Stand: 17.10.2014 11:01 Uhr

Göttingens grüne Oasen

Bild vergrößern
Der Alte Botanische Garten zeigt mehr als 14.000 Pflanzen aus aller Welt.

Mit drei botanischen Gärten ist Göttingen ein lohnendes Ausflugsziel für Pflanzenfreunde. Die Anlagen - der Alte und der Neue Botanische Garten sowie der Forstbotanische Garten - gehören zur Georg-August-Universität, sind aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt stehen auf den Geländen mehrere Zehntausend unterschiedliche Pflanzen.

Riesige Pflanzenvielfalt im Alten Botanischen Garten

Den Alten Botanischen Garten gibt es solange wie die Universität Göttingen: seit 1736. Damals wurde er als "hortus medicus" angelegt - als Medizingarten. Schon wenige Jahre später gehörte er zu den zehn bedeutendsten Gärten mit Sammlungen von Heil-, Gewürz- und Nutzpflanzen in Europa. Ein Katalog von 1743 umfasste bereits 1.500 Arten.

Bild vergrößern
Der Botanische Garten mit seinen kleinen Wegen ist die wohl schönste Grünanlage Göttingens.

Heute gilt der Alte Botanische Garten hinter dem Audimax im Nordosten der Innenstadt als schönste Grünanlage Göttingens. Dort wachsen auf gut fünf Hektar Fläche mehr als 14.000 Pflanzenarten. Nur der Botanische Garten Berlin bietet in Deutschland eine größere Vielfalt. Zu den Schwerpunkten gehören Moose und Farne, Sumpf- und Wasserpflanzen, Bromelien, Passionsblumen und andere Pflanzen Mittel- und Südamerikas.

Kakteen, Orchideen und Seerosen

Bild vergrößern
In eine Gewächshaus können Besucher auch die Victoria-Seerose, die größte Seerosenart der Welt, bewundern.

Sieben Gewächshäuser mit Neben den Freiflächen gibt es insgesamt sieben Gewächshäuser, darunter das Regenwaldhaus mit Orchideen, Lianen und Riesenkräutern, das Cycadeenhaus mit Palmfarnen und fast 100 verschiedenen Passionsblumen sowie das Kakteenhaus, in dem auch fleischfressende Pflanzen wachsen. Besonders sehenswert sind das mehr als 170 Jahre alte Araceenhaus mit dem feuchtwarmem Klima der Tiefland-Regenwälder und das Viktoriahaus mit seinen prachtvollen tropischen Seerosen und Kletterpflanzen sowie das als Baudenkmal sanierte Farnhaus.

Von März bis Oktober finden Führungen statt, die den Besuchern unter verschiedenen Themen wie "Miniexpedition in den Regenwald" oder "Die Wüste lebt" die Pflanzenwelten erläutern. Außerdem gibt es im Alten Botanischen Garten ein Gartencafé.

Experimenteller Botanischer Garten

Der Experimentelle Botanische Garten wurde 1967 am nordöstlichen Stadtrand in Weende-Nord eröffnet. Zunächst unter dem Namen Neuer Botanischer Garten. Er dient überwiegend der experimentellen Forschung, der Lehre, aber auch der Umwelterziehung und Erhaltung bedrohter Arten. Neben Bedingungen, die vor allem für Forscher wichtig sind, wie etwa Grundwasserbecken, bietet der Garten zahlreiche interessante Bereiche für Besucher. Das Alpinum (Alpengarten) beispielsweise veranschaulicht, wie hart die Bedingungen für Pflanzenarten im Klima der nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Hochgebirge sind. In dem Garten blühen farbenprächtige Bergwiesen, auf seinen markanten Gesteinsformationen wachsen aber auch Polsterpflanzen aus der spanischen Sierra Nevada und Steinbrecherarten der südlichen Alpen. Nässeempfindliche Gebirgspflanzen finden im Alpinenhaus einen geschützten Platz.

An eine vergangene Kulturlandschaft erinnert der Bereich der sogenannten Dreifelderwirtschaft, der historischen Rotationswirtschaft. Hier blühen farbenprächtige Acker-Wildkrautarten am Rand der Felder mit Wintergetreide, Kartoffeln und Sommergetreide.

In einem Infopavillon können sich Besucher einen Überblick verschaffen, ihren Rundgang planen und sich über Führungen informieren. Auf Anfrage können auch die Versuchsgewächshäuser des Experimentellen Botanischen Gartens besichtigt werden. Das Freigelände ist jederzeit zugänglich.

800 Baumarten im Forstbotanischer Garten

Bild vergrößern
Wenn im Frühjahr die japanischen Kirschen blühen, lohnt ein Besuch des Arboretums besonders.

Eine der besonders großen und vielfältigen Gehölzsammlungen findet sich im Forstbotanischen Garten mit seinem Pflanzengeografischen Arboretum, der Gehölzsammlung. Das Gelände liegt direkt neben dem Neuen Botanischen Garten. Ein weitläufiges Wegenetz lädt im forstbotanischen Teil zu Spaziergängen zwischen den 800 verschiedenen Baum- und Straucharten ein, die nach ihren biologischen Familien geordnet sind. So finden sich auf dem Gelände Bereiche mit Alleebäumen, Ölbaum- und Rosengewächsen, Zwerggehölzen oder fossilen Gehölzen.

Im Herbst lässt der Indian Summer die Blätter leuchten

Im größeren Teil des Geländes ist das Arboretum untergebracht. Dort wurden Sammlungen von Gehölzen nach ihrer Herkunft sortiert: China, Japan, Kaukasus-Kleinasien, Korea und Nordamerika. Ein Besuch der Nordamerika-Sammlung lohnt sich besonders im Herbst, wenn in Göttingen der Indian Summer Einzug hält und die Blätter der Bäume bunt leuchten. Die japanische Sammlung ist im Frühjahr besonders reizvoll, wenn die Kirschbäume üppig blühen.

Alter Botanischer Garten
Untere Karspüle 2, 37073 Göttingen, Tel. (0511) 39 57 55
Öffnungszeiten
täglich 8-18.30 Uhr, Gewächshäuser bis 15 Uhr
Sukkulentenhaus, Kakteenhaus und Araceenhaus sind eingeschränkt zugänglich.
Führungen nach Vereinbarung
Eintritt frei

Experimenteller Botanischer Garten
Grisebachstr. 1a, 37077 Göttingen, Tel. (0551) 39 57 13
Das Freigelände ist immer geöffnet, das Alpinenhaus tagsüber. Die Versuchshäuser können nach Anmeldung besichtigt werden.
Eintritt frei

Forstbotanischer Garten
Büsgenweg 2, 37077 Göttingen, Tel. (0551) 39 34 92
Der Garten ist immer geöffnet. Führungen nach Vereinbarung.
Eintritt frei

Weitere Informationen

Göttingen: Moderne Unistadt mit Tradition

"Stadt, die Wissen schafft" - so nennt sich Göttingen selbst. Tätsächlich prägen die traditionsreiche Hochschule und Tausende Studierende Stadtbild und Lebensgefühl. mehr

Die Schatzkammern der Uni Göttingen

Uralte Musikinstrumente, exotische Gewänder und berühmte Skulpturen: In den Archiven der Universität Göttingen lagern Tausende Schätze. Besucher willkommen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 09.05.2015 | 18:00 Uhr