Stand: 16.01.2015 13:02 Uhr

Paprika selbst ziehen

von Ralf Walter
Bild vergrößern
Die Paprika gehört zu der Gattung der Nachtschattengewächse - wie zum Beispiel auch die Kartoffel.

Welches Obst oder Gemüse enthält wohl das meiste Vitamin C? Nicht Orangen oder Zitrusfrüchte sind es, sondern Paprika. Sie beinhalten durchschnittlich vier Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Und dieses ausgesprochen gesunde Gemüse kann auch leicht im Garten oder im Kübel auf dem Balkon gezogen werden. Für Hobbygärtner oder alle, die es einfach mal ausprobieren wollen, ist im März der ideale Zeitpunkt, um aus Paprika-Samen eigene Pflanzen zu ziehen. Paprika haben eine längere Keimdauer als viele andere Gemüsesorten und es dauert länger, bis sie ausgepflanzt werden können.

Und so geht es

Bild vergrößern
Immer einen Samen pro Topf in die Anzuchterde geben.

Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Anzuchterde im Topf drücken und einen Paprika-Samenkorn hineinlegen. Dann Erde darauf streuen. Mit ein wenig Wasser übergießen. Den kleinen Blumentopf in den ersten Tagen mit Plastikfolie überziehen, bis die Saat gekeimt hat. So bleibt die Luftfeuchtigkeit konstant hoch und die Temperatur im Topf schwankt weniger. Dieses selbst gebaute Minigewächshaus auf das Fensterbrett stellen und ab und an lüften. Die Erde muss gleichmäßig feucht gehalten werden.

Nach circa 14 Tagen kommen kleine Pflanzen

Bild vergrößern
Nach etwa vier Wochen müssen die Keimlinge umgepflanzt werden.

Bis sich die ersten zarten Pflanzen durch die Erde bohren, dauert es etwa zwei Wochen. Insgesamt bleiben die Paprika etwa vier Wochen im Aussaatgefäß. Dann geht es in einen größeren Topf. Dabei möglichst nicht die feinen Wurzeln beschädigen. Paprika sind sehr kälteempfindlich und dürfen frühestens Mitte Mai ins Freie. Dann können die Jungpflanzen entweder direkt ins Beet oder in einen Kübel auf dem Balkon gepflanzt werden. Wichtig: Wenn sich die erste Blüte gebildet hat - die sogenannte Königsblüte - diese abknipsen. Dann schiebt die Pflanze viele neue Blüten nach, aus denen sich später zahlreiche Früchte bilden.

Paprika liebt sonnigen und windgeschützten Platz

Die Paprika stammt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Christoph Columbus brachte die ersten Pflanzen von einer seiner Entdeckungsreisen per Segelschiff mit nach Europa. Paprika waren damals sehr begehrt, weniger wegen ihres Vitamin-C-Gehalts, sondern wegen der Würze. Auch heute noch wird die Paprika gern als Spanischer Pfeffer bezeichnet. Die Schärfe ging manchen Sorten verloren, aber viele wichtige Inhaltsstoffe sind erhalten geblieben.

Empfehlenswerte Sorten

Bild vergrößern
Ob mild oder scharf, gelb oder rot: Für jeden Geschmack gibt es die geeignete Paprika.

Die Paprika mit dem Namen "Medusa" wird etwa nur 30 Zentimeter hoch, trägt dafür aber unheimlich viele fingerlange Früchte in den Farben Gelb, Orange und Rot. Dazu kommt noch das dunkelgrüne Laub. "Medusa" wächst gut im Haus, natürlich auch im Garten und ist ein absoluter Hingucker. Die unterschiedlich farbigen Früchte schmecken mild bis mittelscharf. Eine weitere leckere Sorte wäre die neue Sorte "Sumher". Das ist eine türkische Paprika mit knallroten, mittelscharfen Früchten. Wer es lieber etwas milder bis süß mag, der sollte zur Sorte "Lombardo" greifen. 

Nicht nur viel Vitamin C

Auch Capsaicin ist in Paprika enthalten. Das ist ein Aromastoff, der zum einen desinfizierend wirkt, zum anderen aber auch regulierend auf den Blutdruck. Ganz nebenbei löst er fast wie die Schokolade Glücksgefühle aus.

Weitere Informationen

Neue Gemüsesamen versprechen Abwechslung

Ob Ananas-Tomate, Zitronen-Gurke oder Paprika-Tomate: Jedes Jahr kommen interessante neue Sorten auf den Markt. Gartenexperte Ralf Walter stellt neue Züchtungen vor. mehr

Keimprobe: Was taugt altes Saatgut?

Saatgut ist nicht unendlich einsetzbar, die Keimfähigkeit kann nachlassen. Experte Ralf Walter erklärt, woran man erkennt, ob die alten Samen noch in Ordnung sind. mehr

mit Video

Gemüse, Kräuter und Blumen vorziehen

Blumen, Kräuter und Gemüse: Viele Pflanzen dürfen bei niedrigen Temperaturen noch nicht im Freien gepflanzt oder gesät werden. Sie können aber vorgezogen werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 17.01.2015 | 06:50 Uhr