Stand: 05.01.2016 10:40 Uhr

Saisonbedingt mehr Arbeitslose im Norden

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland saisonbedingt leicht angestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, waren im Dezember bundesweit rund 2,681 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 48.000 mehr als im Vormonat, aber 82.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent. Auch in Norddeutschland kletterte die Zahl der Arbeitslosen leicht. Der Anstieg fiel aber deutlich geringer aus als in den Vorjahren.

Niedersachsen: Personalnachfrage weiter auf hohem Niveau

Die Arbeitslosenquote in Niedersachsen blieb im letzten Monat des alten Jahres mit 5,9 Prozent auf niedrigem Niveau. Die Zahl der Menschen ohne Job im Dezember stieg nur leicht um 2,2 Prozent auf 247.810. "Der zu Winterbeginn übliche Anstieg ist moderat ausgefallen, da durch das milde Wetter im Dezember auch in den Außenberufen weiter gearbeitet werden konnte", sagte Klaus Stietenroth, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, in Hannover. "Der Arbeitsmarkt startet in solider Verfassung in das neue Jahr." Die Personalnachfrage liege weiter auf hohem Niveau. Der Flüchtlingszuzug werde nun sichtbar, habe das Gesamtbild aber noch nicht beeinflusst. "Sie kommen allmählich auf dem Arbeitsmarkt an, wenngleich noch in überschaubarem Rahmen."

Schleswig-Holstein: Geringste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 1992

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein legte im Dezember um 2.800 auf 97.000 zu. Auch hier sei der saisonale Anstieg deutlich schwächer als in den Vorjahren ausgefallen, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur. Man habe die geringste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 1992 verzeichnet. Die Arbeitslosenquote nahm von November bis zum Dezember von 6,2 auf 6,4 Prozent zu. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sank die Arbeitslosigkeit allerdings geringfügig um 0,1 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern: Milder Winter sorgt für geringeres Ansteigen

Auch im Nordosten gab es wie erwartet wieder mehr Arbeitslose. Im Dezember suchten 85.600 Männer und Frauen einen Job. Das waren 4.300 mehr als im November, aber 5.300 weniger als im Dezember 2014. Einen Anstieg der Erwerbslosigkeit verzeichneten vor allem Tourismusregionen wie Vorpommern-Rügen. Insgesamt hätten der bisher milde Winter und das positive Konsumklima jedoch dafür gesorgt, dass das übliche Ansteigen im Dezember geringer ausfiel als in den vorhergehenden Jahren, so die Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 10,3 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Hamburg: Hohe Dynamik auf Arbeitsmarkt

Zum Jahresende 2015 meldete die Hamburger Arbeitsagentur noch einmal positive Zahlen. Mit 70.429 arbeitslos gemeldeten Menschen schließt der Hamburger Arbeitsmarkt mit dem niedrigsten Monatswert des gesamten Jahres. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 7,1 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2014 sind es 336 Erwerbslose mehr. Laut Arbeitsagenturchef Sönke Fock präsentierte sich der Hamburger Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr insgesamt wieder sehr dynamisch: So wurden der Arbeitsagentur insgesamt fast 46.000 freie Stellen gemeldet, mehr als 13.700 Ausbildungsverträge abgeschlossen und mit 931.000 hat die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Hansestadt einen neuen Höchststand erreicht. Die Perspektiven für 2016 sind verhalten, trotz der wachsenden Wirtschaft und einem erwarteten weiteren Zuwachs an Beschäftigung. "Wir müssen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen", sagte Fock. Das sei auch auf den Zustrom von Flüchtlingen zurückzuführen. Sobald sie ein Bleiberecht erhalten, werden sie in die Regelsysteme der Agentur aufgenommen und erhalten die üblichen Angebote der Jobcenter.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
Dezember 2015November 2015Dezember 2014
Niedersachsen247.8005,9%242.5005,8%256.2006,2%
Schleswig-
Holstein
97.0006,4%94.3006,2%97.2006,5%
Mecklenburg-
Vorpommern
85.60010,3%81.4009,8%90.90011%
Hamburg70.4007,1%70.5007,1%70.1007,2%
Bund2.681.0006,1%2.633.0006,0%2.763.5006,4%

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