Stand: 02.02.2017 20:00 Uhr

Gewerkschaften lassen die Muskeln spielen

Sechs Prozent mehr Gehalt - mit dieser Forderung haben die Gewerkschaften auch am Donnerstag ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst im Norden fortgesetzt. Sie riefen zu ganztägigen Streiks in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein auf. Auch für die kommende Woche sind Arbeitsniederlegungen geplant.

Ministerpräsident Albig bei Kundgebung in Eckernförde

In Schleswig-Holstein waren am Donnerstag die 1.400 Beschäftigten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr zum Streik aufgerufen. Die zentrale Kundgebung fand am Nachmittag bei der Straßenmeisterei in Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) statt - dort trafen knapp 120 Gewerkschafter auch auf Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Der hatte sich - ganz unabhängig vom Warnstreik - zu einem Besuch angekündigt. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Kiel konnte trotz des Streiks der Betrieb aufrechterhalten werden. Auch der Winterdienst auf den Straßen in Schleswig-Holstein sei nicht gefährdet gewesen.

Straßenmeistereien in Niedersachsen an Streik beteiligt

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Auch angestellte Lehrer beteiligen sich, wie hier in Hannover, an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst.

Auch in Niedersachsen legten nach ver.di-Angaben rund 400 Mitarbeiter der Straßenmeistereien in Hannover ihre Arbeit nieder. Betroffen waren nach Angaben von ver.di die Regionen Hannover, Hameln, Nienburg, Braunschweig und Oldenburg. Am Vormittag gab es einen Protestmarsch der Beschäftigten und eine Kundgebung von ver.di. vor der Landesbehörde für Verkehr in Hannover.

700 Teilnehmer bei Versammlung in Hamburg

Die Gewerkschaft ver.di rief in Hamburg unter anderem pädagogisch-therapeutische Fachkräfte, Verwaltungsangestellte sowie Reinigungskräfte und Schulhausmeister zu ganztägigen Streiks auf. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligten sich auch bis zu 1.000 tarifbeschäftigte Lehrer und Pädagogen an den Warnstreiks. Zu einer Versammlung im Curio-Haus erschienen nach ver.di-Angaben rund 700 Streikende. Mit der Beteiligung am Warnstreik an den Hamburger Schulen waren die Gewerkschaften nach eigenen Angaben sehr zufrieden.

Weitere Streiks in der kommenden Woche

Für den Donnerstag in der kommenden Woche hat ver.di alle Angestellten im öffentlichen Dienst in Hamburg zu Warnstreiks aufgerufen. Das teilte die Gewerkschaft bei einer Pressekonferenz am Donnerstag mit. Betroffen seien davon unter anderem erneut Schulen, aber auch Bezirksämter und Landesbetriebe, sagte Sieglinde Friess, Hamburgs ver.di-Fachbereichsleiterin. In Hamburg arbeiten rund 25.000 Angestellte im öffentlichen Dienst. Auch in Schleswig-Holstein sind für nächsten Mittwoch Warnstreiks angesetzt. Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck in der laufenden Tarifrunde der Landesbeschäftigten des öffentlichen Dienstes erhöhen. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 16. Februar in Potsdam angesetzt.

Die Forderungen im aktuellen Tarifkonflikt

Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst fordern in der Tarifrunde 2017 insgesamt sechs Prozent mehr Lohn. Auszubildende und Praktikanten sollen eine monatliche Erhöhung von 90 Euro erhalten. Außerdem verlangt die Arbeitnehmerseite strukturelle Verbesserungen im Tarifvertrag. So sollen die "sachgrundlosen Befristungen" von Arbeitsverträgen abgeschafft sowie eine verbindliche Übernahmeregelung für Auszubildende vereinbart werden. Bei den Verhandlungen geht es zunächst um die Entgelte von rund einer Million Angestellten der Länder.

Weitere Informationen

Ver.di probt Ausstand: Kundgebung in Eckernförde

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 01.02.2017 | 17:45 Uhr

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