.).

Schrecksekunde für Tschauner

Fußball DFB-Pokal, 1. Runde

  • Bonner SC
  • 2:6


  • Hannover 96

Tore: 1:0 Lokotsch (20.) 1:1 Füllkrug (34.) 1:2 Harnik (60.) 1:3 Füllkrug (74.) 2:3 Perrey (83.) 2:4 Karaman (90.) 2:5 S. Maier (90.+2) 2:6 Harnik (90.+3)
Bonner SC: Monath - Dündar, Spinrath, Perrey, Omerbasic (82. J. Sobiech) - Somuah (59. Hirsch), D. Schumacher, Fillinger, Jesic - Lokotsch (72. Pranjes), Kaiser
Hannover 96: Tschauner - J. Korb, Salif Sané, Felipe, Ostrzolek (62. Karaman) - Anton, Schwegler (80. Bakalorz) - Klaus, Prib - Harnik, Füllkrug (76. S. Maier)
Zuschauer: 9500

Weitere Daten zum Spiel

Zufrieden konnte Hannovers Trainer André Breitenreiter aber nicht sein. Drei Neulinge hatte er bei strahlendem Sonnenschein in seiner Startelf aufgeboten: Julian Korb (Mönchengladbach) und Matthias Ostrzolek (HSV) in der Abwehr - Pirmin Schwegler (Hoffenheim) im defensiven Mittelfeld. Seinen Platz im Tor behauptete Philipp Tschauner, der den Konkurrenzkampf mit  Darmstadt-Zugang Michael Esser gewonnen hatte. Glücklich allerdings sah Hannovers Keeper beim Bonner Führungstreffer aus heiterem Himmel nicht aus. Lokotsch traf mit links von links unter Tschauner hindurch. Der (Wieder-)Bundesligist blieb trotz der Schrecksekunde ungerührt und kam zu Chancen, die meist von Felix Klaus über rechts generiert wurden. Klaus war es dann auch, der den Ausgleich mit einem klugen Rückpass auf Füllkrug einleitete, der freistehend nur noch einschieben musste.

"Zielstrebigkeit hat uns gefehlt"

Auch nach dem Seitenwechsel machte Bonn dem Bundesligisten das Leben zunächst schwer. Es lief nicht sonderlich gut, vor allem, wenn der Ball in die Spitze gespielt werden sollte. An der Seitenlinie schüttelte Breitenreiter immer wieder den Kopf. Das änderte sich nach einer Stunde - zumindest kurzzeitig. Torjäger Harnik nutzte einen Moment der Unachtsamkeit in der Bonner Defensive und vollendete locker zum 2:1. Das sollte noch nicht alles sein, denn Füllkrug, Harnik sowie Karaman und Maier legten nach und machten die Hoffnungen des Achten der Regionalliga West auf eine Pokal-Überraschung zunichte. "Wir waren das ganze Spiel überlegen. Ich habe trotz des Rückstands immer gewusst, dass wir das Spiel drehen. Am Anfang hat uns etwas die Zielstrebigkeit gefehlt", sagte Doppeltorschütze Füllkrug.

Gute Kunde: Es blieb ruhig

Breitenreiter bleibt vor dem Bundesliga-Startschuss am kommenden Sonnabend bei Mainz 05 dennoch reichlich Arbeit. Auch Manager Horst Heldt wird weiter an "Lösungen" (Clubchef Martin Kind) im Werben um Verstärkungen basteln. Eine gute Nachricht allerdings war, dass es auf den Rängen und im Umfeld friedlich blieb. Nach den Krawallen von 96-Chaoten im Testspiel beim FC Burnley hatten Polizei und Verein die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Für Gesprächsstoff am Rande sorgte aber der in Hannover schwelende Konflikt um die Übernahme der Mehrheitsanteile des Clubs durch Kind und den am Freitag offenbar beschlossenen "Stimmungsboykott" eines Teils der 96-Fans.

Dieses Thema im Programm:

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