Ein neues Schloss Herrenhausen
Bilder aus der Vergangenheit und Entwürfe, die zeigen, wie es in Zukunft aussehen wird: Das zerstörte Schloss Herrenhausen in Hannover wird wieder aufgebaut.
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Der Große Garten ist ein Paradebeispiel für barocke Gartenkunst.
Der Herzog Georg von Calenberg ließ 1638 bei "Höringehusen" einen Garten zur Versorgung des hannoverschen Hofes anlegen. Heute ist das ehemalige Dorf unter dem Namen Herrenhausen als Stadtteil Hannovers weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Garten hat sich zu einem barocken Schmuckstück entwickelt, das über die Jahrhunderte beinahe unverändert erhalten geblieben ist. Die heute rund 50 Hektar große Anlage vereint Elemente englischer Landschaftsgärten mit der barocken Gartenkunst französischen Stils. Seine heutige Form erhielt der Große Garten zwischen 1696 und 1714 unter Kurfürstin Sophie. Mit ihrer großen Fontäne, dem Irrgarten und dem Gartentheater gehört die Anlage heute zu den wenigen in ihrer Grundstruktur erhaltenen Barockgärten Europas und lockt jedes Jahr unzählige Besucher aus aller Welt. Zudem bildet der Große Garten alljährlich die eindrucksvolle Kulisse für zahlreiche Kunst-, Musik- und Garten-Festivals.
Das Schloss Herrenhausen, hier eine undatierte Zeichnung, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Jetzt wird es wieder aufgebaut.
Mit dem Ausbau des Gartens unter der Leitung von Kurfürstin Sophie von Hannover wurden auf dem Gelände auch neue Gebäude errichtet. Nachdem das Herrenhäuser Schloss bereits zuvor um die große Kaskade und die Grotte erweitert worden war, entstand in den Jahren 1720 bis 1723 die Orangerie. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Schloss und Orangerie unter der Leitung des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves erneuert. Durch die Personalunion mit England und die Verlegung des Regierungssitzes nach London geriet die Anlage in Herrenhausen ein wenig in Vergessenheit. Entgegen dem damaligen Trend wurden die Herrenhäuser Gärten nicht zum Landschaftsgarten umgestaltet, sondern behielten ihre barocke Form. Stattdessen wurde im 19. Jahrhundert in direkter Nachbarschaft des Barockgartens der Georgengarten als Landschaftsgarten englischen Stils angelegt.
Der Georgengarten wurde im 19. Jahrhundert als Landschaftsgarten im englischen Stil angelegt.
Im Zentrum des Georgengartens steht das Georgenpalais, das heute das Wilhelm-Busch-Museum mit seiner Sammlung herausragender Karikaturen und kritischer Grafiken beherbergt. Unweit davon steht auf einer Halbinsel der zu Ehren des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz errichtete Leibniz-Tempel. Leibniz hatte mit seiner Wasserkunst an der aufgestauten Leine 1696 für den Durchbruch bei der Wasserversorgung der Gärten und dem Betrieb der bereits im 18. Jahrhundert bis zu 70 Meter hohen Fontäne gesorgt.
Nördlich des Georgengartens liegt der Welfengarten mit dem als Welfenresidenz geplanten "Schloss Monbrillant", das heute das Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover ist. Noch vor der Fertigstellung des Schlosses in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Hannover von Preußen annektiert und die Technische Hochschule nahm das Welfenschloss 1879 in Besitz. Der dazugehörige Garten war zunächst als kleinere Kopie des Großen Gartens angelegt, wurde aber bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Landschaftsgarten umgestaltet und dient heute wie auch der Georgengarten als Freizeitpark.
Im Berggarten wachsen zahlreiche verschiedene Pflanzen, darunter auch tropische.
Zur gleichen Zeit wie der Große Garten entstand bereits Ende des 17. Jahrhunderts nördlich des Herrenhäuser Schlosses der Berggarten. Auf einem abgetragenen Sandberg als Küchengarten für das Schloss angelegt, ist der Berggarten heute einer der ältesten botanischen Gärten Deutschlands. Die rund zwölf Hektar große Parkanlage präsentiert verschiedene thematische Sammlungen mit insgesamt rund 11.000 unterschiedlichen Pflanzen. Darüber hinaus beherbergt der Berggarten Schauhäuser mit Orchideen, Kakteen und tropischen Pflanzen, den Schmuckhof mit der Sonnenuhr sowie das Mausoleum von Königin Friederike und König Ernst August.
Beliebt beim Publikum: Künstler beim "Kleinen Fest im Großen Garten".
Die Herrenhäuser Gärten sind alljährlich Schauplatz vielfältiger kultureller Veranstaltungen. Seit 1986 erfreut sich das "Kleine Fest im Großen Garten" der Gunst des Publikums. Zahlreiche Bühnen mit internationalen Künstlern sind im Barockgarten verteilt und bieten den Besuchern Gelegenheit, sich bei ihrem Spaziergang durch den sommerlichen Garten ihr individuelles Kleinkunst-Programm zusammenzustellen. In seiner Geschichte war der Barockgarten immer wieder Schauplatz großer Feste, die nicht selten mit farbenprächtigen Feuerwerken gefeiert wurden. In dieser Tradition steht der Internationale Feuerwerkswettbewerb, der alljährlich unter den besten Pyrotechnikern der Welt in Herrenhausen ausgetragen wird. In den Sommermonaten sind die Gartenanlagen wie auch die Orangerie und das Gartentheater zudem Bühne für Musik und Schauspiel. Im Frühjahr findet im Georgengarten ein großes Gartenfestival statt, bei dem zahlreiche Aussteller ihre Ideen und Produkte zum Thema Gartengestaltung und Lebensart präsentieren.