Stand: 01.08.2017 13:51 Uhr

"Bedingungen für Tornados sind heute günstig"

"Heute sollte man immer ein Auge auf die Wetterentwicklung haben", rät Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg. Er sei angesichts der aufziehenden Unwetter "schon fast aufgeregt", denn heute sei der wärmste, aber auch der riskanteste Tag der Woche in Norddeutschland. In Mecklenburg-Vorpommern sowie im Süden und Südosten von Niedersachsen kann es sogar zu Tornados kommen, warnt auch Julia Isabel Schmidt vom Seewetteramt Hamburg: "Die Bedingungen für Tornados sind heute günstig." Ohne Panik verbreiten zu wollen, solle man heute vorsichtig sein, betont die Meteorologin.

Windscherung begünstigt das Entstehen von Tornados

Eine Voraussetzung für Tornados sei die sogenannte Windscherung, wenn sich Windrichtung und -stärke in der Höhe ändern - das begünstige langlebige Gewitter. "Dann können daraus im Einzelfall Tornados entstehen", erklärt Schmidt. Auch Heinemann spricht für heute von einem hohen Potenzial für heftige Tornados: "Alle Zutaten sind gegeben." Trichterwolken oder Tornados könnten innerhalb von nur 15 Minuten entstehen. Wo genau diese Wetterphänomene auftreten, ließe sich jetzt noch nicht sagen - wenn sie denn überhaupt auftreten.

"Noch ist es kein Unwetter"

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Denn zwar würden erste Schauer und Gewitter bei feucht-warmer Witterung von Süden her reinkommen, doch "was sich jetzt auf den Marsch macht, ist noch kein Unwetter", sagte Schmidt am Mittag. Allerdings steigt die Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Schwerpunkt dafür sind voraussichtlich Südniedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie der Süden und Osten von Schleswig-Holstein.

"Es kommt Ruhe ins Wetterschiff"

Über Nacht sollen die Gewitter nach Osten abziehen. "Morgen steht ein ruhiger, recht netter Tag ins Haus mit einer Mischung aus Sonne und Wolken", prophezeit Schmidt. Oder wie Heinemann es ausdrückt: "Ein Zwischenhoch bringt morgen Ruhe ins Wetterschiff." Allerdings könnte der Kahn dann schon in der Nacht zum Donnerstag wieder leicht ins Schwanken geraten. "Neuer Regen kommt dann auf mit vereinzelten Gewittern", sagt Schmidt, "aber es besteht keine Unwettergefahr mehr."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 01.08.2017 | 13:00 Uhr

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