"Shakespeare & Music" mit Anna Prohaska

Nachdem die Sopranistin Anna Prohaska bereits im dritten Abo-Konzert mit Purcell und Locke eine Lanze für das angebliche "Land ohne Musik" brach, kehrte sie im Februar mit ihrem Programm "Shakespeare & Music" und der Akademie für Alte Musik Berlin noch einmal nach Hamburg zurück.

Screenshot: Anna Prohaska beim Konzert in der Laeiszhalle. © NDR

"Für mich war es wunderbar"

Sie mache am liebsten Kammermusik, erzählt Anna Prohaska. Mit betörender Alter Musik aus England und Texten von Shakespeare begeisterte die Sopranistin das Publikum in der Laeiszhalle.

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Di, 16.02.2016 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal

Akademie für Alte Musik Berlin
Anna Prohaska Sopran und Rezitation

HENRY PURCELL

  • Fantasia Upon One Note
  • "Mark, how readily each pilant string" (aus "Raise, raise the Voice")
  • Sonate Nr. 6 C-Dur (Auszüge)
  • "Sing, sing, ye Druids" (aus "Bonduca")
  • Suite aus "King Arthur"
  • "O let me weep" (aus "The Fairy Queen")
  • Suite aus "The Gordian Knot Unty’d"
  • "Oh, the Sweet Delights of Love" (aus "Dioclesian")
  • "Music for a while" (aus "Oedipus")
  • "Let each gallant heart"
  • "If music be the food of love"
MATTHEW LOCKE / THOMAS WELDON
Suite aus "The Tempest"
JOHN DOWLAND
"Come againe: sweet love"
JOHN BLOW
Suite aus "Venus and Adonis"
WILLIAM SHAKESPEARE
Rezitationen aus "Twelfth Night, or What You Will", "Romeo and Juliet" und den Sonnets

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Betörende Alte Musik aus England

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Sie gehört zur Weltspitze der Kammerorchester: die 1982 gegründete Akademie für Alte Musik Berlin.

Ein Vorurteil muss endlich fallen: die üble Nachrede gegen England, das als "Land ohne Musik" verschrien ist, sehr zu Unrecht. Obgleich zwischen Purcell und Elgar tatsächlich eine auffallende Traditionslücke klafft, war und ist die Insel zuvor und seither reich gesegnet mit musikalischen Begabungen. Wer wollte dies bestreiten, wenn er etwa "Come againe" hört, den betörenden Gesang aus dem "First Booke of Songes" des Lautenisten John Dowland? Oder den Hofkomponisten Matthew Locke kennenlernt, der im 17. Jahrhundert für "The Duke's Company" die herrlichste Theatermusik erfand, für die Schauspieltruppe des königstreuen Dichters Sir William Davenant (angeblich ein unehelicher Sohn Shakespeares)?

Reif für die Insel

Der Nachfolger Lockes am Hofe und ohnehin sein legitimer künstlerischer Erbe wurde Henry Purcell. Mit seinen "Semi-Operas" wie "King Arthur" oder "The Fairy Queen" schuf er musikalische Dramen in der Schnittmenge des Schauspiels und des Musiktheaters. Purcells Lehrer, Mentor und Vorbild aber, John Blow, "Composer of the Chapel Royal", schrieb die erste (erhaltene) Oper der englischen Musikgeschichte überhaupt: "Venus and Adonis". Kurzum - der europäische Konzertbesucher ist reif für die Insel.

Anna Prohaska und Il Giardino Armonico

CD-Tipp

Der Klang des Krieges

Zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren hat Anna Prohaska ein Konzept-Album aufgenommen. "Behind the Lines" ist keine CD zum Nebenbeihören. mehr