Stand: 01.09.2015 11:08 Uhr

Späte Ferien: Arbeitslosigkeit steigt leicht

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August aus saisonalen Gründen erneut leicht gestiegen. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 23.000. Die Arbeitslosenquote stieg damit minimal von 6,3 auf 6,4 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte. Hauptursache für den Anstieg sei die anhaltende Sommerpause, erklärte die BA. Vor allem junge Menschen beendeten ihre betriebliche oder schulische Ausbildung und suchten erst nach dem Sommer eine Stelle. "Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg. Im August waren laut BA insgesamt rund 2,8 Millionen Menschen arbeitslos. Das sind 106.000 weniger als im August des Vorjahres. Zudem war es der niedrigste August-Wert seit 1991.

Mecklenburg-Vorpommern: Späte Sommerferien sorgen für Anstieg

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist im August leicht gestiegen. Im Land gab es 79.800 Arbeitslose, das sind 300 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vorjahr bei 9,6 Prozent. Den Anstieg der Arbeitslosenzahl begründete die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, mit den späten Sommerferien im Nordosten. Normalerweise würden die Betriebe erst nach den Ferien neues Personal einstellen, so die Erklärung der Agenturchefin. Im Vergleich zum August des Vorjahres gab es in Mecklenburg-Vorpommern allerdings einen deutlichen Rückgang. Im September werde der Herbstaufschwung kommen, ist Haupt-Koopmann überzeugt. Denn sowohl die Nachfrage nach Arbeitskräften als auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steige weiterhin an. Zu Beginn des Ausbildungsjahres gibt es noch 3.500 offene Lehrstellen. 2.000 Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz.

Niedersachsen: Mehr Neueinstellungen nach der Ferien erwartet

In Niedersachsen ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls gegenüber dem Vormonat gestiegen. Demnach waren rund 260.800 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote lag mit 6,2 Prozent jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent. "In den Sommermonaten steigt die Arbeitslosenzahl stets besonders stark bei unter 25-Jährigen, da das Schul- und Ausbildungsjahr endet", betonte der Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, Klaus Stietenroth. Das Plus bei neu gemeldeten freien Stellen signalisiere aber eine hohe Bereitschaft zu Neueinstellungen nach den Ferien.

Schleswig-Holstein: Mehr sozialversicherungspflichtige Jobs

Ähnlich sieht es für Schleswig-Holstein aus. 97.800 Menschen waren laut Arbeitsagentur im August ohne festen Job. Das waren 1.300 Arbeitslose oder 1,4 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,4 auf 6,5 Prozent. Auch wird der Anstieg mit den Sommerferien begründet. Im Vergleich zum August vergangenen Jahres ging aber auch in Schleswig-Holstein die Arbeitslosigkeit zurück. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg um 16.000.

Hamburg: Rückgang im Vergleich zum Juli

Lediglich Hamburg kann einen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Juli melden. Insgesamt waren im August 74.250 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet das sind 250 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren 400 Menschen weniger ohne Job. Die Arbeitslosenquote in der Hansestadt liegt aktuell bei 7,5 Prozent. Die Hamburger Arbeitsagentur ist über die stabile Lage weitgehend zufrieden und verweist auf die große Dynamik. So habe es seit Jahresbeginn bereits mehr als 100.000 An- und Abmeldungen von Menschen in Hamburg gegeben, die entweder ihren Job verloren haben oder einen neuen antreten konnten. Rund 2.400 freie Lehrstellen hat die Arbeitsagentur derzeit noch im Bestand. Etwa so viele Hamburger Jugendliche haben allerdings bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
August 2015Juli 2015August 2014
Niedersachsen260.8006,2%255.1006,1%272.8006,6 %
Schleswig-
Holstein
97.8006,5%96.5006,4%100.0006,7 %
Mecklenburg-
Vorpommern
79.8009,6%79.5009,6%85.40010,3 %
Hamburg74.2507,5%74.5007,6%74.7007,6 %
Bund2.796.0006,42.772.6006,3%2.901.8006,7 %