Stand: 09.02.2015 15:04 Uhr  | Archiv

Parmaschinken: So erkennen Sie gute Qualität

von Martje Freese

Kaum ein Produkt wird so streng auf seine Herkunft kontrolliert wie Parmaschinken. Im Supermarkt und beim Discounter wird er in Scheiben abgepackt angeboten. Im Feinkostladen gibt es Parmaschinken meist frisch vom Stück geschnitten. Welcher schmeckt am besten? Markt vergleicht Parmaschinken (Preis pro 100 Gramm):

  • von Lidl für 2,80 Euro
  • von Edeka für 3,30 Euro
  • von Rewe für 4,30 Euro
  • vom Feinkosthändler für 3,80 Euro

Welcher Parmaschinken schmeckt am besten?

Was guten Parmaschinken ausmacht

Parmaschinken, Oliven und frisches Brot: Mehr braucht Feinkosthändler Sauro Mariotti aus Hamburg nicht, um glücklich zu sein. Er weiß, was guten Parmaschinken ausmacht:

  • Die Reifung am Knochen verleiht dem Schinken ein nussiges Aroma.
  • Eine feine Fettmarmorierung sorgt für die typische Butternote.
  • Die optimale Mischung ist: viel Knochen, wenig Fett.
  • Sieht Parmaschinken nach dem Auspacken glitschig aus, deutet das auf eine zu lange Lagerung und Verpackung hin.

Sauro Mariotti empfiehlt, Parmaschinken in zwei Millimeter dünne Scheiben zu schneiden und zum Schinken ein Glas Champagner, Sekt oder Prosecco zu trinken - alkoholfreie Getränke schmecken natürlich auch.

Parma-Krone für echten Schinken

Für die Produktion des echten Parmaschinkens werden nur ausgewählte Schweinerassen verwendet. Die Tiere fressen ausschließlich Getreide und Molke, Antibiotika und Hormone sind tabu. Die Schweine haben viel Auslauf und Bewegung. Das sorgt für kräftiges Muskelfleisch. Parmaschinken wird mit Meersalz eingerieben und muss mindestens ein Jahr an der Luft reifen. Erfüllt ein Schinken die strengen Anforderungen, darf er das Kronensiegel des Parma-Konsortiums tragen.

Von Schwein bis Schinken: Alles aus Parma

Parmaschinken trägt das EU-Gütesiegel "geschützte Ursprungsbezeichnung". Demnach muss die komplette Produktion in der Provinz Parma stattfinden - von der Schweinezucht bis zur Schinkenreifung. Anders ist das beim Schwarzwälder Schinken und beim Serranoschinken: Sie tragen das abgeschwächte Siegel "geschützte geografische Angabe". Nur ein Produktionsschritt muss in der deklarierten Region stattfinden.

Fazit: Schinken aus dem Supermarkt kann mithalten

Frisch aufgeschnittener Schinken aus dem Feinkostladen schmeckt den Testern am besten. Der abgepackte Schinken von Edeka und Rewe kann aber durchaus mithalten. Dem günstigen Parmaschinken von Lidl fehlt es nach Ansicht der Tester an Aroma.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 09.02.2015 | 20:15 Uhr