Stand: 02.06.2015 13:46 Uhr

Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter

Die Aufwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im Mai fortgesetzt. Nach Angaben der zuständigen Arbeitsagenturen sank die Zahl der Erwerbslosen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vormonat deutlich. In Hamburg, wo der Arbeitsmarkt in Gegensatz zu den Flächen- und Küstenländern kaum vom klassischen Saisongeschäft profitiert, ging die Zahl immerhin leicht zurück. Auch bundesweit sank die Zahl der Erwerbslosen auf 2,762 Millionen, 81.000 weniger als im April und 120.000 Menschen weniger als im Mai 2014, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte.

Stabile wirtschaftliche Lage in Niedersachsen

In Niedersachsen sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai auf 251.500, 7.300 weniger als im April und 13.100 weniger als im Mai 2014. Die Quote liegt nun bei 6,0 Prozent. Für den Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, Klaus Stietenroth, zeigen die Zahlen einen robusten Aufwärtstrend: "Immer mehr Menschen finden in Niedersachsen Beschäftigung. Seit mehr als einem halben Jahr liegt die Arbeitslosigkeit unter der des Vorjahres. Damit wird eine gute Basis für den weiteren Jahresverlauf gelegt." Sorgen bereiten Stietenroth aber die rund 96.800 Langzeitarbeitslosen im Land. Der Sprung in die Erwerbstätigkeit gelinge Langzeitarbeitslosen deutlich weniger oft als Menschen, die kürzer als ein Jahr ohne Job waren. Der Bedarf an Arbeitskräften in den niedersächsischen Unternehmen ist weiter hoch. Insgesamt seien den Arbeitsagenturen und Jobcentern 54.900 freie Stellen gemeldet, immerhin 8.100 mehr als im Mai 2014, erklärte Stietenroth.

Schleswig-Holstein: Niedrigster Stand in einem Mai seit 22 Jahren

In Schleswig-Holstein ging die Zahl der Erwerbslosen saisonbedingt um 3.100 im April auf nun 94.900 zurück - laut Arbeitsagentur Nord der niedrigste Stand im Monat Mai seit 22 Jahren. Im Vergleich zum Mai 2014 sank die Arbeitslosigkeit um 4.400. Die Quote liegt bei 6,3 Prozent. Allerdings gebe es starke regionale Unterschiede, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord. Spitzenreiter sei der Kreis Stormann mit 3,8 Prozent. "Man kann hier wirklich von Vollbeschäftigung reden." Bei den kreisfreien Städten habe Kiel mit 9,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, Neumünster mit 10,3 Prozent die höchste. Überdurchschnittlich profitiert hätten von der Entwicklung im Mai jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren, teilte Haupt-Koopmann mit. Rückläufig sei seit Jahresbeginn auch die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. "Die Betriebe halten ihr Personal", sagte die Agenturchefin, die zudem auf eine weiterhin hohe Arbeitskräftenachfrage verwies. Kräftig zugelegt hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit aktuell 901.200 Jobs, 15.300 mehr als im Vorjahresvergleich.

Mecklenburg-Vorpommern: Frühjahrsbelebung setzt sich fort

In Mecklenburg-Vorpommern ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat sowie zum Vorjahreszeitraum ebenfalls zurück. Im Mai waren 83.000 Menschen ohne Job, 5.200 weniger als im April und 7.700 weniger als im Mai 2014. Die Quote liegt aktuell bei 10,0 Prozent. "Die Frühjahrsbelebung setzt sich ungemindert fort", freute sich Haupt-Koopmann. Sie führt den Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf drei Faktoren zurück: Die gute konjunkturelle Lage, das positive Konsumklima und die steigenden Urlauberzahlen zu Beginn der Saison. "Wir können nicht nur die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Mai seit der Wiedervereinigung melden, ich gehe auch davon aus, dass wir im Juni zum ersten Mal einen Wert von unter 80.000 erreichen werden", sagte sie. Bei allen Altersgruppen sei die Arbeitslosigkeit im Vormonats- und Vorjahresvergleich gesunken, zudem steige die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs weiter an. Besonders im Gastgewerbe, im Handel, im Bereich Soziales und Gesundheit sowie im Baugewerbe werden zurzeit Mitarbeiter gesucht.

Hamburger Wirtschaft buhlt um Nachwuchs

In Hamburg ist die Zahl der Erwerbslosen im Mai leicht auf 73.500 zurückgegangen, nach 74.000 im Vormonat und 73.900 im Mai 2014. Die Quote liegt bei 7,5 Prozent. Seit Jahresbeginn habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 2.270 verringert, sagte Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in der Hansestadt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich im Vergleich zum April um mehr als 500. Im Gegensatz zu den Flächen- und Küstenländern profitiert Hamburg allerdings nur wenig vom klassischen Saisongeschäft der Bereiche Tourismus, Gastronomie, Baugewerbe sowie Obst- und Gemüseanbau. Der Gesamtbestand an freien Stellen erhöhte sich im Jahresvergleich um 1.265 auf 15.200. Es gebe offenbar ein Auswahl- und Besetzungsproblem, weil das Angebot von arbeitssuchenden Bewerbern zum Teil nicht zu den ausgeschriebenen Stellenprofilen passe. "Mit der Hamburger Wirtschaft müssen wir gemeinsam nach Wegen suchen, um Arbeitslose schneller in Arbeit zu bekommen", betonte Fock. Besonders die Bereiche Industrie, Verkehr und Logistik, Schutz und Sicherheit, Gesundheitswesen und kaufmännische Dienstleistung suchen qualifizierte Arbeitskräfte. Zudem gebe es in Hamburg derzeit noch 4.700 Ausbildungsplätze, die noch nicht besetzt sind.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote
Mai 2015April 2015Mai 2014
Niedersachsen251.5006,0%258.8006,2%264.7006,4%
Schleswig-
Holstein
94.9006,3%98.0006,6%99.3006,7%
Mecklenburg-
Vorpommern
83.00010,0%88.20010,6%90.70010,9%
Hamburg73.5007,5%74.0007,6%73.9007,6%
Bund2.762.0006,3%2.842.8006,5%2.882.0006,6%

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NDR Info | Aktuell | 02.06.2015 | 10:00 Uhr