Stand: 11.03.2015 14:06 Uhr

Was hilft gegen Algen im Gartenteich?

von Verena Künstner

Unmengen an Nährstoffen wie beispielsweise durch Regen eingespülter Rasendünger, Temperaturschwankungen oder Fischfutter verändern die für einen ausgewogenen ökologischen Prozess erforderlichen Bedingungen im Teichwasser und tragen zur Algenbildung bei. Um das zu verhindern, können Teichbesitzer einiges tun - und das beginnt bereits beim Anlegen eines neuen Teichs.

Vor dem Teichbau beachten

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Ein Gartenteich sollte idealerweise mehrere Zonen haben.

Um eine übermäßige Bildung von Algen von vornherein auszuschließen, sollte in jedem Fall die Teichgröße beachtet werden. Nur, wenn der Teich groß genug ist, das Wasser sich also nicht zu schnell erwärmen kann, wird ein biologisches Gleichgewicht erreicht, das den Algen das Wachstum erschwert. Außerdem sollte der Teich in verschiedenen Stufen angelegt sein: Sumpfzone, Flachwasser und Tiefenwasser (mindestens einen Meter tief, besser tiefer). In den unterschiedlichen Zonen können Hobbygärtner nun jeweils geeignete Wasserpflanzen einsetzen. Es empfiehlt sich, den Teich nicht direkt unter laubabwerfenden Bäumen anzulegen, da die Blätter im Herbst für eine überhöhte Nährstoffanreicherung im Teich und somit für Algenwachstum sorgen

Fadenalgen müssen aus dem Teich entfernt werden

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Fadenalgen sind Sauerstoffräuber im heimischen Gartenteich.

Das Vorhandensein von Fadenalgen ist durchaus ein positives Zeichen: Es spricht für die biologische Qualität und Stabilität eines Teichs. Dennoch müssen Fadenalgen regelmäßig aus dem Teich entfernt werden, weil sie beim Absterben Stickstoff-Verbindungen wieder an den Teich zurückgeben. Die abgestorbenen Algen lassen sich an der Bildung grünlichen Schaums erkennen.

Zum Herausfischen der Algen eignet sich ein Kescher. Sind jedoch viele Wasserpflanzen im Teich, besteht die Gefahr, diese mit herauszuangeln. Tipp: Mit einem dicken Ast die Algen "herauswickeln" wie Spaghetti auf eine Gabel. Das schont die Pflanzen und ist effektiv. Ein grobzinkiger Rechen darf zum Algenfang nicht benutzt werden: Die Zinken könnten die Teichfolie beschädigen. Ab Mitte April sollten alle zwei bis drei Tage alle Algen entfernt werden, die sich leicht lösen lassen. Im Juni und Juli reicht es, die Prozedur alle drei bis vier Wochen einmal durchzuführen. Die Algen können auf dem Kompost entsorgt werden.

Es gibt natürliche Algenbekämpfer

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Wasserlinsen verringern das Algenwachstum.

Gute Dienste gegen Algen leisten vermehrungsfreudige Schwimmpflanzen wie Krebsscheren, Froschbiss oder Wasserlinsen. Je mehr Wasserpflanzen im Teich vorhanden sind, desto weniger Nährstoffe können die Algen für ihr Wachstum nutzen. Etwa ein Drittel der Fläche sollte bewachsen sein. Wer für ständige Wasserbewegung sorgt, stört das Algenwachstum zusätzlich. Ein kleiner Springbrunnen ist daher nicht nur dekorativ, sondern auch sinnvoll im Kampf gegen Algen. Ein stabiler Eichenast, den man ins Wasser legt, senkt darüber hinaus den pH-Wert durch Abgabe seiner Gerbsäure. Das verschlechtert die Lebensbedingungen der Algen. Allerdings muss man den Ast wieder herausnehmen, bevor er zersetzt ist, sonst kehrt sich der Vorgang um.

Einfach der Natur vertrauen

Die Sichttrübung durch Algen beseitigen im Frühjahr auch Wasserflöhe, die sich von den Algen ernähren. Mitte Mai haben die kleinen Tierchen die gesamte Sichttrübung sozusagen aufgefressen. Dann sterben sie ab und sinken zu Boden. Das Wasser im Teich ist dann fast kristallklar. Zur Beruhigung: Eine gewisse Trübung des Teiches ist normal.

Beschattung beugt Algenbefall vor

Ein zu sonniger Standort des Teichs fördert den Algenbefall. Zur Beschattung eignen sich Pflanzen mit Schwimmblättern wie Seerose, Lotos, Seekanne und Froschbiss. Pflanzen, die unter der Wasseroberfläche wachsen, wie Wasserschlauch oder Wasserpest, wirken zudem reinigend. Beim Pflanzen darauf achten, dass nicht zu viel nährstoffhaltige Erde in den Teich gelangt. Bei Neupflanzungen am besten auf spezielle Wasserpflanzenerde zurückgreifen. In der Uferzone wachsen besonders gern die Wasserbinse, Blutweiderich, Kleiner Rohrkolben, Pfeilkraut oder Schwertlilie. Auf dem Etikett ist jeweils vermerkt, in welcher Wasserhöhe sich die Pflanzen am wohlsten fühlen.

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Dieses Thema im Programm:

DAS! | 06.08.2011 | 18:45 Uhr

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