Stand: 11.04.2016 15:10 Uhr

Moos im Rasen entfernen

von Uwe Leiterer
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Eisendünger ist zur Moosbekämpfung ungeeignet und kann zudem gesundheitsschädlich sein.

Im Frühjahr wundern sich viele Gartenbesitzer darüber, dass sich Moos ausbreitet, obwohl sie ihren Rasen bisher gut gepflegt haben. Baumärkte und Fachhandel empfehlen seit Jahren Eisendünger und andere Mittel mit Eisen-II-Sulfat gegen Moos. Markt empfiehlt jedoch, diese Mittel nicht zu verwenden. Eisendünger kann für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein, ist hochgradig ätzend und zur Moosbekämpfung recht sinnlos. Alle Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) haben eines gemeinsam: Wenn die Ursachen des Mooswachstums nicht beseitigt werden, kommt es immer wieder. Da Eisendünger zusätzlich den Boden sauer macht, wird die Situation immer schlimmer. Denn ein saurer Boden schadet dem Gras, aber nicht dem Moos.

Fünf verschiedene Moosvernichter in einem Garten.

Die richtige Rasenpflege ohne Eisendünger

Markt -

Gegen Moos im Rasen empfiehlt der Handel oft Eisendünger. Doch dieser kann gesundheitsschädlich sein und schafft kaum Abhilfe. Langfristig hilft nur die Ursachenbekämpfung.

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Ursachenforschung: Was fördert das Moos?

  • Schatten: Gras braucht Sonne. Moos wächst auch im Schatten. Wird ein Rasen zu stark beschattet, hilft auch die beste Behandlung nicht. Halbschatten kann man noch mit Rasensaatgut für den Schatten ausgleichen. Ab einem bestimmten Lichtmangel sollte man den Rasen in diesem Bereich aufgeben.

  • Nässe: Gras benötigt Feuchtigkeit, aber in einem vernünftigen Maß. Ist es immer zu feucht, faulen die Graswurzeln. Das kann an verdichtetem Boden liegen. Deshalb hilft es, ihn umzugraben und mit Bausand zu untermischen, damit das Wasser nicht stehen bleibt. Ist ein hoher Grundwasserspiegel die Ursache, sollte man die Rasenfläche besser anders nutzen.

  • Nährstoffmangel: Rasen zieht die Nährstoffe aus dem Boden. Wer den Rasenschnitt nicht auf der Fläche belässt (mulchen), wirft mit jedem Rasenschnitt wichtige Nährstoffe auf den Kompost. Diese lassen sich mit Dünger ersetzen. Organische Dünger sind hier das Mittel der Wahl. Ihre Schwermetallbelastung ist deutlich geringer als bei Mineraldüngern. Gleichzeitig fördern organische Dünger das Bodenleben. Weiterer Vorteil: Man kann den Rasen direkt nach der Düngung wieder betreten.

  • Verfilzung: Graswurzeln, Unkraut und Moos können einen Rasenfilz bilden, der das Wachstum der Gräser behindert. Vertikutieren ist dann ratsam. Ein Vertikutierer ist eine Art Rechen mit scharfen Messern, die den Rasen zerschneiden und damit für Durchlässigkeit sorgen. Als Nebeneffekt zieht man mit dem Vertikutierer Moos aus dem Rasen. Vertikutieren mit der Hand ist äußerst anstrengend. Wer große Flächen hat, sollte sich aus dem Baumarkt einen elektrischen Vertikutierer mieten (rund 30 Euro).

  • pH-Wert: Moos wächst auch auf sauren Böden gut, Gras nicht. Liegt der pH-Wert eines Bodens unter 6 (neutral ist 7), bekommt das Gras nicht mehr genügend Nährstoffe. Den pH-Wert kann man mit einem Schnelltest aus dem Baumarkt (ab fünf Euro) in fünf Minuten messen. Fällt der pH-Wert zu niedrig aus, kann man mit der Gabe von Rasenkalk die Säure neutralisieren. Ein Streuwagen (Miete: ab 10 Euro, Kaufpreis: ab 30 Euro) hilft bei der Dosierung. Unbedingt die Mengenangaben auf der Verpackung beachten. Ein Sack mit 20 Kilogramm Rasenkalk kostet ungefähr 10 Euro.

Vermoosten Rasierer sanieren

Ist der Rasen vertikutiert, der pH-Wert überprüft und der Rasen gegebenenfalls nachgekalkt, wird erst der Kompost ausgebracht und dann neuer Rasen ausgesät.

  • Kompost ist organisches Material, das unter dem Einfluss von Luftsauerstoff, Bakterien und Pilzen vor allem zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut wird. Dabei wird Humus gebildet. Deshalb ist Kompost in erster Linie ein Bodenverbesserer, der als idealer Nährboden für Mikroorganismen gilt, Nährstoffe in der Humusschicht pflanzenverfügbar macht und somit als organischer Dünger wirkt.
  • Das Rasensaatgut lässt sich mit einem Streuwagen gleichmäßig ausbringen. Ideal ist zertifiziertes Rasensaatgut, zum Beispiel RSM 2.3. Für 250 Quadratmeter Rasen braucht man Saatgut für rund 50 Euro.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 11.04.2016 | 20:15 Uhr

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