Stand: 15.07.2015 10:13 Uhr

Ihre Meinung: Stadt oder Land?

Dass Menschen vom Land in die Stadt ziehen ist kein neues Phänomen. Immer aber gab es auch den umgekehrten Weg: Städter, die genervt vom Großstadtleben raus aufs Land zogen. Wir wollen in dieser Woche von Ihnen wissen: Wo möchten Sie leben, auf dem Land oder in der Stadt? Und warum? Schreiben Sie uns. Ausgewählte Antworten veröffentlichen wir hier auf dieser Seite.

Ihre Argumente für das Leben auf dem Land

  • Sophia Hüsgen, Verden

    "Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen, dann nach Cuxhaven gezogen und lebe seit ein paar Jahren jetzt in der kleinen Stadt Verden. Es ist kein richtiges Landleben, wie in Cuxhaven und kein Stadtleben, wie in Berlin, aber dennoch würde auch ich als eigentliche Berlinerin das Landleben bevorzugen :) Hier sind die Menschen persönlicher, freundlicher und halten mehr zusammen. Aber in der Kleinstadt ist es dennoch praktischer, kurze strecken in die drei umliegenden Großstädte (Bremen, Hannover und Hamburg), ans Meer und in die Berge und trotzdem alles erreichbar und entspannt. Ich habe übrigens schon viele Berliner getroffen, die hier leben ;)"

  • Ulli Ackeren, Hannover

    "Meine 1. Wahl ist das Land! Leider lebe ich zzt. aus beruflichen Gründen in Hannover, und ungeahnt auch noch in der Nähe der sommerlichen Partyszene. Der Lärm in Linden nervt mich gewaltig, besonders nachts! Sobald es mir möglich ist, werde ich raus aus der Stadt ziehen. Ich komme vom Dorf, und aufs Land zieht es mich wieder. Die Natur "um die Ecke" (o.k., auch mehr Mücken), die nicht so riskante Katzenhaltung, die vermehrte nächtliche Ruhe und die geringere Hektik am Tage, das zieht mich sehr an. Um meine kulturellen / kirchlichen Bedürfnisse zu erfüllen, werde ich - wenn es so weit ist - gern mal kurz in die Stadt fahren, und dann schnell wieder raus!"

  • Anne C. Davies, Osnabrück

    "Mit Mitte Zwanzig habe ich einige Jahre in einer sehr abgelegen und landschaftlich wunderschönen Region in einem Land im europäischen Ausland gelebt, die schönsten Jahre meines Lebens bislang. Und seitdem kommt von mir persönlich ein uneingeschränktes Plädoyer für ein Leben auf dem Land: Umgeben sein von Natur, das ist mit das Schönste, was es in diesem Leben zu erfahren gibt! Den Wechsel der Jahreszeiten erleben, in der Luft, an den Pflanzen, in der Erde, an Wolkenformationen und der Weite des Himmels die Veränderung des Wetters kommen sehen, das Wetter überhaupt richtig spüren: Wind, Feuchtigkeit, Sonne, Frost und Schnee….Meine Aufzählung könnte ich noch ewig fortführen... Und auf dem Land leben bedeutet keineswegs," Kulturbanause" zu sein! ;) Es gibt ja Bücher, Radio, Zeitungen, das Internet und sicher ein Auto oder einen Zug, mit dem man gelegentlich eine interessante Stadt erreicht, in der es Kino, Theater und co gibt.."

  • Helmut und Antje Warncke, Bad Fallingbostel

    "Wir sind seit 51 Jahren verheiratet, ich (Antje) auf dem Land geboren, Helmut in Flensburg an der Förde. Seit vielen Jahren leben wir auf dem Lande. Wir möchten auf keinen Fall in der Stadt wohnen. Es ist wirklich ganz toll, dass Menschen in der Sendung die Menschen auf dem Dorf für leicht schwachsinnig halten. Wir haben hier seit vielen Jahren einen sehr interessanten Gesprächskreis und lieben diese Freiheit auf dem Lande. Bei 3.700 Menschen kennt man sich. Es wird sich gegenseitig geholfen."

  • Rainer Wagener, Oyten

    "Ich lebe hier gerne auf dem Land, am Rande der Großstadt Bremen und das soll auch so bleiben. Durch meine Vertriebstätigkeit kenne ich viele norddeutsche Städte, aber ich bin immer wieder gern "auf's Land" gefahren. Neben den Argumenten Ruhe und Natur ist das Miteinander für mich wichtig. "Man kennt sich", ob es der Nachbar, Postbote oder mein Zahnarzt ist, man spricht sich mit einem vertraulichem DU an. Eine Stadt wie Osnabrück könnte für mich noch eine Alternative sein. Die Stadt hat noch einen ländlichen & gemütlichen Charme! Die Dörfer verändern sich, viele Neubürger wollen für sich leben, Vereine haben Probleme mit dem "Nachwuchs", siehe Chöre, Schützenvereine und Feuerwehren. Auch das Landleben ist in Bewegung...!"

  • Manuela Bolla, Wennigsen

    "Als Großstadtkind und junge Erwachsene konnte ich mir gar nichts anderes vorstellen, als in "meinem Stadtteilkiez" zu wohnen. Das änderte sich, als ich selbst Mutter wurde und es völlig abwegig fand, ein Kind in der Stadt aufziehen zu wollen. Seit 25 Jahren lebe ich inzwischen auf dem Land und möchte niemals mehr in einer Stadt leben. Auch auf dem Land gibt es Kulturschaffende, die viel "auf die Beine stellen", es gibt ein breites Angebot für Zeit-Gestaltung aller Art, ich schätze die Weite, die relative Ruhe und ich bin nicht so abgehängt, dass mich der ÖPNV nicht doch in die Stadt bringen kann, wenn ich das möchte. Aber eigentlich geht es mir so: Wenn ich hier auf dem "Haushügel" stehe und die Peripherie der Stadt sehe, reicht mir das völlig."

  • Angelika Ehrmann, Cuxhaven, Altenbruch

    "Ich lebe gerne auf dem Land! Ich wohne im Stadtteil Altenbruch, Cuxhaven. Altenbruch hat noch einen sehr dörflichen Charakter. Hier geht alles noch einen kleinen Tick beschaulicher zu. Wir sind vor acht Jahren aus Vellmar, einer Kleinstadt im Speckgürtel von Kassel, nach Altenbruch gezogen. Was mir hier besonders gut gefällt, ist der Zusammenhalt. Hier wird angepackt, wenn was im Argen ist. Wenn aufgrund einer Windhose ein Gebäude beschädigt wird, dann sind gleich viele da, die mit anpacken. Geselligkeit wird hier groß geschrieben. Obwohl wir ja Zugereiste sind, hatte ich nicht das Gefühl eine Außenseiterin zu sein. Ich liebe es, wenn man beim Bäcker oder im Edeka mit Namen begrüßt wird und es nicht so anonym wie in der Großstadt ist."

  • Ernst Schaffer, Stadtoldendorf

    "Ich wohne seit 35 Jahren im Weserbergland und fühle mich hier sehr wohl. Kulturell wird weitaus mehr angeboten, als ich wahrnehmen kann, man muss nur einige Kilometer fahren. In einer Stadt liegen die Angebote dichter beisammen, doch qualitative Unterschiede sehe ich kaum. Der Bevölkerungsschwund auf dem Lande ist ja nicht der Langeweile geschuldet, die Leute ziehen bloß ihrer Arbeit hinterher. Leider gibt es politische Kräfte, die Urbanisierung und Metropolisierung noch forcieren. Allerdings ist die Situation auf dem Lande weniger dramatisch als in den Medien oft geschildert, noch gehen die Lichter nicht aus. Im Übrigen finde ich, man sollte Stadt- und Landleben nicht gegeneinander ausspielen, sondern froh sein, dass jeder nach seinem Geschmack wählen kann."

  • Dieter Müller, Wuppertal

    "Ich werde in diesem Jahr 60 und fahre im Urlaub immer an die Nordsee! Da ich auf dem Lande groß geworden bin,zieht es mich im Alter wieder aufs Land! Dort möchte ich die Ruhe und Gelassenheit genießen und dem Stress entfliehen! Die Menschen im Norden sind freundlicher und gelassener! Meine Frau und ich suchen zur Zeit ein Haus im Norden! Wir freuen uns schon auf den Norden!"

  • Marten Petersen, Almdorf

    "Auf dem Land natürlich - wegen der höheren Lebensqualität. Viel Platz, weniger Lärm, keine Parkplatzsorgen, Natur, Nähe zur Nordsee, großer Garten, und so weiter. Die angeblich höhere Lebensqualität in der Stadt wird durch Hektik, Dreck, Lärm und Kriminalität aufgefressen. Größeres kulturelles Angebot in der Stadt? Lange Anfahrtszeiten hat man hier wie dort, kein Unterschied. Und was nützt mir das Angebot, wenn es ganz überwiegend nicht genutzt wird?"

  • Franz Schuten, Hagen a.T.W.

    "Ich bin auf dem Lande aufgewachsen, habe während des Studiums in der Stadt gelebt und mir für mein Arbeitsleben das Land ausgesucht. Ich bin gern in bestimmten Städten, genieße das Flair bestimmter Großstädte wie Hamburg, Berlin, Frankfurt, München- aber leben möchte ich immer nur auf dem Lande und kann mir nichts anderes vorstellen. Mich auf eine Stadtwohnung beschränken zu müssen wäre für mich auf Dauer wie "Eingesperrtsein". Mein Leben wird vom Rhythmus der Natur stark beeinflusst und natürlich vom Zusammenleben mit vielen Tieren. Unsere Töchter haben auch das leben auf dem Lande vorgezogen und können sich schwer etwas anderes vorstellen. Ich vermisse nichts, was aber sicher auch daran liegt das die Städte Münster und Osnabrück mit ihrem kulturellen Angeboten sehr schnell, innerhalb einer halben Stunde erreichbar sind."

  • Stefan Timmermann, Großensee

    "Als gebürtige Hamburger sind meine Frau und ich vor 19 Jahren nach Großensee gezogen. Einer der Hauptgründe war bereits damals, dass man sich bezahlbares Eigentum in Hamburg eigentlich nicht leisten kann. Wenn dann noch Kinder dazukommen - gute Nacht. Hier draußen ist das Leben schön, die Luft ist sauber und man hat Platz. Was fehlt ist eine gute Anbindung an den HVV ( egal was da geschrieben wird, das ist alles mehr oder weniger Murks) und Einkaufsmöglichkeiten . Dafür haben wir die Badeseen, die Erdbeeren vom Feld, Natur, Felder und Ruhe. Zugegeben, es ist nicht Schwarz / Weiß. Aber wenn ich sehe, wie meine "Heimat" Poppenbüttel zugepflastert wird, ist es hier draußen schöner. Und das was einige Menschen "Kontrolle" nennen, nennen wir Hilfe unter Freunden und Nachbarn. Wir sind füreinander da - ist das so schlimm ? Ich finde nicht."

  • Kerstin Holler, Farven, OT Byhusen

    "Ich bin gebürtige Harburgerin und wohne seit 17 Jahren auf einem Dorf unter 300 Einwohner. Ich würde es nicht mehr anders haben wollen. Ich würde nicht mehr zurückwollen, auch im Alter nicht!"

  • Gaby Gross, Eichelhardt

    "Der tägliche Leistungsdruck wird für jeden täglich höher und in der Stadt ist es noch extremer. Man ist gar nicht mehr in der Lage, sich wenigstens am Wochenende herunterzufahren. Dazu kommt noch, auch die Familie stellt Ansprüche. Auf dem Land lebt man ruhiger, das Entschleunigen geht besser und schneller. Dafür nimmt man gerne ein paar Kilometer mehr zur Arbeit in Kauf. Ich spreche aus Erfahrung, wir sind von Düsseldorf in den Westerwald gezogen und wir wollen nie mehr zurück in die Stadt. Es ist schön, mal hinzufahren, aber noch schöner wieder nach Hause zu kommen."

  • Hans-Henning Kobbe, Ummern

    "Ich liebe das Leben im Dorf und lebe auch dort. Ein angenehmes Leben in der Stadt kann ich mir nicht (mehr) vorstellen. Warum? Da gibt es jede Menge Gründe. Hier habe ich meine Ruhe. Wenn ich Trubel haben möchte, kann ich in die Stadt fahren. Hier habe ich in nächster Umgebung Natur pur - das, was viele Städter am Wochenende gern ansteuern. Hier habe ich tolle Nachbarn. Nicht so viele wie in der Stadt, aber ich kenne meine Nachbarn und sie mich. Wenn wir uns sehen, werden stets zumindest ein paar Worte gewechselt. Hier sind der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft deutlich größer als in der Stadt. Auf dem Land fühle ich mich weitaus freier, als wenn ich in der Stadt leben müsste. Ich liebe und genieße mein Leben auf dem Land, im kleinen Dorf!"

  • Anke Dinsing, Wulkenzin

    "Ich bin erst vor einer Woche in den Nordosten aufs Land gezogen, nachdem ich über 50 Jahre im Ruhrgebiet gelebt habe. Zwar haben mich familiäre Gründe bewegt, aber auch der Wunsch nach mehr Stille, Natur und wirklichem Freiraum. Und dazu erlebe ich hier in meinem klitzekleinen Dorf in kürzester Zeit viel mehr freundliche Gastfreundschaft und Gemeinschaft als in der Großstadt. Beim Landleben ist man mehr aufeinander angewiesen und verbindet sich deswegen auch eher miteinander. Mein Vermieter hat mich in der ersten Woche vielen Nachbarn persönlich vorgestellt und ich habe das Gefühl, willkommen zu sein. Der Fernseher ist erst einmal in der Abstellkammer, weil die Natur vor meinem Fenster mir eigene, wunderbar bewegte Bilder schenkt. Was es alles noch geben wird an Rückschlägen, weiß ich nicht, aber ich freue mich auf dieses Leben und begrüße es."

  • Gabriele Hartwig, Berkenthin

    "Immer wieder: LAND! Die Ruhe, aber auch Beschäftigung im eigenen Garten, bester Ausgleich für den schnelllebigen Alltag: man kennt sich, achtet aufeinander !!! Mal eben mit dem Rad ein, zwei Dörfer weiter zu Familie oder Freunden ...das ist bewegtes Leben oder ein abendlicher Spaziergang durch die Felder. "Kultur" kommt mit einigen Veranstaltungen in die Region! Ansonsten gönnt man sich mal Hamburg, Lübeck,Sylt."

  • Edgar Wallmeyer, Heide

    "Land, so heißt meine Antwort. Das Leben in den großen Städten ist zu hektisch, ich brauche die Weite der Landschaft und die frische Luft der Natur. Aus diesem Grund entschied ich mich genau vor einem Jahr bei einer anstehenden Versetzung bewusst für Heide und nicht für München oder Dresden. Meine Frau und ich haben zwei Kinder, die sollen mit der Natur aufwachsen, aber auch die Vorteile naher Bildung und Freizeitattraktionen nicht vermissen. Daher bietet die Dithmarscher Kreisstadt für uns ideale Bedingungen. Wann ist man schon innerhalb von 20 Minuten am Strand und kann die unendliche Weite genießen. Unendlich schön. Wir haben diesen Ortswechsel nicht bereut und freuen uns auf die nächsten Jahre. Übrigens, die ersten zehn Jahre meines Lebens verbrachte ich in einem 2000-Seelen-Dorf im Münsterland, bevor ich mit meiner Mutter in die benachbarte Stadt Oelde (21.000 Einwohner) zog. Dort blieb ich bis 2014. Seitdem ist Heide dabei Heimat zu werden."

  • Werner Gawron, Braunschweig

    "Ich habe als Rollstuhlfahrer zu viele Hindernisse in einer Stadt zu überwinden, um wenigstens ein paar wenige der Vorteile nutzen zu können. An meiner derzeitigen Adresse - Heidberg - bin ich geradezu in Einzelhaft, kann ohne fremde Hilfe noch nicht einmal meine Wohnung verlassen und finde - was mich bei der Eigen-PR der Stadt besonders enttäuscht - keine behindertengerechte Wohnung. Die Alternative Heim ist für mich, weil "nur os-amputiert", nicht bezahlbar."

  • Margit Alm, Melbourne, Australien

    "Als leidenschaftliche Umweltlerin und Naturliebhaberin gibt es nur eine Antwort: auf dem Lande, vielleicht am Rande einer Stadt, es muss nicht unbedingt das Outback sein, doch auch das ist schön. Wir wohnen am Rande von Melbourne, umgeben von viel Natur. Nichts zieht mich in die Stadt mit ihrem Beton und Lärm und der Abwesenheit von Fauna und Flora. In Hamburg würde es mich hinziehen zu Hamburgs Randgebieten: Unterelbe, Sachsenwald, Holstein, denn es geht nichts über die Ruhe und Erhabenheit und relative Menschenleere der Natur."

  • Birgitt Heye, Belp (Schweiz)

    "Bin aus Norddeutschland ausgewandert in die Schweiz, um in Ruhe auf dem Land leben zu können. Wohne jetzt auf dem Bauernhof und bin endlich angekommen. Moderne, kluge und intelligente Bauern, Melkroboter, glückliche Kühe, glückliche Bauern - bin glückliche Mieterin im Stöckli auf dem Hof. Und mich kriegt hier niemand mehr weg. Deutschland? Nein danke."

  • Ute Seidler, Brande-Hörnerikirchen

    "Ich habe tagsüber, bei der Arbeit viel Trubel mit Menschen. Es ist lebhaft und oft laut. Deshalb ist der Ausgleich der Natur für mich wichtig. Ich liebe es, nur Naturgeräusche zu hören. Dabei erhole ich mich wieder. Mir macht es nichts aus, ein paar Kilometer zum Einkaufen zu fahren und wenn ich etwas unternehmen will bin ich in einer knappen halben Stunde am Wochenende in Hamburg. Ich bin ein Landei."

  • Hanna Kreisel-Liebermann, Hannover

    "Lieber auf dem Land, wegen der frischeren Luft und des freieren Blickes, derzeit lebe ich in der Stadt und genieße die Nähe zu den kulturellen Orten"

  • Familie Holger Golez, Balge

    "Wir lieben die Weite, die unberührte Natur, das Freizügige, den Schnack übern Gartenzaun, die Landluft, unseren großen Garten mit unverbaubaren Blick, das Dorfleben eben. All das kann mir das Stadtleben mit seiner Anonymität nicht bieten."

  • Konrad Guder, Schneverdingen (1/3)

    "Für mich ist das Landleben das Schönste, was einem passieren kann. Ich habe das Großstadtleben aus beruflichen Gründen mitgemacht und weiß wovon ich spreche. Klar, als junger Mensch findet man das Leben in einer großen Stadt hervorragend. Es wird viel geboten, man kann immer Action haben. Das Leben ist dort aber auch viel teurer, und mit zunehmendem Alter auch immer stressiger. Allein schon der ständige Verkehrslärm, die durch Autoabgase sehr verschmutzte Luft. Das alles sieht man im ersten Moment nicht. Erst, wenn man auf dem Lande lebt wird einem bewusst, was man sich mit dem Großstadtleben angetan hat. Klar, es gibt auch in Großstädten Oasen der Ruhe. Aber auch diese sind nur durch weite Wege zu erreichen. Das alles habe ich auf dem Land direkt vor meiner Haustür."

  • Konrad Guder, Schneverdingen (2/3)

    "Nun möchte ich das Großstadtleben nicht schlecht reden, es hat natürlich auch gewisse Vorteile, insbesondere was die mitunter langen Fahrzeiten zur Arbeit sind. Die langen Staus um zur oder von der Arbeit zu kommen bleiben einem erspart. Nur ist dabei auch zu berücksichtigen, wenn ich nicht zum Kreis der Millionäre gehöre und mir eine Immobilie in einer Großstadt leisten kann, was passiert mit mir wenn ich ins Rentenalter komme und meine Rente für die sehr hohen Mieten nicht mehr reicht. Dann muss ich auf meine alten Tage wahrscheinlich doch meine so sehr geliebte Großstadt zwangsläufig verlassen und aus Kostengründen irgendwo aufs Land ziehen. Dann habe ich vielleicht das Landleben, was ich als Großstädter überhaupt nicht haben wollte. Es beginnt für mich ein völlig neuer Lernprozess. Deshalb ist meine Meinung, dass unsere Politik viel mehr tun muss, um das Leben auf dem Lande wieder attraktiv zu machen. Dazu gehört ein erweiterter und bezahlbarer Personen-Nahverkehr. Eine flächendeckende ärztliche Versorgung und auch Einkaufsmöglichkeiten, zumindest für Lebensmittel."

  • Konrad Guder, Schneverdingen (3/3)

    "Ich bin nicht davon überzeugt, dass alles nur noch auf Profit ausgerichtet sein muss. Der Staat muss ganz einfach viel mehr Anreize schaffen um das Leben auf dem Lande wieder attraktiv zu machen. Das wird für unsere Politiker, die es wirklich ehrlich mit ihren zu vertretenden Bürgern meinen, zwar nötig sein einige unpopuläre Dinge anzufassen, aber nur so lässt sich die Landflucht verhindern. Spürbare steuerliche Vergünstigungen könnten hier mit Sicherheit große Anreize schaffen. Hoffen wir, dass in den jüngeren Generationen diese momentane Lage von ihnen erkannt, und ein Umdenken stattfinden wird. Denn so wie es bis jetzt abläuft kann es nicht weitergehen. Ich setze sehr auf die Vernunft unserer jungen Menschen und denke, dass sie viel vernünftiger sind als viele aus meiner älteren oder der jetzigen Generation es sind. Ich vertraue darauf und wünsche es meinen Kindern und Enkeln, dass sie diesen Wahnsinn des Konsumdenkens ablegen. Dann ist mir um den Fortbestand unseres wunderschönen Norddeutschlands nicht bange."

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Ihre Argumente für das Leben in der Stadt

  • Günter Weber, Hodenhagen

    "Als junger Mensch kann man sich ja nicht aussuchen, wo man leben will. Mein Vater war durch seinen Beruf unabhängig und die Mutter Vegetarierin, woraus wahrscheinlich resultierte, dass wir auf dem Land besser aufgehoben sind. Zuerst in Garstedt bei Hamburg und nach Kriegsbeginn in einem Dorf bei Leipzig. Die Flucht brachte mich dann zurück nach Hamburg und bis heute ins hohe Alter bin ich für diese Fügung dankbar. Nun konnte nicht nur die Oberschule nachgeholt und ein Ingenieurstudium begonnen werden. Für einen wissbegierigen Jungen gab es plötzlich alle Möglichkeiten, angefangen von Büchereien, Chorarbeit, Planetarium im Stadtpark [...] Aufgrund dieser Erfahrungen tun mir jedoch die Landkinder leid, die nie die Möglichkeit bekommen, die nur in der Stadt zu befriedigenden vielfältigen Interessen zu erleben und auszuleben.

  • Sabine Leckband, Rieseby

    "Seit über 50 Jahren lebe ich in einem kleinen Gutsdorf, in dem ich auch geboren wurde. Hier kennt jeder jeden, auch wenn man nicht mit allen tief befreundet ist, so kann man doch im Notfall immer mit Hilfe rechnen. Nie würde ich den Luxus unseres Gartens aufgeben, so dachte ich noch bis vor kurzem uneingeschränkt. Doch inzwischen beneide ich unsere Freunde in Ahrensburg oder Kiel, die mitten in der Stadt in ruhigen Wohngebieten mit schönem Balkon wohnen. Da gibt es keine Lärmbelästigung durch eine vielbefahrene Straße, kein Berieseln in kurzen Abständen mit Pestiziden oder Glyphosat wie vor unserer Tür, keine Geruchsbelästigung durch Ausbringen von belastetem und nach Verwesung stinkendem Klärschlamm und kein Bau von Windparks in unmittelbarer Nähe.

  • Elke Schnadt, Eutin

    "Stadt- und Landleben haben beide ihre Vorzüge und Nachteile. Ideal ist es, wenn sich beides verbinden lässt. Ich lebe in der Kleinstadt Eutin, in der einiges an hochwertigen kulturellen Angeboten in Anspruch genommen werden kann. Andererseits habe ich herrliche Natur und Ausflugsmöglichkeiten sozusagen vor der Haustüre. Außerdem wohne ich im Zentrum von Eutin, in einem begrünten, ruhigen Hinterhof, sodass ich vieles zu Fuß in kürzester Zeit erreichen kann. Wenn ich Lust auf Großstadt habe, gibt es auch die Möglichkeit, Hamburg, Kiel oder Lübeck mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen. Für mich ist mein Wohnort perfekt."

  • Gabriele Feiks, Kiel

    "Ich habe immer den Wunsch gehabt, auf dem Land zu Leben und das nicht , um auf der Terrasse zu liegen, sondern wegen der "näheren" Nähe zu Mensch, Pflanzen und Tieren. Im Garten zu arbeiten ist für mich glücklich machend, sehen wie alles wächst, Erde riechen... Sehr oft habe ich deshalb in Gärten von Freunden mit gewerkelt. Leider habe ich nicht den richtigen Partner für diese Lebensform gefunden. Ich habe nun die 60 überschritten, fühle mich viel fitter und habe dennoch diesen Traum der Realität angepasst und werde noch in diesem Jahr vom schönen Stadtrand Kiels mitten nach Hamburg ziehen wo ich auch arbeite. Ich glaube, so langfristiger erfüllt leben zu können."

  • Beate Bauer, Wirdum

    "Ich lebe hier seit zwei Jahren mitten auf dem Land unweit Emden, Greetsiel, Marienhafe und Norden. Leider hat Anfang des Jahres der einzige Edeka bzw. Nah und Gut-Markt auch noch geschlossen, so dass es hier im Umkreis nun keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt. Das ist ein sehr großer Nachteil, denn man ist total aufs Auto angewiesen. Ich habe außer zwei Jahren mitten im Univiertel von Hamburg immer entweder am Stadtrand oder ländlich gewohnt. Am Liebsten würde ich (wieder) in der Nähe einer größeren Stadt wie Leer, Oldenburg oder Bremen wohnen, wo man wenigstesn mal schön ausgehen oder ins Kino gehen kann - damit schaut es hier überall ziemlich mau aus. Für die jungen Leute wird hier auf dem Land definitiv zu wenig geboten. Und andernorts selbstverständliche "Alltagserleichterungen" wie z.B. Kabelfernsehen und schnelles Internet - noch länger nicht in Sicht. Was das Landleben definitiv attraktiv macht, sind die bezahlbaren Mieten (ich wohne in einem kleinen Haus mit Garten, das ich mir sonst sicher nicht leisten könnte), die schöne Natur und - hier im Norden - die Küstennähe."

  • Johanna Neumann, Hannover (1/2)

    "In meinem Leben bin ich schon öfters aus beruflichen Gründen umgezogen. Über Jahre hinweg habe ich auch in unterschiedlichen Dörfern gelebt. Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwer ist mit Dorfbewohnern in Kontakt zu kommen. Als neu Hinzugezogene wurde ich misstrauisch beäugt und nicht ernst genommen. Was mir ebenfalls unangenehm auffiel: Dorfbewohner sehen sich und ihr Dorf oft als den sprichwörtlichen 'Nabel der Welt', um den sich alles dreht - bzw. zu drehen hat. Es ist schwer sich da heimisch zu fühlen, auch wenn die Natur noch so schön sein mag.

  • Johanna Neumann, Hannover (2/2)

    "Jetzt lebe ich seit einigen Jahren in einer Großstadt und fühle mich sehr wohl. Das kulturelle Angebot ist enorm, die Menschen sind offen und kontaktfreudig. Sie nehmen sich nicht so wichtig und stehen Neuem oftmals viel aufgeschlossener und vorurteilsfreier gegenüber. Ein Auto benötige ich nicht mehr. Alles ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder fußläufig erreichbar. Ich fühle mich endlich heimisch und angekommen. Das war in den Dörfern, in denen ich jahrelang lebte, nicht so. Ich war und blieb die Zugezogene, die Fremde. Dabei stamme ich aus einer Kleinstadt hier im Norden und bin sicher keine Exotin. Fazit: nicht nur die schlechten Verkehrsanbindungen, der Mangel an Schulen, kulturellen Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten usw., sind Schuld an dem Bevölkerungsschwund auf dem Lande. Auch die Landbewohner, die seit zig Generationen in ihren Dörfern wohnen und gar nicht merken, dass sie ihrem Dorf nichts Gutes tun, wenn sie allem Fremden verschlossen und engstirnig gegenüberstehen, sind es!"

  • Frank Stary, Wrohm

    "Ich wohne zwar in einem Dorf, aber würde viel lieber in einer Stadt wohnen, denn zum einen verspreche ich mir einen Arbeitsplatz, den es dort sicher gibt und zum anderen sind die ÖPNV-Verbindungen auf dem Land grottenschlecht wenn nicht sogar beschissen."

  • Claudia Steinseifer, Lunden (1/2)

    "Vor sechs Jahren haben wir, mein Mann und ich, uns gegen Berlin und für das Leben auf dem Land entschieden. Fast spontan kauften wir ein Haus in einem Dorf in Dithmarschen. Als Kulturschaffende fühlten wir uns in der Entscheidung frei. Die Schönheit der Natur, die Weite, die Inspirationskraft und Lebensqualität auf dem Land sind überwältigend. Die Sperrigkeit der Menschen ist schon schwieriger.

  • Claudia Steinseifer, Lunden (2/2)

    "Einen Teil von uns, unser kulturelles aber einfach auch zeitbewusstes Ich, können wir hier nicht leben, müssen in der Stadt selbstverständliche Denk- und Lebensmomente verschweigen, um selbst in Alltäglichem nicht allzu exotisch zu wirken. Die Herkunft Stadt macht hier auch Angst. Das setzt unerwartete Grenzen. Andererseits hat das Denken und Leben auch befreiendes, fern von täglicher Selbstdarstellung und dem Kampf um Daseinsberechtigung. Bis heute halte ich unseren Weg aufs Land für eine sehr gute Idee. Ganz ohne Stadt ginge es aber nicht, ein paar Tage alle Wochen müssen sein. Um nicht einzuschlafen, um sich auszutauschen um kreative Kraft zu tanken. Hier auf dem Land kann ich frei atmen, in der Stadt frei denken."

  • Bernd Schmidt, Unterlüß

    "Ich habe in mittleren Städten (Stuttgart), Dörfern und Kleinstädten (Winsen/Aller) gelebt und in großen Städten (Paris) gearbeitet. Zum Leben muss es nicht unbedingt ein Dorf sein, jedoch eine Kleinstadt mit allen wichtigen Schulen, Ärzten, qualifizierten Geschäften usw. ist für mich das Optimum. Wichtig ist, dass in wenigen Minuten mit dem Fahrrad, Inlinern oder zu Fuß die Natur erreicht werden kann. Winsen/Aller ist für mich in diesem Zusammenhang ein recht ordentlichen Beispiel."

  • Heinz Hesse, Nordhorn

    "Der Kommentar von Bernd Schmidt aus Unterlüß ist auch das, was wir haben . In Nordhorn, der Wasserstadt, und im Grünen nahe der Niederlande lässt es sich hervorragend leben."

  • Jörg Diedrichsen, Stralsund

    "Ich besitze zwar seit 1983 einen Führerschein, jedoch nannte ich nie einen PKW mein eigen. Für mich ist als Priorität daher eine gute Erreichbarkeit folgender Orte mit einem guten ÖPNV wichtig: Einkaufen, Arzt, Apotheke und Kultur (Kino, Livemusik etc). Dazu sollte ein von der DB noch angefahrener Bahnhof für weiter entfernte Ziele günstig liegen. Diese Kombination lässt sich dank der allgemeinpolitischen Rahmenbedingungen nur in Städten finden. Solange die Politik Mobilität mit Vorrang für PKWs definiert, bleibt für mich ein Leben auf dem Lande ausgeschlossen."

  • Ralph Rulcovius, Bielefeld

    "Wir möchten ländlich in der Stadt wohnen! Ruhe im Grünen und die Nähe zur Arbeitsstätte ist uns wichtig. Aber auch die Nähe zum Zentrum sollte mit dem Bus/Straßenbahn, Rad oder zu Fuß gut zu erreichen sein. Das ist uns gelungen und wir fühlen uns so wohl. Lärm gibt es überall, auch auf dem Land .......... nur in einer anderen Form!"

  • Leyla A. Robertson, 77082

    "Ich lebe momentan in USA... in Houston/TX... Wie ich in Deutschland war, lebte ich meiste Zeit oder eigentlich für sehr lange Zeit in Frankfurt/M., und das fand ich so was von toll. Ich vermisse das auch momentan sehr. Danach lebte ich für kurze Zeit in HU, dann mal Richtung Bayern in der Nähe von Bayreuth "Pressath"... das war d. kleinste Ort, wo ich mal über zwei Jahre gelebt habe... das alles war, wegen US Army... wir mussten mal umziehen öfters mal. Die Frage, was mir einfach gefällt... in Deutschland auf alle Fälle würde ich die Städte auf d. ersten Blick in Anspruch nehmen, ich liebe große Städte... aber so kleine Ortschaften sind einfach auch schön... die Landschaft, die Luft... es ist einfach herrlich... Lange halte ich aber das nicht aus. Mein Problem ist es momentan... einfach raus aus USA... hier ist wirklich nicht gerade angenehm..."

  • Tobias Schnell, Hamburg

    "Stadt - Stadt - Stadt"

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Die NDR Debatte

Stadt oder Land - wo möchten Sie leben?

Die Städte wachsen, das Land stirbt aus - so eine aktuelle Studie. Was macht den Reiz des Stadtlebens aus, und warum ist das Landleben trotzdem lebenswert? mehr