Stand: 16.02.2017 16:10 Uhr

Der Tastsinn - ein wichtiger Helfer im Alltag

Wärme, Kälte, Schmerz oder zärtliche Berührungen - all das können wir fühlen. Der Tastsinn spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben und ist nicht nur für blinde Menschen entscheidend, wenn es darum geht, Informationen über unsere Umwelt und uns selbst zu erhalten.

Vorreiter aller Sinne

Bevor wir sehen oder hören können, beginnen wir zu fühlen: Der Tastsinn entwickelt sich im Mutterleib als erstes. Bereits in der achten Schwangerschaftswoche reagiert ein Fötus auf Reize und kann nur wenige Wochen später erste Greifbewegungen ausführen. Haptikforscher Martin Grunwald von der Universität Leipzig ist sich sicher, dass diese vorgeburtlichen Tasterfahrungen eine Art neuronale Basismatrix entstehen lassen. Diese sei wiederum Grundlage für die sich später entwickelnden Sinne: Sehen, Hören, Riechen und Schmecken.

Fühlen schützt vor Gefahren

Die Haut ist unser größtes Organ. In allen drei Schichten (Epidermis, Lederhaut und Subcutis) befinden sich Sinneszellen (Rezeptoren) - mit ihnen nehmen wir Reize auf, die über das Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet werden. So können wir in Sekundenschnelle richtig auf unsere Außenwelt reagieren, zum Beispiel wenn das Badewasser zu heiß oder das Speiseeis zu kalt ist. Damit unser Hirn zwischen den verschiedenen Informationen wie Schmerz, Kälte oder Hitze unterscheiden und dementsprechende Handlungen veranlassen kann, besitzt unsere Haut unterschiedliche Arten von Rezeptoren.

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Berührungen und Nähe sind vor allem für Neugeborene entscheidend.
Berührungen sind gesund!

Im Vergleich zu den anderen Sinnen wissen wir über das Fühlen bisher am wenigsten. Wissenschaftler führen das auf die Tatsache zurück, dass die haptische Wahrnehmung in unserer Gesellschaft zum Symbol der Erotik wurde. Mittlerweile ist bewiesen, dass sich Berührungen positiv auf die Gesundheit auswirken: Sie können den Blutdruck senken und die Wundheilung beschleunigen. Wer sich über regelmäßige Streicheleinheiten freuen kann, ist außerdem entspannter und schmerzunempfindlicher.

Studien mit Neugeborenen haben ergeben, dass Frühchen, die nach der Geburt besonders viel Nähe und direkten Hautkontakt erfuhren, eine höhere Überlebenschance hatten. Reize auf der Haut schütten bei Babys Wachstumshormone aus, die Entwicklung des Gehirns wird gefördert. Das Fehlen von einfühlsamen Berührungen kann im schlimmsten Fall zum Tod des Säuglings führen.

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