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Friese sein oder nicht sein - das ist bei Otto Waalkes die Frage.
Otto Waalkes, der bekannteste Friese Deutschlands, ist gar keiner. Das sagt jedenfalls Professor Jarich Hoekstra, Leiter der Abteilung für Frisistik an der Christan-Albrechts-Universität in Kiel.
"Otto hat mit dem Friesischen nichts zu tun", sagt Hoekstra. "In Ostfriesland wurde das Friesische am Ende des Mittelalters vom Niederdeutschen verdrängt." Darum sei auch der berühmte Ostfriesentee eigentlich plattdeutsch. Genau genommen müsste Ostfriesland also in Plattdeutschland umbenannt werden.
Wie ernst darf man diese Verbal-Attacke auf einen der Lieblingskomiker der Norddeutschen nehmen? Hoekstra selbst kommt aus den Niederlanden und ist Westfriese. Der 56-Jährige gilt als friesischer Sprachpapst in Deutschland, denn außer in Kiel gibt es an keiner Uni eine Frisistik-Sparte. "Ostfriesen betrachten sich oft noch als Friesen, obwohl sie kein Friesisch mehr sprechen", sagt er. Gerade mal 2.000 Menschen in Deutschland würden noch das echte Ostfriesisch sprechen. Sie leben in Niedersachsen im Saterland westlich von Oldenburg. Etwas besser sieht es laut Hoekstra für die Nordfriesen in Schleswig-Holstein aus. Noch 10.000 Menschen auf den Nordseeinseln Sylt, Föhr und Amrum sowie auf dem nordwestlichen Festlandzipfel beherrschten die Sprache.
"Preewang ei stiar", steht an Hoekstras Bürotür. Das ist nordfriesisch für: Prüfung nicht stören. Er und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter haben pro Semester etwa 50 Studenten. Die können Frisistik als Bachelor, Master oder sogar Doktor abschließen. Frisisten sind zum Beispiel beim Nordfriisk Instituut, einem Forschungsinstitut in Bredstedt in Schleswig-Holstein, beschäftigt. Auch der Norddeutsche Rundfunk kümmert sich um die Sprachpflege. NDR 1 Welle Nord sendet jeden Mittwochabend die Sendung "Friesisch für alle". Hoekstra fand als Kind friesische Literatur auf dem Dachboden. Er war fasziniert, und die Sprache ließ ihn fortan nicht mehr los. Vor 14 Jahren zog er schließlich nach Deutschland und wurde Frisistik-Professor in Kiel.
Aber zurück zu Otto Waalkes, geboren im ostfriesischen Emden, der über seine Heimat gern Witze macht wie diesen: "Wie unterscheidet man in Ostfriesland zwischen einer Beerdigung und einer Hochzeit? - Bei der Beerdigung gibt's einen Besoffenen weniger!" Der Blödelbarde lässt zum Thema Friese sein oder nicht sein von einer Sprecherin ausrichten: "Otto spricht perfekt Plattdeutsch, ist plattdeutsch aufgezogen und fühlt sich als echter Friese."
In jeder Suppe ist ein Haar
Moin Gemeen. Ich muss mich mit vollem Herzen dem Klagelied über die massiv nachlassende Qualität der deutschen Presse anschliessen. Es mutet zum Teil sehr jämmerlich an, mit welch geringem... [mehr]
Super
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"Genau genommen müsste Ostfriesland also in Plattdeutschland umbenannt werden." Ich halte es für extrem unseriös, diese Aussage so zu platzieren, dass man annehmen muss, der besagte Professor habe das... [mehr]
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Öffentlich-rechtlicher "Journalismus" im 21. Jahrhundert
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