Stand: 13.01.2015 05:45 Uhr

Rheinmetall: Schmiergeld auch bei Panzer-Deal

von Arne Meyer und Klaus Ott
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Die Bremer Rheinmetall-Tochter baute Waffenlenkungssysteme in den Leopoard 2 für Griechenland.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat bei Geschäften mit Griechenland offenbar mehr Schmiergeld gezahlt als bisher bekannt. Nach Recherchen von NDR und WDR und "Süddeutscher Zeitung" wurde auch bei einem Panzer-Deal mit Athen bestochen.

Im März 2004 hatte sich der Konzern über seine Tochter Rheinmetall Defence Electronics die Beteiligung an einem Panzerdeal mit Athen gesichert. Die in Bremen ansässige Firma stattete eine vom griechischen Staat bestellte Lieferung von Leopard-2-Panzern mit einem Waffenlenkungssystem aus.

Mittelsmann schmierte griechische Amtsträger

Wie aus Ermittlungsunterlagen der Bremer Staatsanwaltschaft hervorgeht, zahlte der Rheinmetall-Ableger dafür mehrere Millionen Euro an einen Mittelsmann in Athen, der mit einem Teil des Geldes griechische Amtsträger schmierte. Der Mittelsmann hatte auch anderweitig hohe Summen erhalten und über Jahre hinweg an Militärs und Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums verteilt, um sicherzustellen, dass Rheinmetall Defence Eletronics auch den Zuschlag für ein Raketenabwehrsystem in Griechenland bekam.

Praktiken bestätigt

Der Konzern hat diese Praktiken bestätigt und dafür von der Staatsanwaltschaft Bremen einen Bußgeldbescheid in Höhe von 37 Millionen Euro bekommen. Damit seien alle Verfahren erledigt und abgegolten – auch im Zusammenhang mit dem Leopard-2-Geschäft, teilte ein Sprecher NDR, WDR und "SZ" mit. Allerdings laufen noch davon losgelöste Ermittlungen gegen zahlreiche Einzelpersonen und eine weitere Firma.

 

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