Sportliche Daten zu Nadja Drygalla
Olympia.ard.de listet die größten Erfolge der Rostockerin auf.
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Die Ruderin Nadja Drygalla (Mitte) hat am Donnerstag das Olympische Dorf in London verlassen.
Gegen die Rostocker Ruderin Nadja Drygalla gibt es schwere Vorwürfe: Die 23-Jährige hat offenbar Kontakte in die rechtsextreme Szene. Die Athletin hat das deutsche Olympia-Team am Donnerstagabend überraschend verlassen und reiste vorzeitig ab.
Vesper: "Ich begrüße diesen Schritt."
Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, sprach auf einer Pressekonferenz im Deutschen Haus in London am Freitagvormittag von einer "nicht unproblematischen Geschichte". Deshalb habe er gestern Abend zusammen mit der Spitze des Ruderverbandes schnell das Gespräch mit der Athletin gesucht. Sie habe aber glaubhaft versichert, dass sie sich zu den olympischen Werten bekenne. Wichtig sei, wie sie sich selbst verhalte. Er habe keinen Zweifel, dass sie zu den demokratischen Grundsätzen stehe, so Vesper weiter. Um jedoch Schaden von der Mannschaft abzuwenden, habe sie erklärt, sie werde vorzeitig abreisen. Er begrüße diesen Schritt, so der deutsche Olympia-Chef.
Der Deutsche Ruderverband (DRV) will nach den Olympischen Spielen über mögliche Konsequenzen entscheiden. "Wir werden noch im August ein weiteres Gespräch mit Nadja Drygalla führen. Danach werden wir gemeinsam die weitere Vorgehensweise besprechen und natürlich auch kommunizieren", kündigte der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel in einer Pressemitteilung an.
Offensichtlich ist: Drygallas Lebensgefährte war im vergangenen Jahr Landtags-Direktkandidat der rechtsextremen NPD in Rostock. Er schreibt regelmäßig für ein NPD-nahes Internetportal und ist führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock". Die Vorwürfe gegen die Ruderin Drygalla sind allerdings nicht neu. Schon im März 2011 kursierten Meldungen über die Vorzeige-Sportlerin, sie sei mit einem Neonazi aus Rostock liiert. Kurz danach schied Drygalla aus dem Polizeidienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus - möglicherweise auch auf Druck ihres Dienstherrn. Sie war bis dahin Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei.
Im Internet sind aktuell Fotos von ihr veröffentlicht, die sie im Umfeld von szenetypischen Darstellungen zeigen - andere Frauen posieren dabei mit eindeutig rechtsextremen Motiven. Die Gestaltung dieser Seite wird Drygallas Lebensgefährten zugeschrieben. Die Ruderin kam in London mit dem Deutschland-Achter nicht ins Finale und war im Hoffnungslauf ausgeschieden.
Unterdessen stellt die Opposition im Landtag die Frage nach der politischen Verantwortung. Der Landeschef der Linken, Steffen Bockhahn, sagte, Innenminister Lorenz Caffier (CDU) habe von dem Umfeld der Athletin gewusst, sonst wäre sie nicht so früh aus dem Polizeidienst ausgeschieden. Die Frage sei, ob Caffier den Sportverbänden das mitgeteilt habe und warum Nadja Drygalla trotzdem nominiert wurde.
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