Sendedatum: 23.06.2012 18:45 Uhr  | Archiv

Mit der Natur im Einklang gärtnern

von Verena Künstner

Gretchen Bartel ist ein echtes Original. Wenn sie in ihrer Angelner Tracht die Tür des Holländerhofs in Wagersrott bei Kappeln öffnet und op platt ihre Gäste begrüßt, fühlt man sich sofort in frühere Zeiten versetzt. Jeden Montag können Besucher neben einem volkskundlichen Museum, in dem sie eine sehenswerte Sammlung zur Hof- und Hauswirtschaft zur Schau stellt, den 1956 angelegten Bauerngarten anschauen.

Sehr dichtes Pflanzen hilft gegen Unkraut

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Akeleien sind selbstständig und unkompliziert: Sie säen sich jedes Jahr von alleine aus.

In schönster Unordnung wachsen hier neben vielen historischen Rosen unter anderem Akeleien in allen Farben, Porzellanblumen, Mohn, Stauden wie das Tränende Herz und Frauenmantel, die Erdbeerblume und Zierlauch. Damit dem Unkraut kein Platz mehr bleibt, pflanzt Gretchen sehr dicht. Auch ausladende Bodendecker wie Funkien beschatten den Boden und nehmen so ungeliebtem Wildkraut Licht und Platz zum Wachsen. Wer sich in Gärtnereien nach Stauden umschaut weiß, dass man für gute Pflanzen etwas tiefer ins Portemonnaie greifen muss. Gretchens Tipp: Die Stauden im Herbst ausbuddeln, in mehrere kleine Stücke teilen und dann einfach mit Nachbarn und Freunden tauschen. Das kommt nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch den Stauden zu Gute: werden die nämlich regelmäßig geteilt, wachsen und blühen sie umso üppiger.

Ein sonniger Standort für Heil- und Küchenkräuter

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Kräuter sind wichtigster Bestandteil eines bäuerlichen Gartens.

Im Kräuterbeet, das in keinem Bauerngarten fehlen sollte, gedeihen Heil- und Küchenkräuter. Sauerampfer, Mutterkraut, Sonnenhut, Schnittlauch - alle mögen den sonnigen Standort und lockere, humose Erde. Und auch wenn es mittlerweile für alles Pillen und Salben gibt - es lohnt sich, kleinere Wehwehchen einmal mit pflanzlichen Wirkstoffen direkt aus dem eigenen Garten zu behandeln. Hier aber bitte umsichtig sein und sich vorher genau über Handhabung und Dosis des jeweiligen Krautes informieren.

Nach dem Mondstand gärtnern

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Ein Buchs mit gelb-panaschierten Blättern bringt Farbe in den Garten.

Wie schon ihre Vorfahren gärtnert Gretchen Bartel nach dem Mond. Der hat nämlich, je nachdem, ob zu- oder abnehmend, auch Einfluss auf die Pflanzensäfte. Nimmt der Mond ab,  ziehen Saft und Nährstoffe sich in die unteren Pflanzenteile zurück. Das ist dann zum Beispiel der richtige Zeitpunkt für den Schnitt. Kurz bevor der Mond seinen niedrigsten Punkt erreicht hat, lohnen sich Unkraut jäten und Rasenmähen - beides wächst dann langsamer nach. Wie ein Vollmond sieht auch der in Form geschnittene Buchs aus, den Gretchen im Garten hat: mit seinen gelb-panaschierten Blättern ist der "Buxus sempervirens" der Sorte "Golden Dream" ein richtiger Hingucker.

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 23.06.2012 | 18:45 Uhr

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