Stand: 19.05.2017 11:39 Uhr

Niedersachsen ist das fahrradfreundlichste Land

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Göttingens Radschnellweg brachte der Stadt Punkte.

Niedersachsen Fahrradland: Das Bundesland schneidet beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gut ab. Es gilt als fahrradfreundlichstes Land in Deutschland. Der ADFC bewertet die Städte mit Schulnoten. Mit einer Durchschnittsnote von 3,7 sei Niedersachsen daher nur der "Spitzenwert des Mittelmaßes", sagte der ADFC-Landesvorsitzende Dieter Schulz.

Der heute veröffentlichten Studie zufolge führt die Universitätsstadt Göttingen die Liste der radfreundlichsten "kleinen" Großstädte zwischen 100.000 bis 200.000 Einwohnern. Der 2015 eröffnete Radschnellweg durch die Stadt brachte der Studentenhochburg entscheidende Punkte. Die gut vier Kilometer lange Trasse verbindet den Bahnhof mit dem Nordcampus der Universität. In Göttingen machen Radfahrer nach Angaben der Stadt bereits gut ein Viertel des Nahverkers aus. Allerdings werden hier besonders viele Räder geklaut. Oldenburg folgt auf Platz vier. Wolfsburg (15) und Osnabrück (25) liegen im Mittelfeld.

Fünf norddeutsche Großstädte unter den Top 10

Unter den 39 Großstädten schaffen es Bremen, Hannover, Kiel, Braunschweig und Rostock unter die Top Zehn. Kiel bekam allerdings schlechte Noten für die schwierige Mitnahme von Rädern in Bus und Bahn sowie beim Diebstahl. Lübeck schafft es auf Platz 20, Hamburg liegt als am schlechtesten bewertete norddeutsche Stadt auf Platz 31. "Hamburg bleibt im Fahrradkeller", sagte ADFC-Vorstand Dirk Lau. Einzig mit seinem Stadtrad-Verleihsystem und vielen für Radfahrer geöffneten Einbahnstraßen konnte die Hansestadt punkten. Negativ fielen den Testern die vielen Falschparker, schmale Radwege, die Ampelschaltung und die Führung an Baustellen auf. Mehr als 2.300 Interviews flossen hier in das Ergebnis ein.

Das niedersächsische Nordhorn belegt Platz zwei in der Kategorie der Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern. Auch Norderstedt, Greifswald und Emden schaffen es unter die Spitzenplätze. Schwerin (49) und Hameln (44) landen im Mittelfeld. Beide Städte punkten wie Hamburg durch geöffnete Einbahnstraßen für Radfahrer. Hildesheim bildet das norddeutsche Schlusslicht in der Kategorie auf Platz 92 von 98 untersuchten Städten.

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Niedersächsische Kleinstädte sind fahrradfreundlichste Orte im Norden

Bei den kleinen Orten bis zu 50.000 Einwohnern schneiden Emlichheim und Bad Bentheim in Südostniedersachsen insgesamt gut ab. Beide Kleinstädte sind die fahrradfreundlichsten Orte im Norden. Bad Segeberg (354) und Pinneberg (355) schrecken dem Ranking zufolge Radfahrer eher ab und landen ganz hinten im Vergleich.

539 Städte untersucht, 120.000 Radler befragt

Der ADFC hat für die Studie etwa 120.000 Radfahrer in ganz Deutschland befragt; unter anderem zu den Themen Sicherheit und Rad-Infrastruktur in ihrer Stadt. Bewertet wurde nach 27 Kriterien, darunter die Breite der Radwege und die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer. Eine fahrradfreundliche Stadt besteche laut ADFC durch ein durchgängiges, großzügiges, intuitiv verständliches Radverkehrsnetz. An stark und schnell befahrenen Straßen müsse es getrennte Radwege oder eine geschützte Radspur von mindestens zwei Metern Breite geben. Laut der Umfrage sind Radler vor allem durch Baustellen oder Falschparker, ungeeignete Ampelschaltungen und zu schmale Radwege genervt.

Die Macher der Studie teilten die 539 Städte in vier Größenkategorien auf und honorierten auch die Orte, die ihr Angebot an Radfahrer am stärksten verbessert haben. Unter den sogenannten Aufholern befindet sich allerdings keine norddeutsche Stadt. Der ADFC ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Die Untersuchung soll dabei helfen, den Radverkehr voranzubringen und wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 19.05.2017 | 12:00 Uhr

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