Stand: 08.06.2015 08:24 Uhr

"Atemlos" in Hannover

von Dirk Plasberg

Helene Fischer hat am Sonntagabend bei bestem Sommerwetter in Hannover vor 40.000 Besuchern auf der riesigen Stadionbühne endgültig bewiesen, dass sie eine große Entertainerin ist. Der Tourneetitel "Farbenspiel" passt: Die Abendsonne leuchtet noch über dem Stadiondach, da betritt Helene Fischer in leuchtend gelbem Kleid mit Schleppe die Bühne und singt "Das ist unser Tag".

Helene Fischer 2015 in Hannover

Beste Laune: Helene Fischer begeistert

Unter dem Jubel der Fans wirbelt Helene zu "Fehlerfrei" mit goldenen Mini-Pants über die Bühne. Grüne Luftschlangen, gelber Konfettiregen und Feuerfontänen sprühen. Die Band mit 17 Musikern und Backgroundsängern spielt hervorragend, die zwölf Tänzer werfen die kleine Helene meterhoch in die Luft. Diese und weitere Showeinlagen, rund um das Thema der vier Jahreszeiten mit wechselnden Kulissen, stehen für eine Show mit Elementen vom Broadway.

Natürlich stimmt nicht nur die Musik. Ob Glitzerkleid, Jeanshosenanzug oder Schlabberlook: Helene zieht sich fünfmal um. Und sie wechselt auch die Musikfarbe: Die Künstlerin singt Coversongs wie Peter Maffays "Ich wollte nie erwachsen sein" aus Tabaluga oder Westernhagens "Sexy" - wozu sie sich auf einer roten kussförmigen Couch lasziv räkelt - bis zu Tina Turners "The Best". Bei "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n", kommt die neue Helene Fischer Handy-App zum Zug. Wer sie heruntergeladen hat, ist Teil der Show. Bei diesem Song blinkt das Handy farbenfroh im Takt zur Musik.

Akrobatische Showeinlagen

Die perfekte Lichtstimmung herrscht dann im letzten Teil der Show. "Von hier bis unendlich" markiert den akrobatischen Höhepunkt des Abends. Helene fliegt am Trapez-Seil quer durchs Stadion über die Köpfe der Fans hinweg, dreht Pirouetten und fliegt auch kopfüber. Atemberaubend, und dabei singt sie noch. Sie landet auf einer kleinen Zweitbühne am anderen Ende des Stadions über dem Mischpult und singt ein Akustikset mit der Ballade "Ein kleines Glück", dem Robert-Enke-Gedenksong "The Rose" sowie den Song "Hundert Prozent". Die Fans im hinteren Teil des riesigen Stadions haben ihren Star für einige Momente ganz nah. Denn genau 148,39 Meter entfernt sitzen die Zuschauer auf den letzten Rängen von der großen Bühne entfernt. Tänzer und Musiker sehen mit dem bloßen Auge aus wie wuselnde Ameisen. Nur die riesigen Leinwände retten den visuellen Eindruck.

Helene setzt Maßstäbe

Nach über zwei Stunden ist die kleine Frau noch immer nicht müde. Dabei müssen ihr die langen Laufwege in den Beinen stecken, zumal sie hochhackige Schuhe trägt. Hut ab vor so viel Kondition. Dann geht es in die Zugaben: Die 30-Jährige singt "Phänomen", eine Hommage an ihre Mama, und dann gibt es ihren größten Partyhit "Atemlos durch die Nacht" als Discoversion und zum Mitsingen. Fazit: Helene Fischer hat die Messlatte für nachfolgende Künstler sehr hoch gelegt und mit dieser Stadionshow neue Maßstäbe gesetzt.

Glückliche Gewinner des Meet & Greets trafen Helene Fischer vorab

Zehn Hörer trafen Helene Fischer kurz vor dem Konzert, machten Fotos und holten sich Autogramme. Alle waren von ihr begeistert: "Die Frau ist so schön, mir ging gar nichts anderes mehr durch den Kopf", schwärmt Pascal Schneider aus Springe. Helene habe zu ihm gesagt, sie würde jetzt eine Strichliste führen, wie oft er dieses Kompliment noch wiederholt. "Sie kann singen, tanzen, schauspielern, einfach alles." Jennifer Schmidt und Sarah Köhler aus Vechelde fanden das Konzert riesig: "Wo sie über die Menge geschwebt ist und Purzelbäume geschlagen hat, das war beeindruckend und perfekt. Wir hatten zwar Sitzplätze, aber wir haben nur gestanden." Und: "Sie fand meine pink-farbene Bluse schön, da die so gut zu ihrem gelben Kleid passte. Sie ist so sympathisch und hat dieses Strahlen im Gesicht, eine liebenswerte Person. Man kann sie nur mögen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 08.06.2015 | 10:20 Uhr