Stand: 26.09.2017 10:39 Uhr

Herrmann: Die Union muss auf Protest reagieren

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann fordert Konsequenzen aus dem schlechten Wahlergebnis der Union.

Die CSU pocht auf Konsequenzen aus den Stimmverlusten der Union bei der Bundestagswahl am 24. September. Spitzenkandidat Joachim Herrmann sagte auf NDR Info, die Schwesterparteien könnten jetzt nicht einfach weitermachen wie bisher: "Die Wähler, die uns gerade aus Protest nicht mehr gewählt haben, müssen doch erkennen, dass wir ihren Protest registrieren und jetzt etwas ändern wollen, damit sie sich in Zukunft wieder bei uns zu Hause fühlen."

Erste Aufgabe der Union sei es jetzt, über die Ausrichtung und die Schwerpunkte in der kommenden Legislaturperiode zu reden, erklärte Herrmann: "Dazu gehören unter anderem eine klare Begrenzung des Flüchtlingszuzugs, auch des Familiennachzugs von Flüchtlingen, sowie klare Akzente bei der Inneren Sicherheit. Das sind Themen, die die Menschen offenbar stark bewegt haben."

Mehrere CSU-Wahlprogramme mit der Aufschritt Bayern-Plan. © Picture-Alliance SVEN SIMON Fotograf: FrankHoermann SVEN SIMON

Herrmann: "Müssen uns auch um Renten kümmern"

NDR Info - Infoprogramm -

Die CSU hat das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Spitzenkandidat Joachim Herrmann will sich nun mehr um soziale Probleme kümmern, sagte er auf NDR Info.

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Herrmann fordert Geschlossenheit und klare Ausrichtung

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Die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU) ziehen bisher nicht immer an einem Strang für die Union.

In den anstehenden Gesprächen von CDU und CSU gehe es um eine bestmögliche Geschlossenheit, aber auch um eine klare Ausrichtung der Unionsparteien. "Wir können gemeinsam mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden sein", sagte Herrmann. Die Union stelle zwar weiterhin die mit Abstand stärkste Fraktion im Bundestag, das Wahlergebnis sei aber weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Daher müsse zunächst geklärt werden, wie die zu AfD und FDP abgewanderten Wähler zurückgewonnen werden können. "Bevor wir in Koalitionsverhandlungen mit anderen Parteien gehen, ist es wichtig, dass CDU und CSU sich über das, was Kernpunkte unserer eigenen Politik sein müssen, noch mal klar verständigen", sagte der bayerische Innenminister auf NDR Info.

Fokus auch auf soziale Fragen legen

Nach Herrmanns Worten ist es offenkundig, dass die Unionsparteien mit ihrem Auftreten in den letzten Monaten Teile ihrer Wählerschaft mit ihren Botschaften nicht erreicht und dadurch Vertrauen verloren hätten. Dies müsse nun analysiert werden. "Es hat doch keinen Sinn, nur einfach zu sagen 'Das ist nun so, jetzt machen wir so weiter wie bisher.'"

Neben Fragen der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit müsse es dabei auch um soziale Gerechtigkeit gehen, erklärte der CSU-Politiker. So seien im Wahlkampf immer wieder Fragen zum Thema Rente aufgekommen. Die Unionsparteien hätten vereinbart, dazu nach der Wahl eine Kommission einzusetzen. Das sei zwar nicht verkehrt gewesen, habe aber solche Fragen unbeantwortet gelassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 26.09.2017 | 07:50 Uhr

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