Geschichten von Liebe und Krieg

Seit seinem Debüt 1984 hat das Barockensemble Concerto Italiano um Rinaldo Alessandrini weltweit für Furore gesorgt.

2017 ist ein Monteverdi-Jahr: Vor 450 Jahren erblickte "Il divino Claudio", "der göttliche Claudio", wie er von seinen Bewunderern schon zu Lebzeiten genannt wurde, im lombardischen Cremona das Licht der Welt. Cembalist Rinaldo Alessandrini und sein Ensemble Concerto Italiano ehrten den Jubilar und setzten dessen Musik zu Geschichten von Liebenden und Kriegern in den Mittelpunkt ihres Konzertabends.

Mo, 24.04.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung mit Ilja Stephan im Kleinen Saal

Concerto Italiano
Rinaldo Alessandrini Cembalo und Leitung

"Notte - Storie di amanti e guerrieri "

CLAUDIO MONTEVERDI

  • "Hor che’l ciel e la terra"
  • "Il Combattimento di Tancredi e Clorinda"
  • "Vivrò fra i miei tormenti e le mie cure"
  • "Lamento della Ninfa"
  • "Al lume delle stelle"
  • "A Dio, Florida bella"
  • "Ecco mormorar l’onde"
aus den "Libri de' Madrigali II, III, VI, VII, VIII

sowie Instrumentalsätze aus dem Opernschaffen Monteverdis

Radiotipp:
NDR Kultur sendet am 9. Juni 2017 ab 20 Uhr eine Aufzeichnung des Konzerts

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Der preisgekrönte Dirigent und Cembalist Rinaldo Alessandrini begann erst als 14-Jähriger mit dem Klavierunterricht. Später entdeckte er das Cembalo.

Für Stammhörer von NDR Das Alte Werk und Fans der Musik von Claudio Monteverdi ist Rinaldo Alessandrini ein guter alter Bekannter. Gerne erinnert man sich etwa an die imposante Rekonstruktion einer Vesper für Venedigs Dom San Marco, die Alessandrini 2012 vorstellte. Im April 2017 widmete sich der Römer mit seinem Ensemble Concerto Italiano Monteverdis Madrigalen.

Musik muss bewegen

"Das Ziel, das gute Musik haben muss, ist, zu bewegen", schrieb Claudio Monteverdi im Vorwort seines achten Madrigalbuches. Wie man seine Hörer bewegt, das erkundete der Urvater aller Musikdramatiker in immer neuen Kombinationen aus Dichtung und Klängen in seinen Madrigalen. Madrigale waren sein Experimentierfeld, und man kann die ungeheure Dynamik von Monteverdis Schöpfertum sehr gut an der stilistischen Entwicklung vom ersten bis zum achten Buch der Madrigale verfolgen.

Berittene Sänger

Am Anfang stand der junge Monteverdi noch ganz im Banne der Tradition; der fünfstimmige Vokalsatz war auch für ihn verbindlich. Am Ende der Entwicklung stehen dramatische Szenen mit ausgesucht farbiger und abwechslungsreicher Orchesterbegleitung; von dort aus ist es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zur Oper. Alessandrini präsentiert nun eine Auswahl aus den Büchern II, III, VI, VII und VIII. Am bekanntesten ist dabei sicher das fatale Liebesduell "Il Combattimento di Tancredi e Clorinda". Bei dessen Uraufführung 1624 im Palazzo Moccenigo soll der Sänger des Tancredi sogar zu Pferd auf die Bühne gekommen sein – so weit trieb Alessandrini die historische Rekonstruktion nun aber doch nicht.