Französische Barockoper mit Les Ambassadeurs

Das 2011 von Alexis Kossenko gegründete Barockorchester Les Ambassadeurs hat es sich zur Aufgabe gemacht, das reiche Repertoire der Dresdner Hofkapelle wiederzubeleben.

Frankreich schickte seine überzeugendsten Botschafter nach Hamburg: das Orchester Les Ambassadeurs. Gemeinsam mit dem in Nizza geborenen Flötisten Alexis Kossenko feierte das Ensemble die Kraft der Liebe und die Macht der Musik: aufs Schönste vereint in der grandiosen französische Barockoper.

Mo, 25.09.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal

Les Ambassadeurs
Alexis Kossenko Dirigent
Chantal Santon-Jeffery Sopran
Anders J. Dahlin Tenor
Aimery Lefèvre Bariton

JEAN-PHILIPPE RAMEAU
Airs, Ariettes, Ouvertures, Danses aus:

  • Zoroastre
  • Castor et Pollux
  • Dardanus
  • Les Indes Galantes
  • Le Temple de la Gloire
  • La Princesse de Navarre
JEAN-JOSEPH CASSANÉA DE MONDONVILLE
  • Les Fêtes de Paphos
  • Titon et l'Aurore
MARIN MARAIS
Sémélé
JEAN-MARIE LECLAIR
Scylla et Glaucus
ANDRÉ CAMPRA
L’Europe Galante

Radiotipp:
NDR Kultur hat das Konzert aufgezeichnet und sendet es am 1. Februar 2018 ab 20 Uhr im Radio.

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Oper ist nicht gleich Oper. Im Frankreich des Barock, des Grand Siècle, hieß sie "Tragédie" oder "Tragédie (mise) en musique". Wenn es je in der Geschichte ein Gesamtkunstwerk gab, dann war es diese unschlagbare Allianz aus Komposition, Ballett, Dichtung und Schauspiel, moralischer Erbauung und politischer Propaganda.

Ein Meister der feinen Schattierungen

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Der französische Flötist Alexis Kossenko hat sich sowohl auf der Traversflöte als auch als Dirigent einen hervorragenden internationalen Ruf erarbeitet.

Begründet wurde die Tragédie am Hof des Sonnenkönigs, aber ihr außergewöhnlichster, jeden Vorgänger und Konkurrenten überragender Repräsentant ging erst nach dem Tod Ludwigs XIV. ans Werk: Jean-Philippe Rameau, ein bis dahin kaum bekannter Privatgelehrter aus der Provinz, der als Mann von fünfzig Jahren seine erste Oper schuf und fortan die Tragédie lyrique, die Pastorale héroïque und die Opéra-ballet in moderne, atemberaubende, bahnbrechende Musik verwandelte – zum Entsetzen der Traditionalisten, zum Entzücken der Intellektuellen und Reformer.

Himmel und Erde in Bewegung setzen

Rameau sei "eigensinnig, glanzvoll, vielschichtig, schwierig", schwärmte der Schriftsteller und Philosoph Denis Diderot: Vor Rameau "kannte keiner die feinen Schattierungen, die das Zärtliche vom Sinnlichen, das Sinnliche vom Leidenschaftlichen, das Leidenschaftliche vom Wollüstigen scheiden". Die Tragédie setzte Himmel und Erde in Bewegung, rief die Götter herab und die Dämonen herauf und scheute selbst vor den Toren der Unterwelt nicht zurück.