Stand: 14.11.2016 06:00 Uhr

Wo und wann schlagen Einbrecher im Norden zu?

In den dunklen Monaten Oktober bis Dezember sind Einbrecher besonders gerne auf Beutezug. Nachts arbeiten sie hingegen selten - in der Regel kommen die Kriminellen zwischen 10 und 22 Uhr. Meist hebeln sie Fenster oder Türen auf, um in die Wohnungen und Häuser einzudringen, um Beute zu machen. Bei Einfamilienhäusern gelangen sie am häufigsten durch Fenstertüren oder Fenster ins Innere. Zum heutigen NDR Thementag "Einbruch" hat Datenjournalist Claus Hesseling die wichtigsten Daten und Fakten zusammengetragen. Wo schlagen die Einbrecher am häufigsten zu? Welche Orte sparen sie aus? Wann finden Einbrüche am häufigsten statt? Wo scheinen die Ermittler machtlos? Klicken Sie sich durch Norddeutschlands Einbruch-Karte.



Einbrüche pro 100.000 Einwohner

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Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) / eigene Auswertung

Langfristig gehen die Zahlen zurück

Zuerst die gute Nachricht: In Norddeutschland wird weniger eingebrochen als in den 90er-Jahren. Allerdings nimmt die Zahl der Einbrüche seit einigen Jahren wieder zu. Wie gefährdet der eigene Besitz ist, hängt dabei allerdings sehr stark vom Wohnort ab. Am unsichersten dürften sich laut Statistik die Bewohner von Bremerhaven, Bremen, dem Kreis Stormarn, Hamburg und Osnabrück fühlen. In diesen Orten werden vergleichsweise viele Wohnungen aufgebrochen. Aufgeklärt wird nur ein Bruchteil der Einbrüche. Einzige Ausnahme: Osnabrück. Dort kann immerhin in jedem dritten Fall ein Täter ermittelt werden. "Warum wir gut abschneiden ist schwer zu sagen. Vielleicht konnten wir viele Taten einer Gruppe zuordnen, vielleicht wirkt unsere Prävention", rätselt Frank Oevermann von der Polizeiinspektion Osnabrück. "Aufgrund der vielen Fälle haben wir aber auch diverse Kollegen für die Ermittlungen abgestellt, die sich mit einigem Aufwand den Fällen widmen."

Nordosten erfolgreich, Wolfenbüttel erfolglos bei Tätersuche

tv tipp

Wie machtlos sind wir?

14.11.2016 21:00 Uhr
NDR Fernsehen

Alle zwanzig Minuten ein Einbruch, Aufklärungsquoten im Keller, Sonderkommissionen im Dauereinsatz! Der Film liefert Antworten und Fakten. mehr

Insgesamt zeigen sich die Ermittler in den Kreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Aurich als besonders erfolgreich bei der Tätersuche. In Wolfenbüttel, Ostholstein und Bremen hingegen war die Aufklärungsquote im Jahr 2015 am niedrigsten. Verurteilt werden laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFM) je nach Ort allerdings ohnehin nur zwei bis fünf Personen pro 100 Einbrüche. Und diese nehmen meistens Beute im Wert von etwa 2.500 Euro mit.

Stärkste Veränderungen in Uelzen und Braunschweig

Die stärksten Veränderungen in den vergangenen fünf Jahren verzeichnen die Landkreise Uelzen und Braunschweig. Letzterer freut sich über den größten Rückgang im Norden von 457 auf 375 Fälle (-17,9 Prozent). Uelzen hingegen verzeichnet deutlich mehr Einbrüche: von 52 stiegen sie auf 129 (+148 Prozent). Datenjournalist Hesseling ordnet die Daten ein: "Bei geringen Fallzahlen und geringen Einwohnerzahlen kann es zu statistischen Verzerrungen kommen. Schlagzeilen wie 'Zahl der Einbrüche in einer Gemeinde verdreifacht', relativieren sich, wenn man weiß, dass es 2014 nur einen Einbruch und 2015 dann drei gab", erläutert er. Das heiße aber nicht automatisch, dass die Gemeinde ein Einbrecher-Problem habe. Dafür müsse der langfristige Trend betrachtet werden.

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Erklärung: Einbrüche pro 100.000 Einwohner

Der Wert "Einbrüche pro 100.000 Einwohner" spiegelt nicht die tatsächliche Zahl der Einbrüche wider. So wurden 2015 in Emden mit seinen etwa 50.000 Einwohnern 103 Fälle erfasst; dies auf 100.000 Einwohner hochgerechnet ergibt die Zahl 206 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. In Kiel wurden 926 Einbrüche erfasst, also 381 pro 100.000 Einwohner. Diese Umrechnung dient der Vergleichbarkeit.

Technik schreckt Täter ab

Wer einen Einbruch verhindern will, der sollte die eigenen vier Wände sichern. Denn nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes geben die Täter in rund einem Drittel der Fälle ihren Einbruchsversuch auf, wenn sie auf erschwerte Bedingungen stoßen: also Türriegel, Schlösser oder Alarmanlagen - auch an Fenstern und Balkontüren. Hilfe kommt dabei von der Bundesregierung. Sie fördert über die Kreditanstalt für Wiederaufbau den Einbau von Sicherungstechnik.

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Dieses Thema im Programm:

14.11.2016 | 21:00 Uhr

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