Stand: 05.11.2015 15:45 Uhr

Nur 123 Organspender im Norden

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In Norddeutschland sind immer weniger Menschen bereit, Organe zu spenden.

Im Norden sind nur wenige Menschen bereit, Organe zu spenden. Das belegen aktuelle Zahlen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO).

In Niedersachsen wurden in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 57 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen. Vor dem Skandal von 2012 um Manipulationen bei der Organvergabe an deutschen Kliniken, unter anderem in Göttingen, gab es im Vergleichszeitraum noch mehr als 80 Spender.

Tiefstand in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg

In Mecklenburg-Vorpommern rutschte die Zahl der Organspender sogar auf einen Tiefstand. Von Januar bis Oktober wurden bei 23 Spendern Organe entnommen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nach Angaben der DSO noch 35 Spender.

Ähnlich wie im Nordosten verhält es sich auch in Hamburg: Die Zahl der Organspender in der Hansestadt ist auf den niedrigsten Wert seit fünf Jahren zurückgegangen. 2015 wurden bislang von 25 Menschen nach ihrem Tod die Organe an Kranke weitergegeben. 2010 gab es noch 44 Organspender, in den Folgejahren waren es in Hamburg mehr als 30.

Positiver Trend in Schleswig-Holstein und dem Bund

Einzig Schleswig-Holstein fällt aus der Reihe: Im Land stieg die Zahl der Organspender auf 18 Menschen - 2014 waren es im selben Zeitraum nur 14 gewesen.

Dieser Trend entspricht auch der bundesweiten Entwicklung. Deutschlandweit stieg die Zahl der Spender im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent von 713 auf 736. "Damit zeichnet sich erstmals seit vier Jahren wieder eine leichte Aufwärtsbewegung ab", erklärte die DSO. Dies gilt jedoch nicht für die Anzahl der gespendeten Organe, die im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf insgesamt 2.455 zurückgegangen ist.

Über 10.000 Patienten warten auf Organ

Der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel, warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen. Er wies darauf hin, dass noch lange nicht von einer stabilen Entwicklung ausgegangen werden könne, da die Anzahl der Organspenden erfahrungsgemäß immer wieder Schwankungen unterliege. Mehr als 10.000 Patienten warten in Deutschland auf ein neues Organ.

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