Stand: 22.09.2014 11:50 Uhr

Eigenheim: Schutz vor Pfusch und Pleite

von Carola Beyer
Bild vergrößern
Pfusch am Bau oder die Pleite des Bauträgers können Bauherren in den finanziellen Ruin treiben.

Fälle wie der von Christian K. aus Schleswig-Holstein sind keine Seltenheit: Er schließt einen Vertrag über ein schlüsselfertiges Haus. Doch als der Rohbau steht, geht es nicht weiter und der Bauträger meldet Insolvenz an. Christian K. muss feststellen, dass er mehr gezahlt hat, als der Rohbau wert ist. Immer wieder wird gutgläubigen Bauherren das Geld aus der Tasche gezogen. So kann der Traum vom Eigenheim schnell in den finanziellen Ruin führen. Markt erklärt, worauf Sie achten können.

Tipp 1: Bauunternehmen prüfen

Prüfen Sie gründlich den Bauträger, mit dem Sie ihr Eigenheim realisieren möchten:

  • Fordern Sie bei einer Wirtschaftsauskunftei im Internet eine Firmen- und Bonitätsauskunft an (ab circa 70 Euro). So bekommen Sie einen Überblick über die Entwicklung und die finanzielle Situation der Firma.
  • Nehmen Sie das Unternehmen in Augenschein: Wie sehen die Bürogebäude aus? Wie viele Angestellte gibt es? Wie ist Ihr Gesamteindruck?
  • Schauen Sie sich auch den Internetauftritt der Firma an.
  • Suchen Sie im Internet nach Erfahrungsberichten anderer Bauherren, zum Beispiel in Foren.

Tipp 2: Fallen im Vertrag entdecken

Bevor Sie unterschreiben: Lassen Sie den Kaufvertrag von einem Experten prüfen, zum Beispiel von einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht. Ein Fachmann kann Fallen wie falsche Zahlungspläne erkennen. Bauherren sollten nie in Vorleistung gehen, sondern immer erst nach erbrachter Leistung zahlen. Sollte die Baufirma pleitegehen, ist wenigstens kein Geld verloren.

Tipp 3: Unabhängige Berater fragen

Verlassen Sie sich nicht allein auf die meist kostenlose Beratung von Banken und Förderanstalten. Denn diese haben vor allem ein Interesse daran, durch die Kreditvergabe Geld an Ihnen zu verdienen. Eine unabhängige Beratung über Fallen und Tricks beim Hausbau gibt es zum Beispiel bei Verbraucherzentralen.

Links

Baufinanzierung: Hohe Gebühren bei Banken

Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zehn Kreditinstituten zeigt: Wenn ein Darlehensvertrag nachträglich geändert wird, kassieren Institute oft hohe Gebühren. extern

Tipp 4: Sicherheiten einfordern

Achten Sie beim Vertragsentwurf auf die sogenannte Fertigstellungssicherheit. Bauherren dürfen vom Bauunternehmer oder Fertighausanbieter maximal fünf Prozent vom Kaufpreis als Sicherheit verlangen, heißt es im Forderungssicherungsgesetz (FoSiG). Mit dem Geld lassen sich finanzielle Schäden durch Verzögerungen am Bau oder durch eine Insolvenz zumindest abfedern. Am besten wird der Beitrag bei der ersten Abschlagszahlung als Sicherheit einbehalten. Nach Abnahme des Hauses erhält das Bauunternehmen die Sicherheit zurück. Andere Zahlungsgarantien oder Bürgschaften unbedingt auf ihre Seriosität überprüfen.

Tipp 5: Mängel frühzeitig erkennen

Besichtigen Sie die Baustelle regelmäßig mit einem Bausachverständigen. So können Sie Mängel frühzeitig erkennen und dafür eine Sicherheit einbehalten - in der Regel den doppelten Geldwert des Mangels.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.09.2014 | 20:15 Uhr