Stand: 12.02.2016 13:29 Uhr

Bahn investiert 210 Millionen im Norden

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Das Geld geht laut Bahn in die Instandhaltung der Strecken sowie in deren Ausbau. (Themenbild)

Die Deutsche Bahn will 210 Millionen Euro in die Instandhaltung und den Ausbau des Streckennetzes in Hamburg und Schleswig-Holstein investieren. Wie das Unternehmen am Freitag in Hamburg mitteilte, solle damit die Verlässlichkeit und die Qualität des Bahnverkehrs verbessert werden. Die Baumaßnahmen betreffen demnach 240 Kilometer Schienen und 60 Weichen - und werden zeitweise für einige Behinderungen sorgen.

Mehrere Großbaustellen in Hamburg

In Hamburg etwa haben die Erneuerungen von zwei Brücken am Berliner Tor, auf denen sich mehrere Bahnstrecken kreuzen, bereits begonnen. Allein für diese Bauarbeiten, die bis 2020 dauern sollen, sind 90 Millionen Euro vorgesehen. Im Sommer soll dann der Neubau der S-Bahnüberführung über dem sogenannten Lessingtunnel im Stadtteil Altona beginnen. Insgesamt werden hier 25 Millionen Euro investiert, getragen von der Bahn, der Stadt und dem Bund. Während der Sommerferien werden zudem die S-Bahngleise zwischen den Stationen Hammerbrook und Wilhelmsburg erneuert.

Eine weitere Großbaustelle in der Hansestadt wird der Neubau des maroden Bahnsteigs 7 im Hauptbahnhof. "Das machen wir während der Sommerferien. Dann werden wir einen Bahnsteig sperren - das hat aber Auswirkungen auf den Zugverkehr Richtung Lübeck", so Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Züge nach Kiel starten und enden dann im Bahnhof Altona. Zwischen Hamburg und Kiel werden zudem rund 52 Kilometer Gleise erneuert, auch dafür werden teilweise oder komplette Streckensperrungen nötig. Und auch S-Bahnreisende werden in der Hansestadt an sechs Wochenenden auf die Station am Berliner Tor verzichten müssen. Die betroffenen Fahrgäste werden rechtzeitig über die Bauarbeiten informiert.

Langzeitprojekte kosten noch deutlich mehr

Zu den größten Projekten der Bahn im Norden zählt der Bau der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe. Im Dezember war bekannt geworden, dass durch den Verzicht auf ein zusätzliches Gleis zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide die Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro um etwa 90 Millionen Euro gesenkt werden können. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau einer neuen Trasse zur Anbindung an die geplante Fehmarnbelt-Querung. Beide Bauprojekte werden bis zur Fertigstellung noch mehrere Jahre dauern. Im Vergleich dazu erscheint die Sanierung der Eisenbahnbrücke Sundewitter Weg in Rendsburg wie ein Schnäppchen: 3 Millionen Euro sind für die erforderlichen Arbeiten eingeplant.

Am Mittwoch war bereits bekannt geworden, dass die Bahn in diesem Jahr in Niedersachsen und Bremen rund 380 Millionen Euro investieren will. Größte Projekte sind dabei Gleiserneuerungen auf den Strecken Hamburg-Hannover-Göttingen sowie Bremen-Osnabrück-Münster.