Stand: 01.09.2017 12:05 Uhr

Ihre Meinung: Versagen Eltern bei der Erziehung?

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Dürfen sich Kinder heutzutage alles erlauben?

Wir leben in einer "Rotzlöffel"-Republik, in der Kindern keine Grenzen mehr gesetzt werden. Diesen Vorwurf erheben Erzieherinnen aus Kindertagesstätten. Sie meinen, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr erziehen. Verwöhnen statt Verbote - führt das zu freieren Menschen oder zu kleinen Tyrannen?

Was denken Sie?

Versagen Eltern bei der Erziehung? Sie haben uns geschrieben. Ausgewählte Zuschriften haben wir hier an diesder Stelle veröffentlicht.

Ihre Meinung

  • B. Grau, Kiel

    Die immer wieder dargestellte Powermummy, die Job Partner, Kinder und alle Aktivitäten mit links macht, ist ein Trugschluss, jedenfalls bei Normalverdienern. Als Eltern hat man viele Pflichten, aber auch ungeahnte Freude. Ich bin 54, mein Sohn 13. Ich habe den ganzen 90iger Jahre Erziehungskram nicht mitgemacht und auch nicht viel davon mitbekommen. Darüber bin ich froh und versuche von Anfang klar zumachen, ich erziehe mein Kind, bringe ihm bei die Schleife zu können, zu schwimmen, die Uhr zu lesen und Nachbarn zu grüßen. Ich bin dafür verantwortlich meinem Kind beizubringen eine eigene Meinung haben und zu vertreten, den Rücken zu stärken wenn es meine Unterstützung braucht, nicht immer in dem Strom mit schwimmen. Mit dem Kind den Leistungsdruck gelassen zu sehen. Kindergärten und Schulen können unterstützen, aber nicht meine Erziehung übernehmen. Kinder sind etwas Wunderbares, Wertvolles. Sie bringen uns sehr viel bei, doch es liegt an uns, sie zu ebenso wertvollen Erwachsenen zu machen, die nicht nur die eigenen Ellenbogen sehen sondern das ganze Drumherum.

  • B. Beyer, Kronshagen

    Wenn Tiger-Mutter, Rotzlöffel-Schimpfer und Tyrannen-Seher hier Menschen mit vorgefasster Meinung zur Argumentation zur Verfügung gestellt werden, dann würde ich unendlich dankbar sein, wenn Sie auch Werbung für die Mitte machten. Es gibt die wertvollen Bücher von STEP für Eltern (Beltz-Verlag) STEP für Erzieher*innen und Lehrer*innen (Cornelsen) und gerade neu auch "Die kleinen Hefte" (Cornelsen) zum Thema "Regeln, Grenzen, Konsequenzen", "Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen" oder "Aggressives Verhalten". Und sicherlich viele andere! Diese Autoren unterstützen den "goldenen Mittelweg", sie bieten für alle Beteiligten Wertschätzung und Freiheit und sie sichern zugleich die Voraussetzungen für ein respektvolles Miteinander. Niemals erheben sie ihre Stimme gegen andere Menschen, sie urteilen und verurteilen nicht, ihr Ansatz ist ermutigend, schaut optimistisch in die Zukunft. Warum bekommen diese Stimmen kein Gehör??????

  • S.M., Gifhorn

    Die ganze Gesellschaft trägt die Verantwortung für die Erziehung! Ich bin Mutter von zwei Töchtern, 4 Jahre, Zwillinge! Kinder brauchen Regeln, das sehe ich genauso! Allerdings trägt die Gesellschaft auch mit Verantwortung! Schimpfen wir Eltern mit unseren Kindern, werden wir von anderen Leuten schief angeschaut. Schimpfen wir nicht, wird einem vorgeworfen, nicht konsequent genug zu sein. Wie man es macht, man macht es verkehrt. Geht man in eine Lokalität und sucht sich extra eine ruhige Ecke aus, damit niemand belästigt wird, setzt sich garantiert wenige Minuten später jemand hin, der sich über das Spielen oder etwas lautere Erzählen der Kinder beklagt. Passiert auch sehr gerne mit dem Kinderwagen, der dann im Weg steht, obwohl das ganze Lokal leer ist. Kinder brauchen ihre Eltern, das stimmt. Doch leider ist es fast gar nicht mehr möglich, dass nur noch ein Elternteil arbeitet und der andere zu Hause bleibt. Das Einkommen eines Elternteils reicht heute nicht mehr aus. Aufgrund steigender Kosten (Miete, Auto, Kleidung) müssen fast alle Väter und Mütter arbeiten, um die Lebenshaltungskosten tragen zu können. Familienfreundliche Arbeitgeber/-zeiten hin oder her. Da ist man als Eltern froh, wenn das Kind in der KiTa untergebracht ist. Bevor Eltern grundsätzlich vorverurteilt werden, sollte sich jeder erst einmal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob er oder sie evtl. auch solche Situationen erlebt hat.

  • M. Fieguth, Oldenburg

    Als ich im Kindergarten war, fühlte ich mich ein Stück weit aufgehoben. Mir wurde so was wie Anstand und Höflichkeit beigebracht. 1976 gab es eben auch nicht die Eigenschaft jegliches Leben zu konsumieren. Heutzutage sagt Dein Smartphone Dir, wie das Leben läuft! Wer ich bin sagt mir mein Handy. Es wirkt so, als würden viele das Leben einfach konsumieren. Heutzutage kannst du vieles per Fingertipp bekommmen: Coffee to go im Pappbecher, trinken, Becher wegwerfen. Leben to go, konsumieren, wegwerfen. Das hat auch Auswirkungen auf die Erziehung von Kindern. Also warum das Kind erziehen, wenn ich es erziehen lassen kann und weiter das Leben konsumieren kann? Wenn dem Kind keine Grenzen aufgezeigt werden, dann passiert eben diese Generation "Rotzlöffel". ErzieherInnen sind kein Personal, an das man seine Kinder einfach abgibt. Keine Prellböcke für die Launen von Kindern, die keine Grenzen kennen. Sie sind keine Verantwortungsträger, für Eltern, die Ihre eigene Verantwortung längst Ihrem Smartphone gegeben haben.

  • A. Frensch, Ratingen

    Ich habe die Möglichkeit, die deutsche Gesellschaft mit etwas mehr Distanz zu sehen. Was ich sehe ist, dass sich in vielen Familien die Mitglieder erst einmal um sich und ihre Wünsche und Hobbys kümmern, bevor sie bereit sind, sich für das Wohl der Familiengemeinschaft einzusetzen oder sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Da ja die "Mutti" von heute perfekt sein muss, muss sie natürlich auch so schnell wie möglich wieder arbeiten und am besten noch Karriere machen. Das führt dann dazu, dass eigentlich kaum noch Zeit da ist um "Familie" zu leben. Lästige! und Nervenaufreibende Arbeiten wie die Kindererziehung werden dann gerne an Kindergarten oder Schule "outgesourcet". Wenn dann das/die Kinder mangels Zuwendung verhaltensauffällig werden, könnte das ja ein Zeichen für eine Hochbegabung sein. Also lässt man das testen und freut sich darüber, was für ein "außergewöhnliches" Kind man doch hat! Dass es sich eigentlich um Auffälligkeiten mangels richtigem sozialverhalten und fehlender Disziplin handelt, wird gerne übersehen. Schon die frühkindliche Zuwendung schafft neuronal sehr wichtige Verknüpfungen, die entscheidend für das ganze Leben sein können. Insofern kann da der Frühkrippenplatz! sehr entscheidend sein. Use it or lose it.... Da die Eltern ja dann mangels Zeit meist ein schlechtes Gewissen haben, werden die Kinder nicht mit der nötigen Konsequenz erzogen sondern verwöhnt. Das ist natürlich eine subjektive Beobachtung von mir.

  • B. Mortini via Facebook

    Solange das Wohlergehen und die Erziehung der Kinder von den Erziehern den Eltern un die Schuhe geschoben wird und umgekehrt kann die Situation nur chaotisch sein.
    Während die Kinder in der Kita sind, sind die Erzieherinnen dafür verantwortlich dass Kinder keine Kraftausdrücke benutzen oder ihren Joghurt nicht auf den Tisch schütten. Zuhause sind es die Eltern.

  • S. Priefert, Karlsruhe

    Ich bin Tagesmutter von Beruf und ich kann die Mitarbeiter in der Kita verstehen. Warum ist bei Eltern konsequent zu sein so negativ belegt? Auch damit gibt man einem Kind den roten Faden durch den Tag und es lernt das Kita, Familie oder auch bei den Tagesmüttern eine Gemeinschaft gelebt wird, wo man miteinander umgeht. Ich habe gelernt, Kindern gegenüber authentisch zu sein und dazu gehört auch Nein sagen zu können.

  • R. Piontek, Hamburg

    Es wird immer offensichtlicher, dass niemand ein Kind auch nur im geringsten auf etwas hinweisen oder gar maßregeln darf. "Es sind doch Kinder" ist, was, wenn es nicht implizit mitschwingt, sogar ganz explizit ausgesprochen wird. Mithin können und dürfen sich Kinder alles erlauben. Und niemand, wirklich niemand, darf sie erziehen. Kinder dürfen bei Schlammwetter mit Schuhen auf Haltestellenbänke springen und dort herumtollen, unabhängig davon, ob dort schon jemand sitzt - die Bank gehört ihnen. Kinder dürfen Tiere mit Steinen bewerfen. Kinder müssen nie darauf achten, was sie tun oder ob sie jemanden behindern. Aber wehe, es behindert jemand ein fremdes Kind! Und wenn man etwas sagt, bekommt man von desinteressierten "Erziehungsberechtigten" auch noch selbst eine Rüge, nicht das Kind. Aus den Kindern werden Heranwachsende, Erwachsene und nach nicht allzu langer Zeit wiederum Eltern. Die Geisteshaltung wird selbstredend ungefiltert und unverändert ins Erwachsenenalter und an die nächste Generation weitergetragen: "Du hast Rechte, viele gar, aber keine Pflichten. Und wenn dich jemand ermahnt, denk stets daran, daß du im Recht bist!" Die Maßregelei früherer Zeiten war gewiß übertrieben. Aber das absolute Gegenteil ist selten ein Allheilmittel.

  • M. Mohr, Dachau

    Das schwierigste an der heutigen Zeit finde ich, dass erziehen und Familienleben sich soviel geändert hat im Vergleich zu früher. Man hat keinerlei Vorbilder woran man sich orientieren könnte. Auch keine Großfamilien wo man mit Kindererziehen groß wurde. Eine Überlegung die mich regelmäßig beschäftigt ist zum Beispiel was sind denn die möglichen Konsequenzen wenn das Kind nicht so will wie man selbst? Früher gab es ein paar hinter die Ohren - Thema beendet. Heute würde man vermutlich vom Nachbarn verklagt. Also was tun. Dieses oder jenes Spielzeug wegnehmen was mit der Sache nix zu tun hat... Es gibt Momente da könnte ich meinem Kleinen den Hals umdrehen. Ich glaube dass viele Eltern planlos sind zumindest was ich so aus der ersten Kitazeit und Elternbeirats Arbeit mitbekommen habe. Da gibt es viel Kopfschütteln. Doch genauso über viele Erwachsene besonders im Straßenverkehr wo man den Egoismus und die Respektlosigkeit durch alle Altersklassen beobachten kann. Ist es also nur der Nachwuchs der umso öfter zu "Egoisten" erzogen wird oder eine Verrohung der gesamten Gesellschaft - wo es normal zu sein scheint fremdes Eigentum kaputt zu machen, zu verschmieren, zu fahren als wäre man allein auf der Welt, Unfälle zu verursachen und wegzufahren.

  • R. Schrick, Bosau

    Ein Aspekt, den ich in dieser Debatte häufig vermisse: Kinder brauchen Schutz, um unbeschwert heranwachsen und sich orientieren zu können. Jemand, der in der Lage ist, Regeln einzufordern und auf der Einhaltung von Grenzen zu bestehen, ist stärker als das Kind und damit in der Lage es zu schützen. Erlebt ein Kind dieses, kann es entspannt Kind sein. Solange dieser Schutz fehlt, wird ein Kind ihn durch unpassendes Verhalten einfordern. Das heißt aber für Erwachsene, dass sie selbst klar sein müssen und frei von Angst, das Kind könne sie womöglich nicht lieben, wenn sie nicht tun, was das Kind will. Das Kind soll sich in geschütztem Raum - und das bedeutet klare Grenzen, die verbindlich sind ! - altersgemäß entwickeln können. Tatsächlich ist dieser Schutz so wichtig, dass sein Fehlen traumatisch erlebt werden kann.

  • C. Claus via Facebook

    Eltern heute sind keine richtigen Eltern mehr. Sie sind zu faul zu erziehen und hängen an ihrem Handy und Internet lieber rum.... Und andere dürfen ihre Kinder auch nicht erziehen, die werden dann beschimpft.

  • Kat, Lippstadt

    Es fängt ja auch damit an, dass Kinder sich an die Arbeitszeiten der Erwachsenen gewöhnen müssen... und das mit unter drei Jahren... da werden die Kinder mal für 45 Stunden die Woche in die Kita gepackt.. teilweise länger als Mami oder Papi arbeiten müssen.. und dann haben Mami und Papi Urlaub.. und erholen sich schön.. und wo steckt das Kind? Klar in der Kita.. ist ja nur spielen dort... aber bitte auch jeden tag etwas vorlesen.. und malen.. und basteln.. und turnen.. und nach draußen gehen... und musizieren.. klar ist ja nur spielen.. in einer ruhigen Atmosphäre mit 20 anderen laut spielenden kinder.. Wir schließen 12 tage im jahr die kita.. viel zu viel wenn man die eltern hört.. es gibt kinder die kommen jeden tag.. es wird ihnen keine Auszeit gegönnt.. mami und papi brauchen ja ihre ruhe.. Meiner Meinung nach kennen die eltern ihre kinder nicht mehr und umgedreht ebenso.. und warum.. weil man schnellstmöglich wieder arbeiten sollte.. die kleinen können einem nur leid tun.. will ich noch kinder in so eine welt setzten? NEIN obwohl ich kinder über alles liebe.. aber neben dem job als Erzieherin werde ich keine zeit mehr haben...

  • C. Tietze, Uetersen

    Meine drei Kinder wuchsen in den Achtzigern auf. Ich (Pädagogin) habe wenig Grenzen gesetzt, aber die mit absoluter Konsequenz. Heute blicken die Drei mit Dankbarkeit und Freude auf ihre Kindheit zurück. Wenn ich als junge Mutter Hilfe brauchte, wandte ich mich an meine Mutter, Freundinnen oder die Erzieherin in der Kita. Das Problem für die heutigen Eltern sind doch vor allem die verwirrenden Medien und sozialen Netzwerke. Das geht mit Sendungen der Privat-TVs los, die oft hanebüchenen Unsinn verzapfen und hört bei Erziehungsratgebern, Stillgruppen und Erfahrungsaustauschforen noch lange nicht auf! Kein Wunder also, wenn sich die Eltern nur die pädagogischen Rosinen aus dem Kuchen picken. Liebe Eltern: Wenn die Kinder klein sind, gebt ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gebt ihnen Flügel!

  • S. Hoffmann, Schiffdorf

    Ich bin seit 28 Jahren Leiterin und über 50. Wir sind heute da hingekommen, wo wir nie hin wollten. Als erste Stufe des Bildungssystems erfüllen wir die Aufgaben des Elternhauses. Wir erziehen die Kinder und machen sie gesellschaftsfähig. Der Job ist hochgradig belastend und Kinder und Eltern fordern uns täglich bis an die Grenzen. Die Kinder kennen keine Grenzen, von 25 Kindern muss jedes mehrmals angesprochen werden, was die Stimme belastet. Sauberkeitserziehung, gesunde Ernährung, Tischsitten, Sprachbildung- und Förderung, Bewegung - alles Aufgaben der Mitarbeiter. Wir sollen alles für den Staat und die Politik ausgleichen. Wir sollen Eltern in Workshops und Aktionen bilden, einbeziehen, Transparenz leben und immer den richtigen Ton treffen. Die Kinder sind verwöhnt und verweigern sich, schreien, werfen sich hin. Sie machen Spielzeug kaputt, weil sie nicht damit spielen können. Sind beim Spiel nicht ausdauernd und laufen weg. Lassen alles stehn und liegen. Wegräumen. Was ist das? Es gibt Tage, da gehen Mitarbeiter völlig erschöpft und frustriert nach Hause. Es geht bergab und wir können es nicht mehr aufhalten. Alle gucken weg!

  • G. Ratsch, Hemmingen

    Ich bilde ErzieherInnen seit vielen Jahren zu den Themen "Burnout bei Kindern", "Wie vermittel ich Kindern Werte?", und der Selbstsorge für Pädagogen aus, damit sie einen Kitaalltag gut überleben. Viele Kinder von heute bekommen keine Grenzen mehr vermittelt. Immer mehr Eltern lassen ihre Kinder einfach so durch das Leben laufen hoffen, dass es so gut durch das Leben kommt. Die Pädagogen sollen es dann richten! Die Frage an die Gesellschaft ist: Sind noch genug Eltern erziehungsfähig? Warum sind so viele psychisch erkrankt? Und an die Erzieher: "Warum denkt ihr, dass ihr euren Beruf nicht anders ausüben könnt?" Es gibt immer andere Möglichkeiten. Oft genügen kleine Verhaltensänderungen, um den beruflichen Alltag für sich erträglicher zu machen.

  • B. Beyer, Kronshagen

    Ich habe es befürchtet, als ich zum ersten Mal von der NDR Aktion las: Beiträge beschäftigen sich mit Extremen, positionieren sich. Das Schema ist einfach: Die Guten gegen die Schlechten, richtig gegen falsch. Früher gegen heute. Bleiben wir beim Hier und Jetzt. Ihr und wir. Gemeinsam schauen, einander ermutigen und sehen, in der Mitte liegt der Weg. Beruflich beschäftige ich mich intensiv mit Erziehungsfragen. Immer erlebe ich dieses verbale "Schießen" auf vermeintliche Gegner. Das Beste für unsere Gesellschaft, für Großeltern, Eltern und Kinder finden wir nicht hinter irgendwelchen Frontlinien, sondern auf der Mitte des Platzes. Im Dialog.

  • M. Lohmann, Werl

    Das Problem ist bekannt, gerade als junger Vater! Jedoch zu pauschalisieren und zu behaupten die Kinder heute wären "Rotzlöffel", halte ich für falsch! In den letzten Jahren ist ein gewaltiger Generationswandel in unserer Gesellschaft vollzogen worden. Die "klassische" Familie der Nachkriegszeit gibt es nicht mehr, vielmehr leben wir in einer Gesellschaft in der Mann und Frau, Frau und Frau, und Mann und Mann für die Familie einspringen müssen. Das heißt: Oft sind beide Elternteile beruflich eingespannt. Ein großer Teil der Kindererziehung findet also in den Kindertagesstätten statt. Dass die Kinder hier natürlich eine andere Entwicklung durchlaufen, als Kinder, die in den "klassischen" Familien groß werden, versteht sich von allein. Ihnen in den Familien jedoch den Halt zu geben zwischen Recht, Unrecht, Pflichten und Aufgaben zu unterscheiden, liegt an den Elterteilen selbst. Sie müssen den Spagat leisten, nach der Arbeit dieses zu vermitteln. Und hierzu fehlt vielen die Energie nach einem 8-10-Stunden-Tag. Ich für mich kann sagen, dass meine Frau und ich dies seit zwei Jahren erfolgreich meistern, jedoch oft mit dem Ergebnis, erschöpft zu sein. Äußerungen von Erzieherin, die auf den ersten Blick provozierend wirken, sind vielleicht auch nur ein Hilferuf an unsere Gesellschaft, die Probleme in den Tagestätten zu erkennen. Hier fehlt Personal, fehlen Gelder und die ehrlich gemeinte Unterstützung seitens der Politik.

  • A. Krogh, Hamburg

    Mich ärgert die Pauschalierung. Es gibt viele Eltern, die aus den verschiedensten Gründen überfordert sind. Ich musste meinem Sohn auch lange erklären, warum er ins Bett muss, während andere Kinder noch draußen spielen dürfen. Das strengt an und nervt auch manchmal, aber heute kann ich mich auf den Jungen verlassen. Trotz Pubertät haben wir kaum Probleme, da er weiß was für mich wichtig ist und vor allen, warum. Wichtig ist einfach konsequent zu bleiben. Das geht sogar spielerisch. Als der Junge noch klein war, hatte er keine Lust, mir beim Abwaschen zu helfen. Ich meinte , ich habe auch keine dazu, dann haben wir gespielt, und kurz vor der Essenzeit habe ich festgestellt, dass wir ja nun nichts essen können, weil wir ja keine Teller mehr haben. Sie hätten sehen sollen, wie schnell er mir geholfen hat. Seitdem weiß er, es ist wichtig.

  • C. Störig, Hamburg

    Kinder suchen Grenzen und brauchen sie auch, um sich selber zu finden. Eine grenzenlose Erziehung führt zur Verunsicherung im sozialen Leben. Aber sie benötigen auch Freiräume, um ihre Stärken und Schwächen zu erkennen. Auf einen Baum klettern? Muss sein, wird jedoch durch ängstliche und verunsicherte Eltern oft verhindert. Das Kind könnte sich ja verletzen. Auch Auseinandersetzen ist ganz wichtig, es muss ja keine Gewaltorgien geben. Sich mal "kloppen" gehört zur Sozialisation im Mensch- und Tierreich dazu, ist normal, wird jedoch heutzutage verhindert. Zur Schule fahren, Kinder in einer Bequemlichkeit und Abhängigkeit zu belassen, ist der größte Fehler, den Eltern machen können, genau wie Diskussionen mit dem Nachwuchs aus dem Wege zu gehen. Es werden oft bequeme, lebensuntüchtige Sozialkrüppel in unserer Welt heangezogen von bequemen, überlasteten Eltern (Arbeitswelt!), die mehr am i-phone hängen, als mit den Kids zu toben und ihnen die Welt zu erklären.

  • C. Süllner, Hamburg (1/2)

    Ob Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder versagen kann man nicht generell mit ja oder nein beantworten. Selbst bin ich in den 60er-Jahren geboren. Damals wie heute gab es "gut erzogene" wie auch respektlose Kinder. Ich wohne in Hamburg in einem Stadtteil mit niedrigerem Sozialindex und betreue im Nachmittagsbereich Kinder in einer Grundschule. Die meisten Eltern dieser Kinder sind erwerbstätig, andere Eltern beziehen Transferleistungen in Form von Arbeitslosengeld II. Kinder von heute sind selbstbewusster, widersprechen auch mal und argumentieren. Sie sind nicht immer angepasst und stellen auf jeden Fall höhere Herausforderungen an ihre Erzieher. Dies sind Eigenschaften, die eine lebendige Gesellschaft benötigt. In meiner Kindheit wurde so etwas nicht gewünscht, galt als frech und unerzogen und wurde ggf. auch mit Gewalt unterbunden. Ich habe lange gebraucht, um für mich ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Grundsätzlich befürworte ich diese offenere Erziehung. Man darf diese aber nicht mit einer fehlenden Erziehung verwechseln.

  • C. Süllner, Hamburg (2/2)

    Da sich die Gesellschaft im Laufe der Jahrzehnte immer mehr verändert hat und auch das klassische Familienbild mit dem arbeitenden Vater, der erziehenden Mutter und Hausfrau kaum noch existiert, muss der Staat einen Teil dieser Erziehungsaufgaben intensiver mit übernehmen. Kindern muss schon bei der frühkindlichen Betreuung mehr Struktur und Werte vermittelt werden, ein respektvoller Umgang mit anderen Menschen und ihrer Umwelt. Wichtig ist es, dass diese Erziehungsarbeit schon vor dem Beginn der Grundschule greift. Leider sind heutzutage viele Grundschullehrer zu einem großen Teil mit Erziehungsarbeit beschäftigt. Der eigentliche Lerninhalt kann dann oft nicht mehr so intensiv vermittelt werden. Ich betrachte die Erziehungsarbeit zum Teil auch als Aufgabe der Gesellschaft, eine Gesellschaft, in der die nicht erwerbstätige Hausfrau und Mutter nicht mehr anerkannt wird; eine Gesellschaft, in der oft ein Gehalt zur Versorgung einer Familie nicht mehr ausreicht.

  • anonym, Erzieherin aus Niedersachsen

    Die Gesellschaft sollte schnell aufwachen! Opfer: die Kinder! Ich meine, dass Eltern versagen, vielleicht aus Überforderung, Unsicherheit o.ä. Kindererziehung ist nicht leicht, aber bequem, wenn man andere für das Nicht-Gelingen verantwortlich machen kann. Ein Nein aussprechen ist schnell und leicht. Das Nein durchsetzen ist anstrengend und bedarf Ausdauer und Konsequenz. Beides fehlt den Eltern, da alles mit den Kindern besprochen und diskutiert werden muss. Genau das ist der Fehler. Kinder suchen Grenzen, Orientierung und Sicherheit. Wenn es dann nicht klappt sind wir Erzieherinnen schuld. Wir sind schon lange nur noch Dienstleister. Neben Bildungsaufträgen, die wir vom Staat erfüllen müssen, müssen wir inzwischen Familien ersetzen. Unsere Arbeit beinhaltet nämlich nicht nur Bildung & Erziehung, sondern Aufbewahrung und Pflege von kranken Kindern. Eltern erwarten sehr viel, aber nicht das, was unseren Job ausmacht. Wenn es um wichtige Dinge geht, wie Hinweise und Tipps bzgl.der Entwicklung des eigenen Kindes, werden wir weder gehört , noch ernst genommen....im Gegenteil: Dafür werden wir noch beschimpft. Es ist dringend notwendig, dass sich die Einstellung und Haltung von Eltern ändert, ansonsten werden Kitas Kinder-Sammelstellen. Von Qualität ist dann keine Rede mehr. Qualifizierte Pädagoginnen zerbrechen immer mehr daran!!!

  • U Staufenbiel, Cuxhaven


    Jemand hat mal zu uns gesagt: Mit der Geburt des Kindes beginnt die Erziehung der Eltern. Und das schwierige an der Erziehung ist es, sich an die eigenen Regeln zu halten.

  • G. König, Lübow

    Kann es sein, dass die Gesellschaft das Problem ist, nicht die Eltern? Die vielen Erziehungsratgeber und die seit den 70er-Jahren durch die Welt geisternden Theorien, wie man es machen muss, soll, darf, kann? Welche jungen Eltern blicken denn da noch durch? Alle paar Jahre ein neues Konzept. Die totale Verunsicherung. Hat mal jemand gezählt, wie viele verschiedene "Wissenschaftler" mit diesen Theorien ihr Geld verdient haben? Und monatlich treibt jemand anders eine neue Sau durchs Dorf. Kinder brauchen klare Regeln und Grenzen. Warum muss alles ausdiskutiert werden? Wenn ich nicht möchte, dass Fritzchen die Nudeln nicht durch die Küche wirft, muss ich das nicht begründen! Die einzige Begründung, die auf die - garantiert - folgende Frage nach dem "warum" folgt ist: ich bin älter, ich bin stärker - also lass es. Erstaunlich wie das wirkt und wie zufrieden sie damit sind. Zu viele Diskussionen verunsichern. Ich muss mich nicht vor meinen Kindern rechtfertigen.

  • D. Kuhse, Winsen (1/2)

    Es geht das Gerücht um, dass Kinder zu "faschistischen Persönlichkeiten" werden, wenn man sie autoritär erzieht. Autoritär wird dabei automatisch mit gewalttätig übersetzt. Ein Blick über den Tellerrand sollte uns eigentlich eines Besseren belehren: Jede Kultur auf der Welt, außer unserer, in der die Kinder primär Konsumenten sind, erzieht autoritär. Respekt vor Älteren, einhalten von Regeln? Fragen Sie den Dalai Lama, einen Yanomami-Indianer, einen Eskimo oder wen auch immer Sie wollen - Sie werden immer die gleiche Antwort bekommen: Selbstverständlich! Egoismus ist angeboren. Babys würden töten, wenn sie könnten, um an Kohlehydrate zu kommen. Sozialität muss erlernt werden. Ein Töpfer übt Druck auf den Ton aus, aber er zerstört ihn dabei nicht, sondern schafft etwas daraus. Formen ist nicht brechen! Das Geheimnis einer gelungenen Erziehung ist und war auch vor hundert Jahren schon Konsequenz, und nicht Härte.

  • D. Kuhse, Winsen (2/2)

    Man muss eine klare Ansage machen und dabei bleiben - das ist das autoritäre Prinzip. Es ist allerdings kein Wunder, das wir ein Problem mit der Erziehung haben. Früher war der Vater immer der Buhmann. "Warte nur, bis Papa nach Hause kommt" war die gängige Drohung der Mütter, die sich selber das Recht herausnahmen, für negative Gefühle nicht zuständig zu sein. Steng sein - was ist das? Streng sein musste Papa, dafür durfte er dann auch erwarten, dass etwas zu Essen auf dem Tisch steht, wenn er Heim kommt. Das Männer kein Bisschen schlechter kochen als Frauen hat sich inzwischen rumgesprochen. Aber wer ist jetzt streng zu den Kindern? Das Versprechen, das in dem Buch "Die Rotzlöffel Republik" gegeben wird, können Sie übrigens vergessen: Ihre Kinder werden Sie NICHT für die Strenge lieben! Niemals! Sie werden es später verstehen - lieben werden Ihre Kinder Sie trotz- und nicht wegen der Strenge. Wie ging man früher damit um? - Männer weinten nicht und Frauen hielten sich auch mal zurück. Und das war auch gut so, zumindest aus erzieherischer Sicht.

  • U. Mielke, Remscheid

    Der Input bestimmt den Output. Für das Leben in der Gemeinschaft sind Regeln als auch Werte wichtig und entscheidend, unabhängig davon, in welchem Gesellschaftsbereich, ob reich oder arm! In beiden Teilen gibt es gut und schlecht erzogene Kinder! Vermitteln von Werten und Regeln haben nichts mit Reichtum oder Armut zu tun. Frustrations- als auch Aggressionsgrenzen schwinden mehr und mehr! Ich beobachte Menschen als auch Eltern, die heute mehr mit sich selbst beschäftigt sind als sich mit den Kindern widmen. Um schnell wieder Ruhe zu erlangen, wird dem Kind entsprochen. Eine gute Erziehung muss nicht hart sein, sie sollte konsequent sein. Keine Achtung mehr vor dem fremden Eigentum, weil Langeweile vorhanden ist. Zu meiner Zeit war es der Fussball, der nicht ins Tor, sondern in das Kellerfenster flog. Kinder als freidenkende und freihandelnde Menschen zu entwickeln, bedeutet Investition von Zeit und Ermutigung. Wenn Pflanzen im Garten zur Sonne wachsen, benötigen diese auch hier und da eine Korrektur durch einen Schnitt. Wenn ein Hund einen Menschen beisst, ist dieser ein Beisser und nicht gefährlich. Gefährlich ist nur der Besitzer des Hundes und die Eltern der Kinder, die Regeln und Werte im Zusammenleben in einer Gesellschaft und Gemeinschaft nicht vermitteln und ihre Zeit in das Individuum nicht investieren!!!

  • C. Klioba, Hamburg

    Als Beraterin unterstütze ich Kinder, Jugendliche und ihre Eltern dabei, zu ausgewogenen Persönlichkeiten zu werden. Das heißt in erster Linie, die eigenen inneren Bedürfnisse zu kennen und sein Leben so zu gestalten, dass diese sinnvoll zum Ausdruck kommen. Wem dies gelingt, der hat auch immer die Bedürfnisse seiner Mitmenschen im Blick und findet Wege, im gemeinsamen Alltag die Balance zu halten. Kinder lernen diese Fähigkeit in warmherzigen Beziehungen, in denen Eltern, ErzieherInnen und auch Lehrkräfte sie mit ihren Gefühlen und Wünschen annehmen, sie ermutigen und ihnen helfen, sich bei Angst oder Stress selber zu beruhigen. Dies bedeutet nicht, Kindern ungehemmt alles "durchgehen" zu lassen, sondern ihnen dabei zu helfen, ihren individuellen Weg im aktuellen sozialen Rahmen zu finden. Die Wissenschaft von heute weiß, dass dies nicht nur selbstsicher macht, sondern auch zwingende Voraussetzung dafür ist, dass Menschen die in ihnen angelegten Begabungen in sichtbare Leistung umsetzen können. Druck und zu hoch gesteckte (Leistungs-)Anforderungen dagegen machen unsicher und anfällig für Entfremdung, das heißt man verfolgt fremde statt der eigenen Ziele - übrigens eine der Hauptursachen für Burnout.

  • Anonym

    Ich bin Erzieherin in einer Kita seit 10 Jahren, mit Kindern unter vier Jahren. Ja es stimmt: Hochgebildete Eltern geben schon Einjährigen volle Kompetenz, Entscheidungsmacht usw. Eine komplett wahnsinnige Mischung! Entweder dann Hubschraubereltern oder absolute Laissez faires... Schlimm! Wir Pädagogen kriegen Stöcke ans Bein geschlagen, haben Tinnitus weil bei jedem Mini-Pups laut abgeschrien wird, die Zeit des Kloganges verlagert sich weit bis ins 4. Lebensjahr. Das freut die Firmen Pampers, Vibella u.co. Die Eltern sind in Wahrheit bequem, leisten lieber null Widerstand, manipulieren mit viel zu viel Eis, Kuchen, Schoko, Überraschungsgeschenken ...das ist wenig Liebe. Eher Geschäft. Freundschaften werden gesteuert, freies Spiel draußen umgangen, lieber künstliche Kurse aufgesucht. Das führt alles zu übergewichtigen, mies gelaunten Diabetikern, Allergikern, unbeweglichen Bildschirmhockern. Vielen Eltern ist genau das ganz recht. Sie selbst meiden ebenfalls Sport, Draußen sein, spontan sein... Es ist zum heulen. Das Gegenteil der 90er-Jahre Eltern! Evtl kommen diesmal ganz schräge Erwachsene dabei raus...die werden ihre Eltern dann ganz sicher nicht pflegen oder finanziell unterstützen.

  • B. Schmidt, Waddeweitz

    Ich bin mir dessen bewusst, dass meine Ansicht Empörung und/oder Unverständnis hervorrufen wird, aber: Kindererziehung ist genau wie Hundeerziehung! Es müssen sehr klare Grenzen gesetzt werden - von Anfang an. Es sollte einen festen Rhythmus im Leben beider (Kind/Hund) geben, denn dieser gleiche Ablauf verschafft Sicherheit und Beruhigung. Eine nicht gewollte Tat sollte gerügt werden (nicht per Schläge!), eine Alternative kann angeboten werden. Aber ich will das Thema nicht endlos ausführen, nur so weit: demnächst werde ich ein völlig neu renoviertes Ferienhaus vermieten. Allerdings nur an Erwachsene und deren Hunde. KEINE Kinder! Die Schäden, die Amok laufende Jungmenschen anrichten, möchte ich nicht beseitigen müssen!

  • Anonym

    Ich bin auch der Meinung das Kindererziehung mit Hundeerziehung gleichsetzen ist. Sie brauchen klare Ansagen, klare Grenzen und ganz viel Liebe. Alles was ich an Regeln aufstelle muss ich auch durchsetzen, sonst ist das Kind verunsichert. Konsequenz finde ich auch ganz wichtig. Ist aber auch sehr anstrengend.

  • A. Kölsche, Thomasburg

    Ich habe drei jetzt erwachsene Kinder und sie sind jedes auf seine Weise, wunderbare Menschen. Ich bekomme gerade oft von ihnen zu hören, wenn es um das Verhalten von Kindern in ihrer Umgebung geht, "Mama, wir waren doch nicht so. Warum können sie sich nicht benehmen. Die Eltern machen nichts." Bei uns gab es Regeln im familiären Zusammenleben und die haben die Kinder sozusagen, gelernt, von Anfang an. Da gab es kaum Diskussion. Ich habe mich an Ratschläge meiner Mutter gehalten oder sie zu mindest als Anhaltspunkt genommen, was gut war z.B. der Vier_ Stunden_Rhytmus beim Stillen. Es gab Rituale, das Tischgebet und die Gute Nachtgeschichte, Abendlied und Gebet. Viele Aktivitäten wie Spaziergänge, Wanderungen, Museumsbesuche und kulturelle Veranstaltungen. Alle drei lernten Violine, waren im Orchester und liebten das gemeinsame Musizieren. Später kamen noch sportliche Betätigungen dazu in Schule und Vereinen. So hatten sie ihre Freiheit, denn Instrument und Sport suchten sie sich selber aus, wir haben Unterstützung und Rat gegeben. Sicher gab es auch manchmal Ermahnungen und Konsequenzen. Auch meine Kinder haben Grenzen ausgetestet, aber nie so,dass sie den Respekt verloren hätten. Als Eltern waren wir immer der sichere Hafen oder der Anker.

  • buc

    Dass Eltern heute so dargestellt werden, ist in dieser Welt, wie sie sich leider entwickelt hat (überwiegend unsozial (finanziell und daraus resultierend gesellschaftlich, wirtschaftliche am Ende, im Terrorismus und mit einer derartig schnell voranschreitenden Klimaveränderung leben müssend), irgendwie etwas ungerecht, denn diese ganzen Faktoren bestanden eben in unserer Generation (60er/70er Jahre) noch nicht oder nicht mehr (Nachkriegszeit). Da ging es nur bergauf. Aber leider seit ca.2005, also seit ca. 12 Jahren) geht es derartig bergab, dass man Eltern heutzutage nur als mutig bezeichnet kann. Sie haben es wahrlich nicht leicht, ob junge oder auch ältere Eltern. Da aber das Grundbedürfnis, Eltern werden und eine eigene Familie gründen zu wollen, nach wie vor und sowieso immer bestehen bleiben wird, wird es natürlich immer Nachkommen geben, und dies sollte/muss man zwingend und dringend beachten (finanziell). Denn wenn alle nur noch mit Hartz IV aufwachsen müssen, wäre dies doch eine ganz traurige Bilanz für unser Land (Deutschland).

  • M. Bittner, Hamburg

    Ich lebe in Hamburg-Ottensen und hier kann man das 'Versagen' der Eltern täglich live erleben. Da wird bei Budnikowski stundenlang mit einem Vierjährigen diskutiert, ob denn der Taschengeld-Euro wirklich sinnvoll für das Überraschungsei ausgegeben wird, im Szenerestaurant an der Ecke laufen die lieben Kleinen schreiend und tobend durch die Räume, die Eltern lächeln liebevoll aus der Ferne, stolz darauf, dass sich Emilia-Sophie und Noah-Leon so unbeschwert unter die Gäste mischen... Es ist erstaunlich, dass Eltern so verklärt durch die Stadt streifen und meinen, dass ihre Gören ein Geschenk Gottes für alle Unbeteiligten sind. Selten erlebt man, dass eine Mutter oder ein Vater noch darauf hinweisen, dass man sich hier in einer sozialen Gemeinschaft befindet, in der auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht genommen werden sollte. Es gilt: 'Meine Kinder können machen, was sie wollen'. Andererseits erlebe ich auch immer wieder, wie Eltern 'therapeutisch' mit ihren Kindern umgehen ("Wie fühlst Du Dich?", "Wäre es nicht besser, wenn....") - dies betrifft dann eher das Akademiker-Paar - und im anderen Extrem hemmungslos auf ihre Kinder einschreien, sie bedrohen und demütigen... dies dann eher im Hartz IV Bereich... In den 60er Jahren groß geworden, kann ich heute nur darüber den Kopf schütteln, welche 'Erziehungsmaßnahmen' damals sozial anerkannt waren. Trotzdem finde ich es ziemlich erschütternd, was ich - zugegebenermaßen - aus der Ferne erlebe.

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NDR Kultur | NDR Kultur kontrovers | 27.04.2017 | 10:20 Uhr

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