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Heidegärten verzaubern mit Farbpracht

von Verena Künstner

Gerade im Herbst zeigt sich die Schönheit des kleinblütigen Heidekrauts: Während in anderen Gärten alles geschnitten und vermummt auf den Winter wartet, zeigen sich Heidegärten in farbenfroher Pracht. Beste Pflanzzeit der beliebten Erika sind die Monate September und Oktober, alternativ können die Pflanzen zwischen März und Mai in die Erde gebracht werden.

Die Heidepflanze mag es sauer

Der Boden muss sauer, also kalkfrei und nährstoffarm sein. Ein pH-Wert unter 5 ist empfehlenswert. Wer von Natur aus einen sandigen Boden hat, kann sich freuen, lehmiger Boden lässt sich oft nur schwer zu heidefreundlichem Untergrund verbessern. Um den für Heidelandschaften typischen Farbenteppich zu erzielen, sollte das Heidekraut immer gruppenweise gepflanzt werden. Vor dem Einpflanzen darauf achten, wie groß die jeweiligen Exemplare letztendlich werden, damit sie genügend Platz zur Entwicklung haben. Bei Neupflanzung sind circa acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter zu empfehlen. Ein bisschen Hornspäne (etwa 30 Gramm pro Pflanze) gibt der jungen Heide Energie.

Der richtige Schnitt

Der Heidegarten von Hans Ochs.  Detailansicht des Bildes Heidepflanzen sind anspruchslos - nur im Frühjahr müssen sie beschnitten werden. Wo in der Natur die Heidschnucken für einen regelmäßigen "Rückschnitt" sorgen, müssen Gartenbesitzer selbst Hand anlegen: Im Frühjahr kappt man die verblühten Triebe - dabei nicht zu tief ins alte Holz schneiden, sonst treibt die Pflanze nur spärlich wieder aus. Eine Ausnahme ist die Schneeheide (Erica carnea): Hier ist ein Rückschnitt nur alle paar Jahre erforderlich, nämlich in der letzten Blühwoche. Als Faustregel gilt: schwach Wachsendes kaum, üppig Wachsendes stark zurückschneiden.

Der ideale Standort ist ein Platz an der Sonne

Der Heidegarten von Hans Ochs. © NDR Fotograf: Verena Künstner Detailansicht des Bildes Heidelandschaften blühen besonders gut an einem hellen und sonnigen Platz. Heidegärten sind anspruchslos, pflegeleicht und sorgen mit der richtigen Sortenauswahl das ganze Jahr über für Farbenspiele in den Beeten. Sie benötigen viel Sonne, daher ist eine Südlage ideal. Bei anhaltender Trockenheit muss - auch im Winter - zusätzlich gewässert werden. Wer Platz für einen größeren Heidegarten hat, plant leichte Hügel, geschwungene Sandwege, große Steine und skurrile Baumwurzeln mit ein, dadurch wirkt die Gestaltung umso natürlicher. Neben dem Genuss fürs Auge sind blühende Heidegärten gleichzeitig ein wertvoller Lebensraum für viele Insekten, Vögel und andere Kleinstlebewesen.

Knospenheide trotzt dem Winter

Heidegarten  Detailansicht des Bildes Die Kelchblätter der Knospenheide trotzen auch Minusgraden. Die Knospenheide ist eine besondere Form der Besenheide (Calluna vulgaris). Ihr Vorteil: Die Entwicklung der robusten Knospen bleibt im Knospenstadium stehen, sie blühen nicht auf und können somit auch nicht verblühen. Selbst an trüben Tagen leuchten sie so bis tief in den Winter hinein. Die farbigen Kelchblätter, die als Schutzhülle die Knospen umhüllen, überstehen sogar Temperaturen von bis zu minus zehn Grad problemlos. Knospenheide gibt es in allen klassischen Heidefarben. Einige Sorten haben außerdem gelbes Laub, das zusätzlich zu den Blüten in der Herbstsonne leuchtet.

Begleiter für eine gelungene Kombination

Beliebt ist die Kombination der früh blühenden Besenheide mit der winterblühenden Schneeheide, die abgesehen von sehr tiefen Frösten winterhart ist. Sie gedeiht auf typischem Gartenboden, wenn er genügend Humus enthält. Ihre Hauptblütezeit dauert von Dezember bis in den April, einige Knospen öffnen sich sogar schon im November und zeigen dann ihre weißen, roten oder rosafarbenen Blüten.

Als Begleitpflanzen eignen sich Zwergkiefern, Wacholder, Rhododendren und alle Arten von Gräsern, wie zum Beispiel das Pfeifen- oder das Blauschwingelgras. Die höher wachsenden Pflanzen durchbrechen die Fläche des Heidekrauts und setzen Akzente. Leuchtend rot sticht die Scheinbeere (Gaultheria procumbens) heraus, die als Bodendecker nicht sehr hoch, dafür aber bis zu 50 Zentimeter in die Breite wächst.

Frostschutz für die Baumheide

Der Heidegarten von Hans Ochs. © NDR Fotograf: Verena Künstner Detailansicht des Bildes Wenn die Baumheide gut durch den Winter gekommen ist, steht sie ab Februar wieder in weißer Blüte. Die hoch wachsende Baumheide (Erica arborea) ist mildere Temperaturen gewohnt, denn sie stammt aus dem Mittelmeerraum und den Gebirgen Zentralafrikas. Doch auch bei uns kann sie gedeihen - vorausgesetzt, man schützt sie im Winter mit Reisig und einem Vlies. Das Vlies, mit dem die Pflanze komplett umwickelt wird, dient als Sonnenschutz. Die Pflanze würde sonst vertrocknen, wenn sie aus dem gefrorenen Boden trotz Verdunstung kein Wasser mehr aufnehmen kann. Hat sie den Winter unbeschadet überstanden, zeigen sich ihre weißen Blüten von Februar bis in den Juli hinein.

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 27.08.2013 | 16:10 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/garten/gestaltung/heidegarten103.html
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