Stand: 04.01.2017 18:17 Uhr

Warum stürmt es besonders im Herbst und Winter?

von Simona Dürnberg

In der kalten Jahreszeit geht es wieder los: Stürme nehmen an Fahrt auf und brausen über das Land. Aktuell hält Tief "Axel" den Norden in Atem. Kurz zuvor fegte Sturmtief "Barbara" über Norddeutschland und richtete mit Böen von bis zu 100 Stundenkilometern viele Schäden an.

Hohe Temperaturunterschiede sorgen für Sturm

Für die besonders vielen Stürme in den Wintermonaten sind die hohen Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südeuropa verantwortlich. Zwar sind die Temperaturen auch im Sommer ungleich über Europa verteilt - doch ab Herbst, wenn sich die Luft aufgrund der sinkenden Sonneneinstrahlung vor allem im Norden abkühlt, nimmt der Temperaturunterschied deutlich zu. Während im Süden noch Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius möglich sind, können im Norden schon Minusgrade herrschen. Diese Unterschiede wirken sich auf die sogenannte Polarfront aus - sie markiert den Übergangsbereich zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft und erstreckt sich wellenförmig um die gesamte Nordhalbkugel.

Wie entsteht ein Sturm?

Die unterschiedlichen Temperaturen über Europa sorgen dafür, dass sich die Luftmassengrenze (Polarfront) auf der Nordhalbkugel verstärkt. Im Zuge dieser Intensivierung wandert sie ab Herbst Richtung Süden. Sind die Temperaturunterschiede groß genug, bilden sich an der Polarfront Tiefdruckgebiete - neben den ungleich verteilten Temperaturen sind die zeitgleich auftretenden Luftdruckunterschiede entscheidend für die Entstehung eines Sturms. Wenn kalte und warme Luftmassen aufeinander treffen, schiebt sich die leichtere Warmluft über die schwerere, kalte Luftmasse. Je höher die Temperaturdifferenz ist, desto größer sind die Luftdruckunterschiede. Und je größer die Luftdruckunterschiede sind, desto stärker fallen die Winde aus. Herbststürme beginnen gewöhnlich ab Mitte Oktober, die stärksten Stürme sind aber die Winterstürme.

Wind, Sturm und Orkan - was sind die Unterschiede?

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Sturm-Stärken: Von Windstille bis zum Orkan

Die Stärke des Windes wird in Beaufort gemessen. Die Sturm-Skala reicht von Windstille bis Orkan. Unsere Bildergalerie verrät, wie sich die einzelnen Stufen unterscheiden. Bildergalerie

Die Kraft des Windes wird anhand der sogenannten Beaufortskala gemessen - ein weitverbreitetes System zur Beschreibung von Windgeschwindigkeiten. Die Skala teilt den Wind in 12 Stärken ein und ist nach dem Briten Sir Francis Beaufort benannt.

Ab einer Windgeschwindigkeit von 75 Stundenkilometern sprechen Meteorologen von einem Sturm. Startverbot für Verkehrsflugzeuge besteht schon bei "steifem Wind" - ab 55 Kilometer pro Stunde.

Windstärken
BeaufortBezeichnungWindgeschwindigkeit in km/hAuswirkungen
0Windstille< 1Rauch steigt senkrecht auf
1leiser Zug1 - 5Fahnen bleiben unbewegt, Rauch treibt leicht ab
2leichte Brise6 - 11Wind im Gesicht spürbar, Blätter und Windfahnen bewegen sich
3schwache Brise12 - 19Wind bewegt dünne Zweige
4mäßige Brise20 - 28Wind hebt Staub und loses Papier vom Boden auf
5frische Brise29 - 38kleine Laubbäume beginnen zu schwanken
6starker Wind39 - 49starke Äste schwanken, Regenschirme sind nur schwer zu halten
7steifer Wind50 - 61fühlbare Schwierigkeiten beim Gehen gegen den Wind, ganze Bäume bewegen sich
8stürmischer Wind62 - 74Zweige brechen von Bäumen ab, erhebliche Schwierigkeiten beim Gehen im Freien
9Sturm75 - 88Äste brechen von Bäumen ab, kleinere Schäden an Häusern (herabfallende Dachziegel)
10schwerer Sturm89 - 102Bäume können brechen, größere Schäden an Häusern möglich
11orkanartiger Sturm103 - 117Wind entwurzelt Bäume
12Orkanab 118schwere Verwüstungen möglich

Windrekord in Norddeutschland

Den "Windrekord" im Norden hält nach wie vor das Orkantief Kyrill. Mit bis zu 148 Stundenkilometern fegte der Orkan 2007 über Norddeutschlands Küsten hinweg. Laut Experten sollen extreme Wetterlagen in Zukunft zunehmen - eine Folge des Klimawandels.

Dieses Thema im Programm:

plietsch. | 03.11.2014 | 21:00 Uhr

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