Stand: 15.11.2012 17:16 Uhr

Zimmerpflanzen richtig düngen

Wenn die Tage im Februar/März wieder länger werden, bekommen Pflanzen mehr Licht und benötigen zusätzlich wichtige Nährstoffe zum Blühen und Wachsen. Im Kübel der Zimmerpflanzen ist das Substrat jedoch begrenzt. Welche Düngergaben sind sinnvoll und welche unterschiedlichen Ansprüche hat das jeweilige Grün?

Bestandteile des Düngers

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Der im Dünger enthaltene Phosphor begünstigt die Entwicklung von Blüten.

Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) sind für ein gesundes Pflanzenwachstum erforderlich. Durch die unterschiedliche mengenmäßige Zusammensetzung dieser Nährelemente sind Dünger auf spezielle Pflanzen spezialisiert. Wie viel des jeweiligen Nährstoffes im Dünger enthalten ist, steht auf der Rückseite der Düngerpackung. Meist sind die im Handel erhältlichen Produkte entsprechend betitelt, sodass der Hobbygärtner sofort weiß, welcher Dünger welcher Pflanze gut tut.

Stickstoff benötigen vor allem grüne Pflanzen mit einer hohen Blattmasse, da er zur Bildung von Chlorophyll und für das Wachstum der Blätter und Triebe zuständig ist. Phosphor begünstigt die Entwicklung von Blüten und Früchten. Kali braucht die Pflanze, um insgesamt standfest zu bleiben. Daneben enthalten Düngemittel auch Schwefel, Kalzium und Magnesium.

Weniger ist mehr

Langsam wachsende Pflanzen benötigen im Vergleich zu schnell wachsenden und stark blühenden Pflanzen weniger Dünger. Jedoch reagiert jede Zimmerpflanze auf zu viel Dünger überempfindlich und geht im schlimmsten Fall ein. Beim Düngen sollte deshalb in jedem Fall auf die Hersteller-Angabe auf der Verpackung geachtet werden.

Direkt aufs Blatt sprühen

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Pflanzen mit schlecht ausgebildeten Wurzeln sollten mit einer Düngemittelmischung besprüht werden.

Bei der Blattdüngung die flüssige Düngerlösung vermischt mit Wasser (der Hobbygärtner sollte hier zu kalkarmem Wasser oder Regenwasser greifen) mit einem Zerstäuber direkt auf die Blätter aufbringen. Sinnvoll ist das vor allem bei Pflanzen, die nur schlecht ausgebildete Wurzeln besitzen. Benetzt werden die einzelnen Blätter am besten auf der Unterseite, denn dort befinden sich die meisten Blattspalte, über die der Dünger aufgenommen wird.

Grundregeln für die richtige Düngung

Zuviel Dünger schadet Zimmerpflanzen. Wer ein paar Grundregeln beachtet, hat lange Freude an dem Grün:

  • Dünger niemals überdosieren.
  • Direkte Sonnenbestrahlung während des Düngens vermeiden.
  • Vor dem Düngen Substrat leicht angießen.
  • Im Herbst das Düngen einstellen.
  • Lieber oft und schwach dosieren als selten und hoch dosiert.

Langzeitdünger beim Umtopfen beimischen

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Wer einen Langzeitdünger verwendet, sollte längere Zeit auf weiteren Dünger im Gießwasser verzichten.

Langzeitdünger in Form von Granulaten oder Hornspäne sollte der Erde idealerweise beim Umtopfen beigemischt werden. Erde dabei richtig gut durchmischen, da die Gefahr der punktuellen Überdüngung besteht. Wer einen Langzeitdünger verwendet hat, sollte für einen längeren Zeitraum auf zusätzliche Düngergaben im Gießwasser verzichten. Wie lange der Dünger wirkt, ist auf der jeweiligen Verpackung vermerkt. Dort steht, über wie viele Monate der meist harzummantelte Dünger seine Nährstoffe an die Pflanze abgibt. Erst nachdem die Pflanze diesen Dünger verbraucht hat, das Düngen wieder über das Gießwasser beginnen.

Drops und Stäbchen düngen und schützen vor Schädlingen

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Düngestäbchen wirken bis zu drei Monate lang.

Einfach in der Handhabung und für die meisten Zierpflanzen geeignet, sind Dünger in Form von Stäbchen oder Drops. Die Drops sind aus natürlichen Rohstoffen und mit bodenlebenden Mikroorganismen versetzt und werden je nach Topfgröße dosiert. Auch die Stäbchen werden direkt in die Pflanzerde nahe den Wurzeln gesteckt und wirken bis zu drei Monaten.

Im Handel sind außerdem kombinierte Präparate erhältlich: Ein Fungizid oder ein Anti-Läuse-Mittel wirken zusätzlich zum Dünger und die Pflanzen sind wochenlang geschützt und gut versorgt.

Hilfe bei gelben Blättern

Bei Eisenmangel werden Blätter oft fleckig und gelb. Dem wirkt spezieller Eisendünger, direkt aufs Blatt aufgebracht, entgegen. Außerdem muss der Kalkgehalt des Wassers überprüft werden - meist ist der zu hoch und der Kalk verhindert eine Eisenaufnahme durch die Wurzeln (Chlorose). Im besten Fall Pflanzen deswegen mit Regenwasser oder kalkarmem Wasser gießen. Beim Besprühen der Blätter empfiehlt es sich, eine Unterlage zu verwenden, da der Eisendünger unschöne Flecken auf Teppich oder Parkett hinterlassen kann. Eisendünger ist übrigens auch sehr gut für den Rasen geeignet.

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 02.02.2010 | 18:45 Uhr

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