Stand: 23.03.2016 17:38 Uhr

Ostergottesdienste erinnern an Anschlagsopfer

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Die Gebete der Nordkirche sind den Terroropfern gewidmet.

In ihren Ostergottesdiensten will die Evangelische Kirche in Norddeutschland auch der Opfer und Trauernden der Terroranschläge in Brüssel gedenken. "Unsere Gebete gelten ihnen sowie allen Opfern von Unrecht, Gewalt und Krieg weltweit sowie all jenen, die im Einsatz sind, um Verletzten zu helfen, und um zu verhindern, dass es neue Opfer gibt," sagte Landesbischof Gerhard Ulrich. Doch wenn die Christen ihr freiheitliches Leben verteidigten, wüssten sie auch um ihre eigene Verantwortung für die Ungerechtigkeit auf der Welt.

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig sprach den Angehörigen der Terroropfer sein Beileid aus. (Archivfoto)
Albig: "Feiger Angriff auf unsere freiheitliche Gesellschaft"

Norddeutsche Politiker hatten die Anschläge am Dienstag aufs Schärfste verurteilt. "Die Anschläge sind ein feiger Angriff von brutalen Mördern auf unsere freiheitliche Gesellschaft", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). "Wir werden uns jedoch auch durch solche unfassbaren Angriffe nicht unsere Lebensweise vorschreiben lassen." Die Freiheit müsse gegen jeden Widerstand verteidigt werden. "Jetzt gelten all unsere Gedanken und Gebete den Opfern und ihren Angehörigen."

Innenminister Stefan Studt (SPD) forderte eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden. Deren Arbeit dürfe nicht an Landesgrenzen enden: "Europa muss in dieser Stunde nicht nur geschlossen zu seinen Werten und Grundsätzen stehen, es muss handeln." Er ordnete für Mittwoch Trauerbeflaggung der Dienstgebäude aller Behörden und Dienststellen im Land an.

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Innenminister Caffier ordnete Trauerbeflaggung für Mecklenburg-Vorpommern an. (Archivfoto)
Trauerbeflaggung auch im Nordosten

An der Staatskanzlei, den Ministerien sowie anderen öffentlichen Gebäuden in Mecklenburg-Vorpommern wehte am Mittwoch ebenfalls Trauerbeflaggung. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat dies als Zeichen der Anteilnahme am Schicksal der Opfer und Hinterbliebenen angeordnet. Er sei tief betroffen: "Die Ereignisse stärken meine Entschlossenheit und die der Verbündeten in der Bundesrepublik, den Kampf gegen jedweden Terrorismus gemeinsam fortzusetzen."

Anteilnahme auch in Niedersachsen

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Niedersachsens Landesregierung zeigte sich schockiert. "Auch wenn wir noch nichts Konkretes wissen, ist der brutale, unmenschliche Terror wieder einmal nahe an uns herangerückt," sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)  in Hannover. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Das gelte besonders auch für die Mitarbeiter in der niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel.

"Der blinde Hass der Terroristen kommt uns nahe", erklärte Niedersachsens CDU-Landeschef und Ex-Ministerpräsident David McAllister. Er war nur zwei Stunden vor der Explosion an der Metro-Station Maelbeek dort vorbeigefahren.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) äußerte sich ebenfalls tief erschüttert: "Der islamische Terror macht anscheinend vor nichts halt."

"Die Freiheit wird stärker sein!"

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) reagierte mit "Trauer und Entsetzen". Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Hass und Terror werden nicht gewinnen. Die Freiheit wird stärker sein!"

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 23.03.2016 | 07:00 Uhr

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