Stand: 01.12.2017 09:58 Uhr

Handwerker-Pfusch: Mängel richtig reklamieren

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In den meisten Fällen erledigen Handwerker die Arbeiten professionell.

Neue Fliesen im Bad, neue Fensterdichtungen, ein frischer Anstrich für die Wände: Für solche Arbeiten beauftragen viele einen Handwerker. In den meisten Fällen werden die Arbeiten professionell erledigt. Doch manchmal ist die Enttäuschung groß: Wenn zum Beispiel Fliesen schief verlegt sind oder beim Anstrich nicht sauber gearbeitet wurde.

Der Experte untersucht das Fenster

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Markt -

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Wann muss ich reklamieren?

Sobald Ihnen ein Mangel auffällt, sollten Sie ihn beim Handwerker reklamieren. Lassen Sie sich nicht dazu drängen, ein Abnahmeprotokoll zu unterschreiben, obwohl Ihnen Mängel bekannt sind. Denn mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass alles in Ordnung ist. Dann haben Sie nur noch bei verdeckten Mängeln die Möglichkeit, eine Nachbesserung zu verlangen. Liegt ein Mangel vor, können Sie bis zur Beseitigung einen Teil des Rechnungsbetrags einbehalten.

Wie lange habe ich Zeit zu reklamieren?

Bei Handwerkern gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren, bei Leistungen am Bau sind es fünf Jahre. Wer mit einer Handwerkerleistung nicht zufrieden ist, sollte schriftlich eine Frist zur Nachbesserung setzen, in der Regel zehn Tage. Das Recht zur Nacherfüllung steht im Gesetz. Der Handwerker darf in der Regel bis zu zweimal nachbessern, gesetzlich geregelt ist das nicht. Aber es gibt Grenzen, etwa wenn dem Kunden eine Nachbesserung nicht zumutbar ist. Das ist der Fall, wenn sich der Handwerker so unmöglich benommen hat, dass der Kunde ihn nicht mehr ins Haus lassen möchte.

Tipps gegen überhöhte Rechnungen

Überhöhte Handwerker-Rechnungen sind für Verbraucherschützer ein Dauerthema. So erkennen Sie Fehler in der Rechnung:

  • Kostenvoranschlag

    Verbraucher sollten sich vom Handwerker einen verbindlichen Kostenvoranschlag machen lassen. Die Rechnung darf davon maximal 15 bis 20 Prozent abweichen. Der Handwerker muss Abweichungen begründen.

  • Anfahrtskosten

    Handwerker können für die Anfahrt eine Pauschale verlangen oder kilometergenau abrechnen. Entscheidend ist, was vorher vereinbart wurde. Bei kilometergenauer Abrechnung darf die tatsächlich gefahrene Strecke nicht überschritten werden.

  • Lohnkosten

    Den Stundenlohn darf der Handwerker frei ansetzen. Er sollte aber nicht deutlich über dem üblichen Vergleichslohn liegen. Dessen Höhe können Sie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale erfragen. Vergleichen Sie am besten mehrere Angebote.

  • Arbeitszeit

    Handwerker dürfen die Arbeitszeit nicht auf halbe oder volle Stunden aufrunden. Viele Betriebe rechnen inzwischen im Sechs-Minuten-Takt ab, also zum Beispiel 10 Euro pro angefangene sechs Minuten.

  • Mehrwertsteuer

    Handwerker müssen immer Preise inklusive Mehrwertsteuer (19 Prozent) angeben. Oft nennen Betriebe am Telefon nur die sogenannten Nettopreise, die keine Mehrwertsteuer enthalten. Das ist jedoch im Geschäft mit Verbrauchern unzulässig. Kunden haben dann das Recht, nur den vereinbarten Betrag ohne Mehrwertsteuer zu bezahlen.

  • Ersatzteile

    Handwerker dürfen Ersatzteile nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden einbauen. Sie sollten den Kunden darüber informieren und erklären, warum das Ersatzteil nötig ist. Ohne Zustimmung kann der Kunde die Zahlung verweigern.

  • Unterschrift

    Nach erledigter Arbeit legen viele Handwerker einen Stundenzettel oder die Rechnung zur Unterschrift vor. Prüfen Sie die Angaben genau. Falls Sie Unstimmigkeiten feststellen - auf keinen Fall unterschreiben! Denn mit Ihrer Unterschrift akzeptieren Sie falsche Angaben. Sie haben dann kaum noch Chancen, eine zu hohe Rechnung anzufechten.

  • Zahlung

    Finden Sie auf der Rechnung falsche oder offensichtlich überhöhte Posten, zahlen Sie die Rechnungssumme abzüglich der strittigen Beträge. Informieren Sie den Handwerker schriftlich, warum Sie die Rechnung kürzen.

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Kann man die Mängel auch von einem anderen Handwerker beseitigen lassen?

Wenn Handwerker die Frist zur Nachbesserung verstreichen lassen oder wenn die Nachbesserung fehlschlägt, kann man zur sogenannten Selbstvornahme greifen und einen anderen Handwerksbetrieb beauftragen. Die Kosten gehen dann zulasten des ursprünglichen Vertragspartners. Aber man sollte unbedingt vorher Beweise sichern, also Fotos machen und Zeugen hinzuzuziehen.

Wo bekomme ich Hilfe im Streit mit Handwerkern?

Die örtlichen Handwerkskammern haben in der Regel eine Schlichtungsstelle. Dort können Sie sich zunächst beraten lassen und versuchen, eine Einigung mit dem Handwerksbetrieb zu erzielen. Dieser Weg ist oft günstiger und schneller, als einen Gutachter oder einen Rechtsanwalt einzuschalten.

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