Stand: 19.02.2016 20:23 Uhr

1:3 - St. Pauli patzt böse gegen FSV Frankfurt

von Christian Görtzen, NDR.de
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Frankfurts Dani Schahin (r.) schießt den Ball zum 2:1 für die Hessen ins Tor des FC St. Pauli ein.

Die günstige Gelegenheit zum Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der Zweiten Liga war da, doch der FC St. Pauli hat sie nicht genutzt. Gegen den Abstiegskandidaten FSV Frankfurt musste die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen, die zeitweise sämtliche Ordnung in der Defensive vermissen ließ, am Freitagabend vor 29.000 Zuschauern im Millerntorstadion ein überraschendes 1:3 (1:2) hinnehmen. Nur eine Woche nach dem 1:0 gegen den Spitzenreiter RB Leipzig boten die Hamburger eine schwache Leistung. Durch die Niederlage wird St. Pauli mit seinen 36 Punkten nach dem 22. Spieltag auf dem vierten Tabellenplatz stehen bleiben. Der Zweite SC Freiburg (beim SV Sandhausen) und die drittplatzierten Nürnberger (bei Fortuna Düsseldorf) können sich durch Siege am Sonnabend respektive am Montagabend noch etwas von den Kiezkickern absetzen. "Wir wissen, dass die Defensive unsere Basis ist und dass wir top stehen müssen, wenn wir Spiele gewinnen wollen. Das ist uns heute nicht gelungen", sagte Lienen im Interview bei NDR 2.

Abstiegskandidat bremst St. Paulis Höhenflug

Wilde erste Halbzeit mit drei Toren

22.Spieltag, 19.02.2016 18:30 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 1:3


  • FSV Frankfurt

Tore: 1:0 Rzatkowski (10.) 1:1 Rolim (11.) 1:2 Schahin (32.) 1:3 L. Sobiech (53., Eigentor)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, Ziereis, Buballa - Rzatkowski, Nehrig (57. Verhoek) - Sobota (69. Choi), Alushi, Buchtmann (57. Dudziak) - Thy
FSV Frankfurt: A. Weis - Huber, S. Barry, Ballas, Haji Safi - Rolim, Zimling (19. Kruska), Perdedaj, Kalmár - Schahin (80. Dedic), Awoniyi (89. Gerezgiher) -
Zuschauer: 29342

Weitere Daten zum Spiel

Unmittelbar vor dem Anpfiff wurde außerhalb des Stadions ein Feuerwerk gezündet. Raketen stiegen auf und ließen den Himmel in bunten Farben erleuchten. Es war die passende Ouvertüre zu dem, was sich auf dem Spielfeld ereignen sollte. Bereits in der ersten Minute fehlten nur wenige Zentimeter zur Führung der Gäste. Einen Freistoß des Ungarn Zsolt Kalmar köpfte Florian Ballas an den hinteren Pfosten. Den Abpraller versuchte der nigerianische U-17-Weltmeister Taiwo Awoniyi, den der FSV vom FC Liverpool ausgeliehen hat, per Fallrückzieher zu nutzen - erfolgslos. Nach zehn Minuten schien die Partie dann den erwarteten Gang zu nehmen: Die Hamburger gingen in Führung. Marc Rzatkowski nahm eine Kopfballverlängerung von Lasse Sobiech mit dem Rücken zum Tor ab, drehte sich dann aber so flink, dass er dadurch Ballas und Shawn Maurice Barry düpierte und schoss zum 1:0 (10.) ein. Der Jubel war noch nicht richtig verklungen, da zappelte der Ball wieder im Netz. Dieses Mal auf der anderen Seite. Dani Schahin hatte Yann Rolim in Szene gesetzt und der Brasilianer nutzte die Lücke in der ungewohnt löchrigen Deckung der Norddeutschen zum 1:1 (11.).

Es ging munter weiter: St. Pauli kam durch Lennart Thy (13.), Waldemar Sobota (15.) und Enis Alushi (22.) zu Gelegenheiten. Die Defensivarbeit der Hamburger war aber nicht ansatzweise bundesligareif. In der 32. Minute traf zunächst Fanol Perdedaj aus gut 25 Metern die Unterkante der Latte, den ins Feld zurückspringenden Ball schob Schahin zum 2:1 für die Hessen ein. Kurz darauf durfte Frankfurts Awoniyi zweimal allein auf Robin Himmelmann zulaufen, beide Mal gewann St. Paulis Torhüter das Duell (38.). Auf der Gegenseite scheiterte Thy an FSV-Keeper André Weis (39.). Dann war Pause - Gelegenheit für alle zum Durchatmen.

St. Pauli nach Sobiechs Eigentor geschockt

Die ersten Minuten des zweiten Abschnitts verstrichen eher unspektakulär. Dann aber folgte der nächste Dämpfer für die Hoffnungen der Hamburger Fans auf einen Heimsieg. Nach einer Ecke von Kalmar sprang Ballas knapp am Ball vorbei, doch von Sobiechs Rücken sprang das Spielgerät zum 1:3 (53.) ins eigene Tor. Lienen reagierte kurz darauf. Er wechselte die Offensivkräfte John Verhoek und Jeremy Dudziak für Bernd Nehrig und Christopher Buchtmann ein (57.). Eine große Wirkung ging von dieser Maßnahme allerdings nicht aus. Die Braun-Weißen wirkten geschockt. Lienen brachte in der 69. Minute auch noch Kyoung-Rok Choi für Sobota. Letztlich hatten die Gastgeber sogar Glück, dass es nicht noch deprimierender kam. Himmelmann parierte mit einiger Mühe einen Distanzschuss von Rolim (85.). Für St. Pauli war es die erste Punktspiel-Niederlage des neuen Jahres.

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