Stand: 14.06.2015 17:26 Uhr

Kurze Pause: Der Sommer kann auch Regen

Erleichterung für Land- und Forstwirte, Frust für Sonnenanbeter: Ausgerechnet am Wochenende hat sich das Wetter in Norddeutschland großteils regnerisch und trüb gezeigt. Am Sonnabend zog vom südwestlichen Niedersachsen eine Regen- und Gewitterfront über ganz Norddeutschland. Meteorologen hatten im Vorfeld vor Starkregen und Hagel gewarnt. So kam es denn auch - inklusive einer Unwetterwarnung rund um Bremen. In Hamburg krachten die Blitze um 16 Uhr für eine gute halbe Stunde.

Auch der Sonntag präsentierte sich von der Lüneburger Heide bis zur Ostsee sowie im Harz und an der Nordseeküste meist dicht bewölkt, vereinzelt fiel Regen. Am Montag, wenn die meisten wieder arbeiten müssen, soll es sonniger werden und vom Harz bis nach Vorpommern wohl auch überwiegend trocken. Das gilt auch für die nordwestliche Hälfte des Sendegebiets, dort ziehen mitunter aber auch dichte Wolken durch.

Nach der Sonne kommt der Regen - aber nur kurz

So trocken wie lange nicht - nur kurzes Regen-Intermezzo

Was den einen die Freizeitplanung am Wochenende verregnet hat, dürfte die anderen gefreut haben, wenn es nicht nur ein kurzes Intermezzo wäre: Viele Landwirte klagen über trockene Felder, besonders in Niedersachsen. Dort ist es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) so trocken wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1960er-Jahren. Auch die Schauer und selbst der kurzzeitige Starkregen vom Sonnabend werden das Problem nicht lösen: "Das ist wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein", heißt es von den Meteorologen.

Erhöhtes Waldbrandrisiko

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Sowohl in Niedersachsen als auch in Mecklenburg-Vorpommern ist zudem die Waldbrandgefahr in den vergangenen Tagen gestiegen. Zuletzt hatte die Feuerwehr im Nordosten die höchste Gefahrenstufe ausgerufen. Auch Camping-Plätze in Mecklenburg-Vorpommern fürchten das trockene Wetter: Von Usedom bis zur Müritz-Region erließen am Freitag diverse Anlagen ein Grill-Verbot. Die Gefahr eines Waldbrandes durch Funkenflug sei zu groß, hieß es. Weitere Camping-Plätze raten dazu, nur mit Elektro- oder Gasgeräten zu grillen.

Nach Angaben des Forstamtes Mirow sind derzeit noch keine Wälder vorsorglich gesperrt. Man appelliere an die Waldbesucher, sich verantwortungsbewusst zu verhalten, hieß es. "Bei großer Trockenheit und gleichzeitiger Sonneneinstrahlung genügen eine Zigarettenkippe oder eine liegen gebliebene Glasflasche, um ein Feuer zu entfachen", rief auch Frank Boettcher vom Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation Waldspaziergänger zu Vorsicht auf.

Erleichterung für Heuschnupfen-Geplagte

Neben den Landwirten und der Feuerwehr dürfte der Regen auch Heuschnupfen-Geplagten willkommen gewesen sein. Zurzeit fliegen besonders Gräser- und Roggenpollen heftig. "Die werden schön weggespült, dann haben wir erst mal kein Kribbeln mehr in der Nase", freute sich der selbst betroffene Boettcher.

Wie und wieviel bewässern?

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Da die Regenphase insgesamt vergleichsweise kurz ausfällt, dürfte die Frage, ob ihre Pflanzen ausreichend Wasser bekommen, nicht nur die Bauern, sondern auch Gartenfreunde weiter beschäftigen. Um einschätzen zu können, wie viel gegossen werden soll, rät Nordmagazin-Gartenexperte Peter Rasch zu Regenmessern. Die kleinen, ins Beet gesteckten Röhrchen informieren über die Regenmenge pro Quadratmeter. "Einmal die Woche sollten schon zehn Liter pro Quadratmeter gegossen werden", lautet Raschs Faustregel für einen ausreichend bewässerten Garten.

Statt häufig und wenig sollten die Pflanzen lieber selten und viel Wasser erhalten, damit sie ausreichend getränkt würden. "Ansonsten verdunstet das Wasser zu schnell." Rasch empfiehlt, lauwarmes Regenwasser zu verwenden. "Ist das Wasser zu kalt, bekommen die Pflanzen einen Temperaturschock und entsprechend Stress."

"Einmal hacken ist wie einmal gießen"

Die Temperatur des Gießwassers sei sogar entscheidender als der Zeitpunkt des Gießens. Der unter Hobbygärtnern gern ausgetauschte Tipp, dass Pflanzen nie in der Sonne gegossen werden sollten, weil dann die Tropfen wie ein Brennglas wirkten und die Pflanzen verdorrten, gehöre in den Bereich der Legenden. "Das Einzige, was passiert, ist, dass das Wasser schneller verdunstet." Der ideale Gießzeitpunkt sei allerdings am späten Abend oder in der Nacht.

Neben regelmäßigem Gießen hat Rasch noch einen weiteren Rat, wie Pflanzen trockene Perioden gut überstehen: das Beet kräftig durchzuhacken. Lockere Erde verdunste weniger Wasser. "Einmal hacken ist wie einmal gießen!"

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