Stand: 16.03.2017 21:45 Uhr

So viele Badetote wie lange nicht im Norden

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Badetoten in Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich gestiegen. Mindestens 28 Menschen ertranken nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Schleswig-Holstein, in Hamburg 22. Im Jahr davor habe es in Schleswig-Holstein 17 Badetote gegeben und in Hamburg 12, hieß es. In Niedersachsen stieg die Zahl der Badetoten von 51 auf 58. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern sank die Zahl um zwei Personen auf 25 Tote.

Bundesweit seien im vergangenen Jahr mindestens 537 Menschen ertrunken, wie DLRG-Vizepräsident Achim Haag erklärte. Dies sei der höchste Stand seit zehn Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Badetoten um 49 gestiegen. Als einen möglichen Grund für den negativen Trend nannte er den vielerorts recht schönen Sommer.

Unbewachte Gewässer sind der größte Risikofaktor. Zudem seien laut DLRG Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren oft die Ursache für die tödlichen Unfälle.

 

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Unbewachte Flüsse und Seen Unfallschwerpunkt

Die meisten Toten gab es nicht etwa an Gewässern wie der Nord- oder Ostsee sondern in unbewachten Binnengewässern. Sie sind der Unfallschwerpunkt Nummer eins. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen seien 406 Menschen ertrunken und damit gut 75 Prozent aller Badetoten. An den Küsten von Nord- und Ostsee starben 26 Menschen - 20 in der Ostsee, 6 in der Nordsee. "Es zahlt sich aus, dass in fast allen Badeorten an den Küsten unsere Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen", erklärte Haag. "Unser Konzept eines zentralen Wasserrettungsdienstes hat sich selbst bei einem großen Ansturm von Badegästen und Wassersportlern in der Hauptsaison bewährt."

Traurige Bilanz für moderne Gesellschaft

Den Angaben zufolge kamen seit 2010 insgesamt mindestens 3.094 Menschen im Wasser ums Leben. "Zu viele", sagt Haag. "Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel." Er appellierte an Bund, Länder und Gemeinden mehr für die Badesicherheit zu tun. Außerdem müsse die nachwachsende Generation besser schwimmen lernen. Er setze auf den Erhalt der Bäder und konsequent durchgeführten Schwimmunterricht in den Schulen.

Flüchtlinge besonders gefährdet

Besonders die hohe Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge bereitet der DLRG erhebliche Sorgen: 64 Asylsuchende ertranken 2016 - die Zahl hat sich gegenüber der aus 2015 mehr als verdoppelt. Die DLRG habe die Baderegeln in mehr als 25 Sprachen übersetzt, um Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen, sagte Haag. Zusätzlich würden den Kommunen Piktogramme zum Nachdruck zur Verfügung gestellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 16.03.2017 | 12:00 Uhr

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