Stand: 25.09.2017 00:16 Uhr

Deutliche Verluste für SPD und CDU in MV

Die Bundestagswahl hat SPD und CDU auch in Mecklenburg-Vorpommern herbe Verluste beschert. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bekommt die Union im Landesverband von Bundeskanzlerin Angela Merkel nur noch 33,1 Prozent der Zweitstimmen, das sind gut neun Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren, die SPD erreicht nur noch 15,1 Prozent - damit rutscht die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern erstmals auf Platz vier ab, hinter CDU, AfD und Linke. Die Linke holt 17,8 Prozent, deutlich weniger als vor vier Jahren.

Großer Gewinner ist die AfD, sie kommt auf 18,6 Prozent. Das liegt über dem Bundesschnitt, aber gut zwei Punkte unter dem Ergebnis der vergangenen Landtagswahl. Die FDP holt 6,2 Prozent, die Grünen im Nordosten bleiben mit 4,3 Prozent deutlich hinter ihrem Ergebnis auf Bundesebene zurück. Die Wahlbeteiligung ist deutlich gestiegen - auf knapp 71 Prozent.

Die sechs Direktmandate gehen alle an Kandidaten der CDU, das beste Ergebnis holte dabei Kanzlerin Merkel mit 44 Prozent in ihrem Wahlkreis in Vorpommern. Das sind jedoch zwölf Punkte weniger als vor vier Jahren. Dietrich Monstadt (32,1%) verteidigte seinen Wahlkreis 12 (Schwerin - Ludwigslust-Parchim I - Nordwestmecklenburg I) gegen SPD-Kandidatin Martina Tegtmeier (22,1%), musste aber gegenüber 2013 (39%) Federn lassen. Im Wahlkreis 13 setzte sich Karin Strenz trotz der Aserbaidschan-Lobbyismus-Affäre mit 30 Prozent vor SPD-Kandidat Frank Junge (24%) durch. Im Rostocker Wahlkreis 14 lag Peter Stein (29,6%) vor Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch (24,8%). Eckhardt Rehberg holte das Mandat an der Mecklenburgischen Seenplatte, er lag deutlich (37,6%) vor der Bewerberin der AfD, Ulrike Schielke-Ziesing, die auf 18,4 Prozent kam.

 

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AfD im Osten besonders stark

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Bei der AfD in Schwerin war der Jubel bei Leif-Erik Holm (2.v.l.) und Co. groß.

In Sachsen fuhr die AfD die besten Ergebnisse ein. Wie die Landeswahlleitung mitteilte, wurde die rechtspopulistische Partei mit 27 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von 0,1 Prozentpunkten vor der CDU hauchdünn stärkste Kraft in dem Bundesland. Im Osten Deutschlands landete die AfD insgesamt auf Platz zwei hinter der Union. Sie kommt demnach in den Ost-Bundesländern und dem Osten Berlins auf rund 22 Prozent der Stimmen. Bei Männern in ostdeutschen Bundesländern ist die AfD sogar stärkste Partei.

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106 Bewerber, 13 zugelassene Parteien

Im Nordosten stellten sich 106 Bewerber zur Wahl. Sie gehören 13 zugelassenen Parteien an, zwei sind Einzelbewerber. 73 Kandidaten - gut zwei Drittel - sind Männer, 33 Frauen. Der jüngste Bewerber ist 19 Jahre alt und tritt für die CDU an. Den mit 75 Jahren ältesten Kandidaten schickt die AfD ins Rennen.

Sechs der 299 Wahlkreise in MV

Sechs der bundesweit 299 Wahlkreise liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Über ihre Landeslisten hatten Linke und SPD vor vier Jahren im Nordosten je drei, die Grünen einen Politiker nach Berlin entsenden können. Die CDU hatte schon vor vier Jahren alle sechs Direktmandate in Mecklenburg-Vorpommern geholt. Die Union hatte 2013 in Mecklenburg-Vorpommern 42,5 Prozent der Zweitstimmen gewonnen, die SPD 17,8, die Linke 21,5, die Grünen 4,3 die FDP 2,2 und die AfD 5,6.

Bundestagswahl 2013: Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern

CDU: 42,5 Prozent (Zweitstimmen), 44,4 Prozent (Erststimmen)
Die Linke: 21,5 Prozent (Zweitstimmen), 23,6 Prozent (Erststimmen)
SPD: 17,8 Prozent (Zweitstimmen), 19,1 Prozent (Erststimmen)
AfD: 5,6 Prozent (Zweitstimmen)
Grüne: 4,3 Prozent (Zweitstimmen), 3,8 Prozent (Erststimmen)
FDP: 2,2 Prozent (Zweitstimmen), 1,4 Prozent (Erststimmen)
Weitere: 6 Prozent (Zweitstimmen)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.09.2017 | 22:00 Uhr

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