Stand: 13.03.2016 17:52 Uhr

0:1 - Leno wird zum Schrecken der HSV-Profis

von Christian Görtzen, NDR.de

Es soll einfach nicht sein für Bruno Labbadia. Dem Trainer des Hamburger SV ist es ein weiteres Mal nicht gelungen, gegen Bayer Leverkusen zu gewinnen. Am Sonntag gab es für ihn und sein Team in der Leverkusener Arena ein 0:1 (0:1). Damit ist Labbadia bereits zum zehnten Mal seit seinem Abschied aus Leverkusen im Jahr 2009 ohne Sieg in einem Duell mit dem Ex-Club geblieben. Besonders bitter für die Norddeutschen war, dass sie durch ein Eigentor von Albin Ekdal für das Siegtor der Gastgeber sorgten. Dadurch bleiben die "Rothosen" auch nach dem 26. Spieltag der Bundesliga mit ihren 31 Punkten auf dem zwölften Tabellenplatz stehen. Der Vorsprung auf den Relegationsrang, der von Eintracht Frankfurt eingenommen wird, beträgt aber komfortable sieben Zähler. "Es ist ärgerlich, dass wir durch so ein Eiertor in den Rückstand geraten und dann am Ende hier verlieren", sagte HSV-Torhüter René Adler.

Hamburger SV lässt Punkte liegen

Rudnevs vergibt 1:1-Situation

26.Spieltag, 13.03.2016 15:30 Uhr

  • B. Leverkusen
  • 1:0


  • Hamburger SV

Tore: 1:0 Ekdal (18., Eigentor)
B. Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah, Toprak, Wendell - Frey (77. Ramalho), Papadopoulos - Bellarabi (60. Kruse), Calhanoglu, Brandt - Chicharito (69. Kießling)
Hamburger SV: Adler - Sakai (46. Diekmeier), Djourou, Cleber, Ostrzolek - Holtby (78. Lasogga), Ekdal - N. Müller, Hunt, Ilicevic (61. Drmic) - Rudnevs
Zuschauer: 30210

Weitere Daten zum Spiel

Labbadia nahm lediglich eine Veränderung an seiner Startelf vor. Kapitän Johan Djourou kehrte nach seiner abgesessenen Gelb-Sperre in die Innenverteidigung zurück. Er ersetzte dort Emir Spahic, der im Heimspiel gegen Hertha BSC (2:0) seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte und dadurch gesperrt war. Die Partie in Leverkusen benötigte keinerlei Anlaufzeit: Nach gerade einmal 38 Sekunden hatten die Gastgeber ihre erste Torchance. Im Anschluss an eine Flanke von Hakan Calhanoglu köpfte der Mexikaner Chicharito den Ball knapp am Pfosten vorbei. Und nur wenig später gab es auf der anderen Seite die erste Gelegenheit für die Norddeutschen, als der lettische Angreifer Artjoms Rudnevs nach einem Fehler von Jonathan Tah allein auf Bayer-Keeper Bernd Leno zustrebte und diesem beinahe einen Beinschuss verpasst hätte (4.). So munter ging es weiter: Adler musste bei einem Kopfball von Ömer Toprak (10.) eine Glanzparade bieten, um den Rückstand zu vermeiden.

Ekdal trifft ins eigene Tor

TV-Tipp
mit Video

Sportclub Story - Bruno Labbadia

13.03.2016 23:50 Uhr
Sportclub

Bruno Labbadia ist heute anders als während seiner ersten Amtszeit beim Hamburger SV. Doch wie hat er sich verändert? Autor Ben Wozny hat den Trainer getroffen. mehr

Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das erste Tor der Partie fallen würde. Und so war es dann auch: In der 18. Minute zappelte der Ball im Netz - in jenem des HSV-Tores. Die Gäste hatten es etwa 30 Meter weiter vorne versäumt, Julian Brands Sololauf zu beenden. Die Flanke des Bayer-Offensivspielers aus halbrechter Position erwischte Ekdal lediglich unkontrolliert mit dem rechten Schienbein - und von dort sprang der Ball mit Effet per Innenpfosten-Kontakt zum 1:0 für Leverkusen ins Tor. Nach einem sehr unterhaltsamen Beginn ließ das Niveau der Partie etwas nach - auch wegen einiger Nickeligkeiten auf dem Platz. In der 31. Minute sah HSV-Offensivkraft Nicolai Müller, der nach Startschwierigkeiten mittlerweile Leistungsträger und bester Torschütze des HSV ist, wegen Meckerns die fünfte Gelbe Karte. Der 28-Jährige ist damit im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim gesperrt. In Leverkusen gab es erst kurz vor der Pause die nächste gute Strafraumszene. Bayer-Talent Marlon Frey zog volley ab, doch er traf den Ball nicht richtig, und so kam Chicharito noch an das Spielgerät, das er auf die Torlatte köpfte. Es blieb somit bei der 1:0-Pausenführung der Rheinländer.

Leno lässt HSV-Profis verzweifeln

Die Begegnung ging ähnlich unterhaltsam weiter, wie sie es über weite Strecken der ersten Halbzeit gewesen war. In der 52. Minute setzte Frey den Ball aus 18 Metern drüber. Und nur fünf Minuten später ließ auf der anderen Seite Rudnevs die HSV-Fans ein weiteres Mal verzweifeln. Aaron Hunt hatte dem baltischen Angreifer per Absatzkick ein freies Schussfeld aus 16 Metern verschafft, doch Rudnevs schoss den Ball direkt auf Leno, der abwehren konnte. Für den blonden Angreifer der Gäste verlief die Partie immer unglücklicher. Es entwickelte sich mehr und mehr ein Duell zwischen ihm und Leno, bei dem er stets den Kürzeren zog. In der 70. Minute scheiterte Rudnevs, mit dem Rücken zum Bayer-Tor positioniert, mit einem Heber. Und wenig später gelang es ihm nicht, Leno aus kurzer Distanz zu überwinden (81.). Der famose Rückhalt der Gastgeber riss schnell seine linke Hand hoch, um den Ball am Überschreiten der Torlinie zu hindern. Leverkusens Abwehrspieler Tim Jedvaj sah noch in der fünften Minute der Nachspielzeit wegen Ballwegschlagens zunächst die Gelbe Karte und wegen Vogelzeigens für diese Entscheidung flugs die Gelb-Rote Karte. Die Überzahl konnte der HSV aber nicht mehr ausnutzen.

Beiersdorfer: "Sehen Licht am Ende des Tunnels"

Bild vergrößern
Beiersdorfer sieht den HSV gut aufgestellt.

Dennoch: In sportlicher Hinsicht sieht die Lage für den HSV ordentlich aus. Anders als in den vergangenen beiden Spielzeiten, als jeweils nur über die Relegation der Klassenerhalt gelang, sollte es dieses Mal nicht nervenaufreibend werden. Anders stellt sich dagegen die wirtschaftliche Situation dar. Erst fünf Millionen Euro aus einem Darlehen des milliardenschweren HSV-Gönners Klaus-Michael Kühne in Höhe von insgesamt 9,25 Millionen Euro sorgten dafür, dass der Verein im November allen kurzfristigen Verpflichtungen nachkommen konnte. Gleichwohl bewertete Vorstandschef Beiersdorfer im Vorfeld der Partie in Leverkusen die Entwicklung des Hamburger SV als positiv. "Es sind schwierige Zeiten, aber wir sind gut aufgestellt und sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte der Chef der Fußball-AG des Bundesligisten im Interview der "Welt am Sonntag". "Ich rede das nicht schön, der Verlust ist sehr hoch. Wir sind weiter in einer nicht einfachen Situation. Aber unser Club hat es immer geschafft, fristgerecht seinen Verpflichtungen nachzukommen", betonte der 52-Jährige.

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

HSV-Finanzprobleme größer als gedacht

Die wirtschaftliche Situation beim HSV ist angespannter als zuletzt bekannt. Laut NDR 90,3 konnte der Club erst mithilfe einer Millionenspritze von Investor Kühne ein Liquiditätsproblem lösen. mehr

Hamburger SV: Alles Müller, ...oder was?

Nicolai Müller galt beim HSV bereits als Fehleinkauf. Die Hamburger erwogen, ihn abzugeben. Der Offensivmann blieb und ist in seiner zweiten Saison beim "Dino" nicht wiederzuerkennen. mehr